E-50 mit schwerem Gefechtsturm Ausf.M


 

Das Original

Der E-50 ist einer der Typen der gedachten Vereinheitlichung der Panzertypen zum Ende des Krieges - in diesem Fall der 50t Klasse. Diese sollte im Groben identisch zum E-75 sein und viele Teile einheitlich nutzen - Unterschiede sollten in der Stärke der Panzerung, Turm und Bewaffnung und Anzahl der Radstationen.
Im neuen Turm, der bei Krupp in der Entwicklung war, sollte die 8,8-cm-KwK 43 L/71 aus dem Königstiger eingebaut werden. Der E-50 sollte, wenn möglich, mit einem 900 PS starken Motor vom Typ Maybach HL 234 ausgerüstet werden. Dieser war eine Weiterentwicklung des im Panther und Tiger eingesetzten HL 230. Dieser Motor sollte dem E-50 eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h auf der Straße ermöglichen.

Den Auftrag für die Entwicklung des E-50 hatte das Eisenwerk Weserhütte aus Bad Oeynhausen. Bis Kriegsende im Mai 1945 kam man jedoch nicht über das Planungsstadium hinaus.

Der hier dargestellte schwere Gefechtsturm ist eine Interpretation einer möglichen Turmentwicklung auf E50 Fahrgestell, inspiriert von der Konfiguration aus World of Tanks.



Der Bausatz

Werfen wir einen Blick in den Karton von Trumpeter - hier finden sich 5 Spritzlinge, Ober- und Unterwanne, Vinylketten, Klarsichtteile, Metallkabel und PE Teile.
Der Guss der Teile ist gut und wie man es von Trumpeter gewohnt ist. Die PE Teile bringen ein paar weitere Details ans Modell, die sich so in Plastik nicht machen lassen, wie z.B. die Lüftergitter.
Das Layout der Oberwanne ist exakt wie beim E-75 mit dem späten Motordeck, wie es für späte Tiger II mit der mehrteiligen Motorluke vorgesehen war.
Die Unterwanne ist ebenso baugleich, bis auf die Tatsache, dass hier nur 3 Radstationen pro Seite sind.
Hauptunterschied zum E-75 ist das Turmlayout. Hier ist der Schmalturm enthalten, der einen guten Eindruck macht und für den zwei verschiedenen Kanonenblenden und verschiedene Rohre zur Verfügung stehen. Die Rohre sind allerdings leider aus zwei Halbteilen zusammenzusetzen, was heutzutage nicht mehr ganz zeitgemäß ist.
Für die Kommandantenluke steht auch noch ein IR Beobachtungsgerät zur Verfügung.
Die Vinylketten sind ganz akzeptabel - auf der Innenseite ein wenig "soft" von den Details her, aber im Groben ist die Detaillierung ok.
Die Kettenbleche bestehen leider aus Plastik und aus einem Teil, sodass man keine fehlenden Elemente darstellen kann ... hier sind dann Zurüstteilhersteller gefragt.

Die Bauanleitung umfasst die typische Trumpeter Bauanleitung mit nur 17 Bauschritten - diese sieht gut strukturiert und verständlich aus. Für die Bemalung ist ein bunt gedruckter Bogen mit 5-Seiten Ansichten mit gelb/brauner Tarnung bei, obwohl man hier absolut freie Hand, denn der E-50 hat es nie vom Reissbrett geschafft.


In dem Set von Customscale finden sich fast 40 Resinteile und ein gedrehtes Metallrohr zum Bau des schweren Gefechtsturm für den E-50. Da der E-50 über das Reißbrettstadium nicht herauskam ist an sich alles dazu schon fiktiv, bzw. für die Freunde von "Wehrmacht '46" und da ist dann dieser nagelneue Turm eine erfreuliche Ergänzung um dem E-50 ein besonderes Aussehen und die lange 8,8cm Kanone verleihen. Dieser Turm basiert auf dem Turm, der dem E-50 bei World of Tanks als Aufrüstung zur Verfügung steht.

Der Guss der Resinteile ist wieder mal ausgezeichnet, sehr schön detailliert und fehlerfrei gegossen. Leidglich an der Kanonenblende finden sich bei extremer Nahbetrachtung in meinem Muster ein paar winzige Luftblasen. Möglicherweise verschließen diese sich bei Farbauftrag von allein.
Der Guss des Turms und Darstellung der Details ist sensationell. Eine tolle raue Oberflächenstruktur, Schweißnähte und verzahnte Panzerplatten. Ganz großes Kino!
Der Turm wird ergänzt mit feinen bis zu feinsten Details, die am Turm angebaut werden können - allein die Darstellung der Handgriffe und Traghaken ist derartig fein und filigran in Resin gegossen, wie ich es bislang kaum gesehen habe. Auch die winzigen Teile wie Winkelspiegel und Verriegelungsgriffe sind fein und sauber und ohne Anguss gegossen - man muss nur vorsichtig sein, dass man nichts davon verliert wenn man es aus der Tüte kippt.
Die Kommandantenkuppel ist mehrteilig, sowie fein und sauber dargestellt. Die Luke lässt sich offen oder geschlossen bauen.

Das recht lange Rohr der 8,8cm L/71 Kanone liegt erfreulicherweise als gedrehtes Metallrohr bei - dadurch kommt es dort weder zu Verzug noch störenden Gussrändern. Das Metallrohr macht einen guten Eindruck, ist sauber gedreht, und mit offener Mündung (wennauch nicht sehr tief). Leider sind keine Felder und Züge dargestellt - das allerdings fällt am Ende nur dem auf, der sehr nah an die Mündung kommt und extra drauf achtet.


Die Bauanleitung besteht aus drei einseitig bedruckten DIN A4 Seite in schwarzweiß, mit einer Teileübersicht und deren Zusammenbau in mehreren Bauschritten, die an Fotos der Modellbauteile mit Teilenummern gezeigt wird.

Der Bau

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Der Bau dieses Bausatzes beginnt, wie so häufig, mit dem Bau der Unterwanne und Laufwerks.
Ich habe mich zunächst an das Zusammenbauen der insgesamt 6 Radstationen gemacht - diese setzen sich aus jeweils 8 Teilen zusammen und sind nach rechts uns links getrennt zu bauen - also gut aufpassen und nicht durcheinanderbringen. Ebenfalls vorsicht beim Zusammenbau, da die Zeichnungen in der Bauanleitung mal eben die zusammengebauten Teile dreht und man sich wundert warum die Teile nicht passen. :-D

Dann kann man auch schon zum Bau der Laufrollen, sowie Treib- und Leiträder übergehen. Ich hatte schon von vornherein das Resin Laufrollen Set für E-50 von Paper Panzer Productions zur Hand. Erst im Nachhinein habe ich gehört, dass die Trumpeter Laufrollen ein Problem in der Einbautiefe haben und nachgearbeitet werden müssten, wenn diese korrekt sitzen und auf die Kette passen sollen.
Das Resin Räderset von PPP kann hingegen direkt so aus der Tüte verarbeitet werden, bzw. noch eben kurz einem rundum mit der Feile lang und eventuelle Angussreste entfernen aber ansonsten auspacken, zusammensetzen und auf die Radnaben des Trumpeter Bausatzes setzen und fertig. weiterer Vorteil - es liegen die korrekten, langen äußeren Nabenteile für die inneren Laufrollen bei, die Trumpeter irgendwie unterschlagen hat. Natürlich sollte man nach dem Anbau, bzw. beim Verkleben die exakte Ausrichtung von Rädern und Naben prüfen, damit zum einen die Räder alle Bodenkontakt haben und die langen Naben nicht schief auf den Rädern sitzen.

Die Kette aus dem Bausatz ziehe ich erst zum Schluss auf, klebe sie aber schonmal zu einem Ring zusammen, mittels Sekundenkleber und dem verschweißen der Pins. Dann den Kettenring schonmal beschweren, damit er sich an die Form eines länglichen Ovals gewöhnt. ;-)

Ansonsten geht es erstmal problemlos weiter mit dem Bau der Wanne - die Heckwand wird in die Unterwanne eingesetzt und am besten daran anschließend direkt die Oberwanne aufsetzen und verkleben, um geringe Fehlstellungen der Heckwand, die zu Spalten führen würden gleich auszumachen und zu korrigieren, bevor der Kleber fest ist. Aber nicht vergessen vor dem Anbau von innen die Winkelspiegel vorn von innen einzustecken - im Nachhinein ist sowas nämlich eine ätzende Fummelarbeit.
Die Anbauteile an der Heckwand sind alle problemlos im Anbau - die beiden Auspuffrohre sind unverständlicherweise in je zwei Halbteilen, sodass man hier etwas mit Feile und Schmirgelpapier hantieren muss um die furchtbare Naht zu versäubern.
Die Anbauteile der Oberwanne sind ebenfalls recht einfach und problemlos anbaubar - die Segmente der Motorklappen werden einzeln eingebaut - schade, dass kein passender Motorraum beiliegt.
Das Werkzeug ist ein wenig grobschlächtig, könnte aber mit Halterungen aus PE Teilen gebaut werden ... aber danke, nein.
Für die Abschleppseile liegt recht schönes
verdrilltes Metallseil bei, das einen guten Eindruck macht. Dieses wird nach vorgabe abgelängt und einfach in die Seilkauschen eingeklebt. Das dünne Seil zum Kettenaufziehen hingegen isst Spritzguss und nicht ganz so schön strukturiert.
Um die Optik der Wanne etwas aufzulockern, habe ich aus den einteiligen Schürzenelementen auf jeder Seite ein Element herausgeschnitten und die Schnittkanten dünner gefeilt, damit man nicht so leicht sieht, wie dick das Material eigentlich ist. Hier wäre PE Schürzen ganz nett gewesen, aber mir kam es hauptsächlich auf einen überwiegend schnellen Bau an.

Damit verlassen wir den Trumpeter Kasten, denn als Turm kommt der Ausf.M Turm #35067 von Customscale zum Einsatz, sodass man kein Turmteil von Trumpeter benötigt. Dieser macht einen hervorragenden Eindruck und gibt dem E-50 ein Aussehen das aus der Masse hervorsticht und vor allem schnell baubar ist.
Als erstes wird die neue Kanonenblende mit dem beiliegenden Metallrohr zusammengebaut und mit dem leichten
Tragehaken verklebt.

Der Turm selber ist einteilig mit tollen Gussstruktur gegossen und benötigt nur wenig Teile zum Zusammenbau.
Das Turmunterteil passt ohne viel Fummelei direkt in das Turmoberteil. Was man machen sollte/muss, ist innen im hinteren Teil etwas Gewicht als Konter für das lange schwere Metallrohr vorn einzubauen. Dafür empfiehlt sich eine Kugel UV4011 formbares Blei von Uschi van der Rosten.
Der Einbau der Kanonen in die Frontplatte geht soweit problemlos - man muss sich, da sie verklebt wird, eben entscheiden welche Höhenrichtung sie haben soll.

Dann werden eigentlich nur noch Tragehaken (die vorderen habe ich aus Metall neu gebogen) und die Kommandantenkuppel eingebaut - letztere wird aus zwei Hauptteilen und den einzelnen Winkelspiegeln zusammengebaut, was kein Problem darstellt und am Ende der Lukendeckel, den man offen oder geschlossen anbauen kann.
Nach der Bemalung wird dann die Bausatzvinylkette auf das Laufwerk gezwängt. Ggf. ist es einfacher wenn man vorher die Schürzen nur leicht verklebt und dann erstmal wieder abnimmt um die Kette aufzudrücken.

Der Bau beginnt, wie so oft bei Panzermodellen üblich, mit der Montage von Unterwanne und Laufwerk. Und hier hat Trumpeter schon einen ersten mächtigen Fehler eingebaut. Zum einen müssten die inneren Laufrollen eine verlängerte Radnabe haben wie sie beispielsweise beim Tiger und Tiger II montiert sind. Darüber hinaus stehen die inneren Laufrollen zu weit von der Wanne ab. Die Führungszähne der Gleiskette sollten zwischen den inneren und äußeren Laufrollen liegen. Man müsste daher die Aufnahmehülsen an den Laufrollen jeweils um etwa 1 mm kürzen und wahrscheinlich auch die Schwingarme nacharbeiten um diesen Fehler zu beheben. Man kann das Problem auch einfacher lösen in dem man sich das E-50 Wheel Set aus Resin von Paper Panzer Productions besorgt. Bei diesem Set liegen die verlängerten Radnaben ebenfalls bei. Siehe Bild zum Vergleich.

Im weiteren Verlauf gibt es keinerlei Probleme und alles geht leicht und schnell von der Hand. Folgt man der Anleitung kommt man zügig und sicher zum Ziel. Für die Halterungen der Außenbordwerkzeuge liegen alternative Verschlüsse aus PE-Teilen bei. Da die Werkzeuge aber recht grob detailliert sind habe ich es vorgezogen diese nicht zu montieren. Zum einen beruhigt das meine Nerven und wozu soll ich ein feinstes Detail an ziemlich vereinfacht und plump dargestellten Werkzeugen anbringen? Für meinen zweiten E-50 Bausatz werde ich mir auf jeden Fall eine Alternative zu den Bordwerkzeugen beschaffen.

Die Auspuffanlage aus dem Bausatz sagte mir überhaupt nicht zu. Die Auspuffrohre sollen aus zwei Hälften zusammengesetzt werden, darüber hinaus wirkten sie irgendwie sehr dünn und fisselig. Abhilfe schaffte hier eine Suche in meiner Restekiste. Dort fand ich zwei Auspufftöpfe von einem Tiger II. Das Problem war also schnell gelöst und macht optisch schon einen erheblich besseren Eindruck

An der rechten Wannenseite soll das Drahtseil (Bauteil B26) zum Aufziehen der Gleiskette montiert werden. Da dieses Seil bei den letzten Tiger II schon nicht mehr mitgeführt wurde entschied ich mich dazu es am E-50 auf jeden Fall wegzulassen und die dafür vorgesehenen Bohrungen in der Wanne zu verspachteln.

Mein E-50 sollte sich schon ein wenig von der breiten Masse abheben. Daher beschaffte ich mir von Customscale auch noch den Umbausatz 35067 Schwerer Gefechtsturm Ausf. M für E-50. Dieser Turm ist natürlich auch nur eine Fiktion.

Der Turm weist sehr schöne Details auf. Der Guss und die Darstellung der Details sind atemberaubend. Eine schöne rauhe Oberflächenstruktur, tolle Schweißnähte und miteinander verzahnte Panzerplatten sind echte Highlights. Im Set enthalten sind auch ein Alu-Rohr für die 8,8 cm L71 Bordkanone und eine Kanonenblende mit genial dargestellter Gußstruktur und Produktionsnummer. Einziges Manko ist bei meinem Bausatz die zweiteilige Kanonenblende.

Die beiden Bauteile passten nicht spaltfrei aneinander und es war auch ein leichter Versatz vorhanden. Ich schob also beide Blendenteile auf das Kanonenrohr, passte es an der Aufnahme im Turm an und verklebte dann die beiden Resinteile mit dem Rohr. In den Spalt zwischen den beiden Blendenteilen gab ich zunächst dünnflüssigen Sekundenkleber und trug anschließend vorsichtig Spachtelmasse auf. Vorsichtiges Verschleifen, um die Gußstruktur nicht übermäßig zu glätten, folgte dann als dritter Schritt. Anschließend versuchte ich die Struktur durch aufgetupften Sekundenkleber wiederherzustellen. Naja, ich gebe zu, so ganz ist mir das nicht gelungen. Die Hebeöse für die Kanone kann alternativ gewählt werden. Ich entschied mich für das Version A, welche optisch weitaus besser wirkt als die U-förmige Öse für die Version B. Die Schweißnähte stellte ich aus dünnen Plastik-Rundstäben dar. Sie wurden aufgeklebt, mit Plastikkleber eingeweicht und erhielten dann ihre Struktur durch Eindrücken einer dünnen Schraubendreherklinge

Die Montage der restlichen Bauteile erfolgte gemäß Anleitung völlig problemlos und der Bau war abgeschlossen.
Bemalung/Alterung

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Die Bemalung erfolgte zunächst nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos Black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Mission Models MMP001 weiß per Airbrush. Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden und dabei om oberen Bereich eher heller gemacht wurden.

Darüber wurde dann mit Mission Models MMP019 "dunkelgelb late 1944/45 RAL7028 " aufgesprüht - nicht 100%ig deckend, damit die Helligkeitsunterschiede der Vorgrundierung auch noch etwas durchschimmern.

Dann habe ich für die grünen Tarnflecken diese mit Panzerputty abgegrenzt - wer das auch so machen will, sollte die Grundfarbe erst ordentlich durchtrocknen lassen ansonsten sieht man die Konturen des Panzerputtys später.
Die grünen Flecken wurden dann mit MMP018 "Resedagrün", gemischt mit MMP005 grün per Airbrush in die abgegrenzten Bereiche gesprüht.

Danach werden sowohl die grünen Flecken als auch die gelbe Grundfarbe mit jeweils etwas aufgehellter Farbe nochmal mittig besprüht um zum einen ein paar Highlights zu setzen als auch die scharfe Trennkante minimal aufzulockern.
Der Turm wird komplett in Mission Models MM013 red oxid primer gesprüht und die horizontalen Flächen und oberen vertikalen Flächen mit aufgehellter Farbe nochmal etwas nachbearbeitet.
Das Rohr wird in MMP 014 Panzergrau gesprüht und auch hier die Oberseite leicht aufgehellt.
Dann geht es an die Detailbemalung. Die Vinylkette wird zunächst auch mit Chaos Black aus der Sprühdose grundiert und nach dem Durchtrocknen per Pinsel mit Panzer Aces PA004 Track primer bemalt. Die inneren Laufflächen bekommen dann einen weiteren Auftrack mit Vallejo Oily Steel während der äußere Bereich mit Amig Trackwash und einige Rostpigmenten nachbehandelt wird.
Die Auspuffrohre werden ebenfalls mit einer Metallfarbe grundiert und in die feuchte Farbe verschiedene Rostpigmente eingetupft.

Die Abschleppseile und Metallteile der Werkzeuge erhalten einen Anstrich mit Amig Gun Metal, die Holzteile mit einem sandgelb über das mit einem dünnen Pinsel "Wash for wood" von AK streifig aufgestrichen wird.

Als nächstes werden an der Wanne vorn die beiden Balkenkreuze und am Turm eine fiktive Turmnummer, als Reibebilder von Archer aufgerubbelt, denn Decals liegen dem Trumpeter Bausatz ansonsten nicht bei. Dies ist gerade bei der rauen Oberfläche am Turm und den ansonsten großen Freiflächen bei Decals mit Trägerfilm ein Problem mit dem silbern -
hier mit den Archer Reibezahlen ein pures Vergnügen.
Danach wird das Modell mit Seidenmattlack von Ammo of Mig versiegelt.

Darüber werden dann zunächst dunkle Laufspuren mit diversen Streaking Farben von Amig und AK aufgetragen und mit einem sauberen Pinsel und Verdünner in vertikalen Streichbewegungen in die
Grundfarbe verblendet, sodass sie nicht mehr so deutlich hervortreten.
Im unteren Teil des Turms und der Wanne dann mit hellen "Rainmarks" ebenfalls vertikale Streifen aufgebracht, die nach oben hin auslaufen, sodass man eine dezente dunkle und helle Streifigkeit erhält.
Danach geht es ans Filtern ... hier werden verschiedene farbige Ölfarben in kleinen Punkten aufgetupft, je nach ihrer Position mal mehr dunkle, mal mehr helle oder eben mehr gelblich braune oder mehr grünlich blaue.
Diese werden dann mit einem sauberen Pinsel und viel verdünner in die einzelnen Bereiche verblendet. Besonders anzuraten ist es hier angrenzende, aber von Nähten und dergleichen, getrennte Bereiche mit der Farbzusammenstellung leicht zu variieren um hier einen subjektiv leicht differenten
Farbschleier zu erhalten, der die angrenzenden Bereiche optisch besser voneinander abgrenzt - insbesondere bei den Schürzen.
Nach dem ordentlichen Durchtrocknen folgt dann das washing. Hier habe ich für den Turm ein sehr dunkles schwarzbraunes washing verwendet, für die Wanne ein braunes washing, das für grüne Grundfarben gedacht ist.
Dabei werden die Flächen ausgespart, bzw. nur mit Verdünner befeuchtet, damit es keine washingränder gibt und mit der Washinglösung Nieten, Rillen und andere Details bearbeitet und damit betont um dem Fahrzeug mehr Tiefe zu geben.

Auch diesen Schritt dann ordentlich durchtrocknen lassen.

Danach folgt dann die Betonung der Ecken, Kanten und erhabenen Details mittels Trockenmalen. Dabei mische ich mir für den Turm einen hellgrauen Ton mit einem Klecks braun und für die Wanne einen nahezu weißen Ton mit einem Hauch ocker aus Ölfarben zusammen.
Diese werden nun mit einem größeren Flachpinsel aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen, bis dort keine Farbe mehr hängenbleibt - damit sind nur noch leichte Pigmentreste im Pinsel, die dann aber am Fahrzeug hängen bleiben, wenn man über die Kanten und Erhebungen streicht. Damit erhalten diese eine deutliche Aufhellung über die Grundfarbe, was die Sichtbarkeit und damit die Tiefe des Modells deutlich hervorhebt.


Ein paar Kratzer und Abplatzer an Farbe werden an den Schürzen, Turm und an den Luken aufgebracht, indem zunächst Striche und unregelmäßige Punkte an den entsprechenden Stellen in hellerer Grundfarbe aufgetupft, bzw. gezogen werden und dann innerhalb dieser mit Amig Chipping Color die Flächen bis auf einen dünnen heller Wand unregelmäßig gefüllt werden.
Tatsächlich habe ich mal wieder vergessen diesen Schritt mehr an den Anfang zu setzen um mit Filtern und Washings diese Chips dann besser ins Gesamtbild einzublenden.

Den Abschluss bringt ein leichter Staubauftrag aus hellen Sandpigmenten, die im unteren Laufwerksbereich und den Schürzen aufgetupft werden.
Bei der Lackierung des E-50 kann man entweder den Vorschlag aus der Bauanleitung nehmen oder man entscheidet sich für eine Bemalung nach eigenem Ermessen. Dieser Abschnitt im Modellbau bereitet mir persönlich den meisten Spaß da man sich nicht streng an Vorgaben halten muss. Hier kann man etwas künstlerische Freiheit einfließen lassen wobei ich aber dazu neige ein gewisses Maß an Realismus zu beachten und die entsprechenden, damals verwendeten, Farben und Muster zu benutzen.

Vor kurzem habe ich mein Farbsortiment umgestellt auf die Farben von Mission Models. Der E-50 wurde zunächst grundiert und anschließend mit Resedagrün, MMP-018, lackiert. Darauf folgten Tarnstreifen in Dunkelgelb, MMP-019, und in Rotbraun, MMP-012. Da ich mit der Verarbeitung und dem Oberflächenfinish sehr zufrieden bin werde ich wohl bei diesen Farben bleiben und auch zukünftig damit arbeiten.

Einige Leser haben mich nach meinem letzten Baubericht gebeten haben meine Vorgehensweise bei der Bemalung der Modelle in möglichst kleinen und nachvollziehbaren Schritten zu beschreiben. Dem komme ich gerne nach und gebe hier eine bebilderte Anleitung. Dargestellt wird die Bemalung am Turm, an der Wanne ging ich auf die gleiche Weise vor. Daher zeige ich die Bemalung nur an Bildern vom Turm.

Bild 11: Zunächst grundierte ich das gesamte Modell mit dem grauen Primer.

Bild 12: Anschließend folgte ein Pre-shading mit Mattschwarz an den Vertiefungen und Kanten.

Bild 13: Lackiert wurde dann mit dem Reseda-grün von Mission Models. Komischerweise wies die Farbe einen sehr grellen, grasgrünen Farbton auf und deckte auf dem grauen Primer unheimlich schlecht. Ich mischte daher im Verhältnis 7:3 Olivgrün hinzu und kam so zu einem besseren Ergebnis.

Bild 14: Als Tarnflecken lackierte ich Streifen aus Dunkelgelb und Rotbraun auf. Die Decals für die Turmnummer stammen aus der Restekiste. Abschließend versiegelte ich die Grundlackierung und die Decals mit seidenmattem Klarlack.

Bild 15: Mit diversen Rosttönen aus dem Sortiment von AK brachte ich kleine Lackschäden auf. Diese trug ich mit einem kleinen Schwamm, aber auch mit einem sehr dünnen Pinsel auf. Die Vertiefungen wurden mit einem Washing in Dark Brown betont.

Bild 16: Anschließend trug ich einen Filter in einem mittleren Braunton auf. Ein Filter ist vom Prinzip her nichts weiter als eine sehr stark verdünnte und nur sehr schwach deckende Ölfarbe. Der gesamte Turm wurde mit diesem Filter bestrichen. Mit dem ersten Auftrag ist nur ein sehr geringer Farbunterschied zu dem unbehandelten Modell zu erkennen. Nach einer ausreichenden Durchtrocknung können weitere Filter aufgetragen werden und der Effekt wird mit jeder Schicht etwas stärker.

Bild 17: Hier zeigt der Turm im direkten Vergleich zu der unbehandelten Wanne sehr gut den, durch den Filter erreichten, Effekt. Der Kontrast zwischen den Tarnflecken und der grünen Grundfarbe wird etwas abgemildert, die Oberfläche wirkt einheitlicher. Besonders die hellen dunkelgelben Flecken treten jetzt nicht mehr so extrem hervor.

Bild 18: Mit den Oilbrushern Rust und Red Primer brachte ich kleine Punkte auf. Diese wurden anschließend mit einem, in Verdünner angefeuchteten, Pinsel verblendet.

Bild 19: Mit den Oilbrushern Dust und Medium Grey legte ich am Turm kleine, unregelmäßige Streifen und verblendete sie ebenfalls.

Bild 20: Hier ist nun das finale Ergebnis zu sehen. Ablaufender Schmutz und Staub an den Seitenwänden des Turmes runden das Bild ab.




Fazit

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Ein grundsätzlich schön gemachter Grundbausatz des E50 von Trumpeter mit ein paar Schattenseiten wie den groben Werkzeug, zweiteiligen Auspuffrohren und den falsch sitzenden Laufrollen, aber nichts das man nicht hinkriegen könnte.
Dazu der sehr schöne neue Turm aus Resin von Customscale - ergibt eine gelungene und optisch ansprechende Kombination.


Trumpeter Bausatz:

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


Customscale Turm:
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****

Kommen wir nun zum Ende: Ein feiner Bausatz, gute Passgenauigkeit und sehr ordentliche Details, insgesamt ein Modell dass mir mächtig viel Spaß bereitet hat. Sehr bedauerlich ist nur der kleine Fehler am Laufwerk. Hier hat Trumpeter einen echten Bock geschossen. Auch die etwas grob modellierten Werkzeuge schmälern den guten Gesamteindruck. In Verbindung mit dem schweren Gefechtsturm von Customscale ist aber doch ein kleines Schmuckstück für die Vitrine entstanden. Bei der Kommandantenfigur erlaubte ich mir einen kleinen Eyecatcher und verwendete eine Resinfigur von Armor35. Die Dame lässt tief blicken... 

Verwendetes Zubehör:

  • Paper Panzer Productions, E-50 Wheel Set
  • Friulmodel, ATL-37, Einzelgliederkette aus Metall
  • Customscale, 35067, Schwerer Gefechtsturm Ausf. M
  • Armor35, ARM35905, Tank Girl
  • sowie diverses Zubehör aus der Restekiste

Trumpeter Bausatz:

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


Customscale Turm:
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



Thomas Hartwig Thomas Stefanus

© 05/2018 Thomas Hartwig / Thomas Stefanus

1996 Leser dieses Bauberichts seit dem 05.05.2018

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