Schützenpanzer Puma (Serie 2018)


 

Das Original

Die Ursprünge des Puma reichen bis in das Jahr 1996 zurück. Er basiert auf dem Projekt "Neue Gepanzerte Plattform" (NGP), das eine Universalplattform für verschiedene Waffensysteme vorsah. Da hierbei der Schützenpanzer über den gleichen Panzerschutz wie der Kampfpanzer verfügen sollte, zeigten erste Konzeptstudien für den NGP-SPz ein Gefechtsgewicht von 55 bis 72 Tonnen auf. Durch die angespannte Haushaltslage war bereits 1998 absehbar, dass eine parallele Entwicklung von drei Systemen (KPz, SPz, FlaPz) nicht realisierbar wäre. So wurde am 26. Februar 1998 die Weiterentwicklung des Schützenpanzers beschlossen und das taktische Konzept Neuer Schützenpanzer (NeSPz) genehmigt, welcher zeitweise unter den Projektnamen Panther und Igel geführt wurde.
Im Dezember 2004 unterschrieb das BWB einen Vertrag zur Lieferung von fünf vorgezogenen Vorserienfahrzeugen mit einer Option für 405 weitere Schützenpanzer. Die Vorserienfahrzeuge wurden planmäßig im Jahr 2006 geliefert. Sie werden genutzt, um an den Wehrtechnischen Dienststellen des BWB die Tauglichkeit des Systems nachzuweisen sowie Schwachstellen aufzudecken.
Aufgrund der technischen Probleme werden jedoch bis 2012 zunächst nur zehn Puma ausgeliefert, an denen die Einsatzfähigkeit getestet und gegebenenfalls verbessert werden soll.
Am 6. Dezember 2010 wurden die ersten beiden Serienfahrzeuge des Puma an das zuständige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zur Nachweisführung übergeben. Der Abschluss der Auslieferung ist weiterhin für das Jahr 2020 geplant.
Nach Beseitigung einiger Mängel, wurde der Panzer erneut getestet.

Am 13. April 2015 wurde durch den Inspekteur des Heers die formale Übernahme des Schützenpanzers erklärt, worauf am 17. April 2015 durch das BAAINBw die "Genehmigung zu Nutzung" erteilt wurde. Am Ausbildungszentrum in Munster werden bis Ende des Jahres 2015 die zukünftigen Ausbilder des Waffensystem geschult. Hierfür stehen zunächst sieben Fahrzeuge zur Verfügung, die in den folgenden Monaten durch weitere Schützenpanzer ergänzt werden.

Der Puma ist ein Schützenpanzer mit einem fernbedienbaren und besatzungslosen Turm, der in seiner Grundausstattung mit dem zukünftigen taktischen Lufttransportfahrzeug der Bundeswehr, dem Airbus A400M, luftverladbar ist. Die Besatzung besteht aus neun Personen, die in einem durchgängigen Kampfraum untergebracht sind. Sie unterteilt sich in einen aus sechs Soldaten bestehenden Schützentrupp, und eine aus Gruppenführer (GrpFhr), Truppführer-Waffensystem (TrpFhrWaSys) und Fahrer (MKF) bestehende feste Fahrzeugbesatzung.
Im Gegensatz zum Schützenpanzer Marder sitzen sich die Schützentruppsoldaten gegenüber mit dem Rücken zu den Außenwänden. Dabei sitzen vier Soldaten auf der rechten und zwei Soldaten auf der linken Seite. Ein zentrales Regal unter dem Turm dient als Stauraum für die Ausrüstung. Als Brandschutz verfügt der Kampfraum über eine Brandunterdrückungsanlage (BUA). Ausgestattet mit Infrarot-Detektoren löscht die Anlage auftretende Brände in 150 Millisekunden. Das gasförmige Löschmittel DeuGen-N ist laut Hersteller gesundheitlich unbedenklich. Die gesamte Inneneinrichtung ist "minensicher" ausgeführt und hat keinen Kontakt zum Boden der Wanne. Ein geplanter Kampfstand für zwei Soldaten in der teilgeöffneten Heckklappe wurde wegen der erhöhten Selbstgefährdung verworfen. Die konventionell ausgelegte Heckklappe führte zu einer Vergrößerung des Innenraums und ermöglichte eine Zwei-Mann-Klappluke auf dem Dach sowie eine Verbesserung des Schutzes im Heckbereich. Der Truppführer verfügt über eine eigene Schiebeluke.
Eine weitere Neuheit gegenüber dem Marder ist das von Krauss-Maffei Wegmann gefertigte entkoppelte hydropneumatische Stützrollenlaufwerk. So ist das gesamte Fahrwerk nur über Gummielemente mit der Fahrzeugwanne verbunden. Dies verringert den Körperschallpegel von 120 dBA auf rund 96 dBA und ermöglicht dadurch der Besatzung einen längeren Aufenthalt im Fahrzeug. Im Gegensatz zu einer Drehstabfederung ist diese Bauweise kompakt und benötigt keinen Raum am Fahrzeugboden. Ebenso wird die Bodenfreiheit bei konstant 450 mm gehalten, unabhängig von der Schutzstufe.
Als Gleiskette verwendet der Puma eine Stahl-Rohrkörperkonstruktion mit Gummilagerung und Gummilaufpolster des Unternehmens Diehl. Aufgrund der Anforderung des Lufttransports ist die Leichtgewichtskette DLT 464D um 40 % leichter als die Gleiskette des Leopard 1, besitzt aber die gleiche Widerstandsfähigkeit.

Die Panzerung des Puma ist modular aufgebaut, er verfügt über zwei Schutzstufen. Er wurde so konzipiert, dass er mit der Panzerung der Schutzstufe A (airportable) mit dem zukünftigen militärischen Transportflugzeug Airbus A400M luftverlegbar sein wird. Um das geforderte taktische Lufttransportgewicht von 31,45 t nicht zu überschreiten, ist die mitgeführte Ausrüstung auf 1 t begrenzt. In Schutzstufe A ist er frontal gegen Panzerabwehrhand- (beispielsweise die RPG-7) und Mittelkaliberwaffen (30 mm), rundherum gegen Artilleriesplitter sowie gegen schwere Blast- und projektilbildende Minen (10 kg) geschützt. Die Schutzstufe C (combat) wird mit modular anzubringenden Zusatzpanzerungen erreicht. Diese umfasst den Turm-, Bomblet-, Minen-, und Frontschutz. Die Panzerung verstärkt den Schutz an den Seiten und am Dach. Hierdurch wird er gegen Panzerabwehrhand- und Mittelkaliberwaffen sowie Bomblets geschützt. Gegenüber dem Vorserienmodell sind die Serienfahrzeuge in Schutzstufe C mit einer Reaktivpanzerung (ERA) des Konzerns Dynamit Nobel Defence ausgestattet. Weitere Seitenschürzen verdecken bis zur Mitte der Laufrollen das Laufwerk. Insgesamt wurden 200 Sätze von der Bundeswehr beschafft. Das Gewicht pro Satz beträgt 1 t und enthält 500 kg Sprengstoff. Die Montagezeit wird mit 3 bis 4 Stunden angegeben.
Der Puma wird noch zusätzlich mit einem Softkill-System von EADS ausgerüstet. Dieses multifunktionale Selbstschutz-System (MUSS) erkennt anfliegende Raketen und stört deren Lenksensorik.

Die Hauptbewaffnung ist eine 30-mm-Bordmaschinenkanone des Typs MK 30-2/ABM, gefertigt von Rheinmetall, die außermittig rechts im ferngesteuerten Turm eingebaut ist. Sie ist eine Weiterentwicklung der MK30-2, die schon im österreichischen Schützenpanzer Ulan und im spanischen Pizarro Verwendung findet. Mit der Maschinenkanone können gepanzerte Fahrzeuge bis zu einer Entfernung von 2000 Metern und mit der Air-Burst-Munition (ABM) bis zu 3000 Metern bekämpft werden. Die Waffe kann sowohl in Einzel- als auch in schnellem Serienfeuer (200 Schuss/min.) abgefeuert werden. Sie wiegt 198 Kilogramm und besteht aus Waffengehäuse, Rohr, Doppelgurtzuführer (DGZ) und Rücklaufvorrichtung. Der Höhenrichtbereich beträgt -10° bis +45°.
Der gesamte Munitionsvorrat beträgt 400 Schuss. Ein Schneckenmagazin mit 200 Schuss ist im Turmheck untergebracht. Ist der Hauptvorrat verschossen, kann von oben manuell die Reserve nachgeladen werden. Ein Beladen aus dem Inneren ist nicht möglich. Durch den Doppelgurtzuführer der Maschinenkanone können beide Munitionssorten im direkten Wechsel verschossen werden. In der Serienkonfiguration umgibt die Kanone eine Rohrabstützung.
Die Sekundärbewaffnung besteht aus dem MG4 im Kaliber 5,56 Millimeter. Es ist achsparallel angeordnet und befindet sich, bedingt durch den Hülsenauswurf nach rechts und die Munitionszuführung von links, rechts von der Hauptwaffe. Im Gegensatz zur Infanterieversion fehlen diesem Turmmaschinengewehr (TMG) die Schulterstütze, das Zweibein und die Visiereinrichtung. Die maximale Kampfentfernung ist mit 1000 Metern angegeben. Der Munitionsvorrat beträgt 1000 Schuss plus 1000 Schuss Reserve. Zur Verteidigung im Nahbereich (50 Meter) verfügt der Puma über eine Sprengkörperwurfanlage (SKWA) im Kaliber 76 Millimeter. Diese ist hinten links auf dem Fahrzeug montiert und hat einen Schwenkbereich von 90° um das Fahrzeugheck. Die Bedienung erfolgt durch den Truppführer. Diese ist Stand 2018 noch nicht serienmäßig verbaut.

Der Puma ist mit seinem Preis von 8,85 Millionen Euro pro Exemplar der bisher teuerste Schützenpanzer der Welt.

Der Puma hat eine Länge von 7,60m, eine Breite von 3,43m bei Schutzstufe A und 3,90m bei Schutzstufe C, sowie eine Höhe von 3,60m. Das Maximalgewicht beträgt 43 Tonnen.
Mit dem V10 892 High Power Density Motor von MTU wird eine Leistung von 1090 PS erreicht, die den Puma auf maximal 70km/h bringen kann.

(Quelle: Wikipedia)



Der Bausatz

Werfen wir also mal einen Blick in den Karton:

11 sandgelbe Spritzlinge, ein transparenter Spritzling, eine Platine PE Teile, Kupferseil und ein Decalbogen.

Die Teile machen durch die Bank weg einen hervorragenden Eindruck. Sauber und fehlerfrei gespritzt, klare und scharfe Details, sinnige Angüsse und keine nervenden Auswerferstellen.
Auf die besten Details gehe ich jetzt schonmal ein, die mich wirklich beeindruckt haben, nämlich die sehr, sehr feine und hochrealistische Antirutschbeschichtung auf der Oberwanne. Die ist wirklich grandios gelungen. Und als zweites die ominöse Gummimattenpanzerung auf Oberwanne und Turm, die im Original durch Gummistachelmatten dargestellt ist, ähnlich der Zusatzpanzerung auf der PzH2000. Bislang in 1:35 Spritzguss schwer bis gar nicht machbar - die Teile von Meng eher so lala (die Stachel bei der PzH 2000 sind meines Erachtens aber auch deutlich länger als beim Puma). Hier beim Puma hat Ryefield diese im Rahen der technischen Möglichkeiten in meinen Augen eine exzellente Darstellung dieser Gumminoppenelemente geleistet, die am Ende am fertigen Modell, bemalt richtig super aussehen müsste.

Doch sehen wir uns mal die einzelnen Komponenten und Teile mal etwas genauer an:
Die Unterwanne ist einteilig gespritzt, zumindest das Grundgerüst, denn das ist wirklich nur die Unterwanne - das Laufwerk wird wie beim Original als abgekoppeltes Laufwerk jeweils in einer Großkomponente im Ganzen dann an der Wannenseiten geklebt. Die Grundwanne ist daher an sich ohne große Details.
Das besagte Laufwerk ist da schon deutlich detaillierter. Einzelne Schwinarme, die in die vorgegebenen Öffnungen gesteckt und verklebt werden - ein bewegliches Laufwerk dürfte schwer realisierbar sein, wenn auch nicht unmöglich für pfiffige Modellbauer. Wer die Radstationen evtl. einem Dio-Untergrund anpassen will, kann den zweiten Lokalisierungsbolzen abkneifen und den Winkel des Schwingarms variieren.

Die Laufrollen, wie auch Leit- und Treibrad sind sehr gut und mit knackscharfen Details gespritzt. Die Angüsse befinden sich, wie leider üblich an den Laufflächen und müssen sauber abgetrennt und versäubert werden - zum Glück sind es bei den inneren Laufrollen nur zwei, bei den äußeren Laufrollen 4 Angüsse. Alle Rollenkomponenten werden angeklebt und bleiben nicht drehbar - nicht schlimm an sich, für das Aufziehen der Kette wäre zumindest ein drehbares Treibrad schön gewesen.

Und wo wir gerade die Ketten erwähnen - diese sind als bewegliche Einzelgliedketten enthalten. Sehr schön und sauber gespritzt mit einer hervorragenden Wiedergabe der spezifischen Form des Kettenkörpers und der Gummipolsterelemente.
Die Kette setzt sich dabei aus einem Ober- und Unterteil des Kettenkörpers zusammen, zwischen die die ebenfalls einzeln enthaltenen Doppelbolzen eingelegt werden, die an beiden Enden bereits die Endverbindern angegossen haben. Auch hier sehr sauber und fein detailliert.
Zum Zusammenbau liegt eine Bauhilfe bei. Diese Art Ketten sind etwas Aufwändiger beim Bau, da mehr Einzelteile herausgetrennt und versäubert werden müssen, aber dafür erhält man eine schöne, stabile und bewegliche Kette, die das Aufziehen aufs Laufwerk erleichtert.

Die Oberwanne ist eine wahre Augenweide - einteilig und bereits mit vielen schönen Details versehen, allen voran der oben bereits erwähnten, sehr feinen, realistischen Antirutschbeschichtung. Dazu versenkte Gravuren, Nieten- und Schraubenköpfe, Scharniere und viele weitere Details. Die Luken in der Oberwanne sind alle offen und können nach Wunsch theoretisch auch mit offenen Lukendeckeln gebaut werden, dies ist aber gerade im hinteren Bereich weniger sinnvoll, da keine Inneneinrichtung enthalten ist und man ggf. ins Leere schaut - bei dem Preis erwarte ich allerdings auch keine Inneneinrichtung.
Fahrer- und Kommandatenluke bleiben übrigens beweglich verschiebbar - das ist sehr vorbildlich!
Die Winkelspiegel liegen alle als glasklare Plastikspritzgussteile bei und sehen hervorragend aus.
Für die ebenfalls phänomenal gestalteten Gummipolster-Elemente müssen noch einige Löcher von innen durch die Oberwanne gebohrt werden - diese sind aber von innen bereits vorgegeben, also alles ganz einfach. Man hätte also theoretisch auch die Möglichkeit seinen Puma ohne diese Elemente zu bauen.
Dadurch das die Elemente einzeln beiliegen, erleichtert dies die Bemalung, da man das Modell erst an sich bemalen kann und die Gummimatten für sich in Gummifarbe und dann einzeln aufbringen.

Die Seitenelemente sind gleich inklusive der Zusatzpanzerung gespritzt und setzen sich aus wenigen großen Teilen zusammen. Auch hier sehr feine und tolle Details, inklusive feiner Nieten und der Antirutschbeschichtung oben auf der Zusatzpanzerung. Auch die Gitterpanzerung am unteren Ende der Seiten ist in einem Teil und dafür bemerkenswert gut und detailliert gespritzt.
An der Wannenfront sind alle richtigen und wichtigen Details enthalten mit der Staumulde, dem Lautsprecher und natürlich den Scheinwerfern mit Transparenten Abdeckungen. Auch die optionalen Warntafeln für Überbreite liegen als feine PE Teile bei (und natürlich die rot-weißen Schraffuren als Decals).

Die Heckplatte der Wanne ist in einem Stück mit diversen Anbauteilen. Die große Heckklappe ist korrekt mit dem großen Panzersichtblock versehen und kann sogar offen gebaut werden. Wer allerdings nicht selber eine Inneneinrichtung bauen will oder eine ausfüllende Figur in die Öffnung stellt, wird in die leere Wanne sehen.
Was aber wieder richtig gut gemacht ist und eines der Hauptmerkmale der Serienversion des Puma ist, ist der Tausch der massiven Panzerelemente am Heck gegen Gitterpanzerung - und diese ist in Plastik in einzelnen Elementen gespritzt. Herrlich! Eine extreme Erleichterung zum bau für die Modellbauer und optisch absolut noch ausreichend dünn gespritzt.

Der Turm setzt den guten Eindruck weiter fort. Dieser setzt sich mehrteilig aus mehreren Teilen zusammen. Auch hier wieder feine Gravuren und Details. Die Optiken des Frühwarnsystems werden von innen mit klaren Plastikteilen dargestellt. Das bringt eine Menge Realismus.
Auch die anderen Optiken wie vom Kommandanten, MUSS und der Waffenoptik sind mit klaren Plastikteilen versehen. Die Waffenoptik bleibt höhenbeweglich und kann zudem mit offener und geschlossener Abdeckung gebaut werden.
Die 30mm Kanone ist soweit gut dargestellt - man sieht von ihr außer des undetaillierten Rohres mit auffälliger V0 Messbase an der Mündung nicht viel, da das Rohr in der markanten, gelochten Stützstruktur verläuft. Ryefield hat zum Glück auch an die Kabelage von der Messbase zurück in den Turm gedacht!
Die Kanone kann höhenbeweglich eingebaut werden. Das koaxiale MG4 ist in seinem Zusatzkasten ebenfalls dargestellt und dabei kann dieser Kasten eben offen oder geschlossen gebaut werden. Das MG4 selber ist jetzt ok dargestellt, könnte besser sein ... aber wer will schon so eine mickrige Zweitbewaffnung wirklich darstellen? ;-)
Auch das Turmdach wird mit den sehr schön gemachten Gummimatten-Elementen versehen.

Die Bauanleitung umfasst 32 Bauschritte mit sauberen, großen und klaren Zeichnungen - innerhalb dieser gibt es diverse Untergliederungen mit dem Zusammensetzen von Baugruppen. Hier sollte es eigentlich keine Unklarheiten geben.
Zusätzlich werden Optionsteile deutlich gekennzeichnet.
Der sauber gedruckte Decalbogen enthält in der Hauptsache allgemeine Markierungen wie die eisernen kreuze, MLC Schild, die Warntafeln, Nummernschilder (auch ein Set frei zusammenstellbar) aber keine Einheitenmarkierungen.
In der Anleitung findet sich auch farbig gedruckte Fünfseitenansicht, die in der Hauptsache die Vorlage für den Flecktarnplan und die Aufbringung der allgemeinen Decals ist. Für eine Zuordnung zu Einheiten muss der Modellbauer dann selber tätig werden, aber das ist heutzutage ja einfach. Die Farbangaben beziehen sich auf Amig Farben


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt, wie so häufig, mit dem Bau der Unterwanne und dem Anbau des Laufwerks an diese, obwohl die Bauanleitung den Bau des Turmes als erstes vorsieht.
Das Laufwerk des Pumas stellt im Original wie im Modell eine Besonderheit dar, denn die Unterwanne an sich ist nahezu nackt - glatte, fast unstrukturierte Platten. Das liegt daran, dass das Laufwerk selber separat im Ganzen abgekoppelt ist und so an einem separaten Seitenteil sitzt, das mit den Radaufhängungen Stützrollen, Stoßdämpfern und Co ausgestattet ist. Auch Leit und Treibrad sitzen hier.
Die sechs Schwingarme pro Seite sind schnell herausgetrennt, versäubert und dank je zwei sehr exakter Passstifte und Aufnahmen schnell an die Laufwerksseite eingeklebt. Dabei sind diese absolut exakt ausgerichtet für einen glatten Stand aller Laufrollen auf ebenem Boden. Wer sein Laufwerk anpassen möchte, kann dies ohne weiteres machen, indem der hintere Sicherungsstift am Schwingarm abgetrennt wird. Damit lässt sich der Schwingarm dann beliebig im Winkel variieren.

Die Laufrollen setzen sich aus der inneren und äußeren Radhälfte zusammen und machen einen hervorragenden Eindruck, da auch von beiden Seiten einwandfrei detailliert. Das Zusammensetzen geht schnell und einfach dank Passtift.
Bevor man die beiden Laufwerksteile an die Wannenseiten klebt, sollten an der Unterwanne hinten die beiden Rückleuchtenhalterungen eingeklebt werden, da man mit angebautem Laufwerk nicht mehr beide Passstifte der Halterungen erreicht.
Danach wurden die beiden Laufwerkssegmente an die Wannenseiten geklebt. Dies ist dank dreier Passschlitze in der Wanne ganz problemlos. Dennoch sollte man achtgeben, dass die Segmente überall eben aufliegen. Die beiden Spalten zwischen Wannenboden und Unterseite der Laufwerksegmente soll da sein, aber eben gleichmäßig.
Nun kann man die Laufrollen auf die Schwingarme stecken und verkleben. Auf einer ebenen Unterlage sollte man kurz prüfen ob alle Räder gleichmäßig den Boden berühren - ansonsten kurz nachsehen wo es hakt und ggf. nachkorrigieren, bevor der Kleber
endfest ist.

Dann geht es erstmal an die Oberwanne - diese wird sauber vom Spritzling getrennt und man muss genau schauen, wo sich noch Gussnasen finden, die man noch zusätzlich abtrennen muss, wie z.B. an der Front bei den vorderen Kettenabdeckungen - diese sehen zunächst wie Teile aus, die dazugehören, müssen aber abgetrennt werden.
Optisch ist die Oberwanne ein echter Knüller mit der Darstellung der sehr feinen und realistischen Antirutschbeschichtung.
Als erstes sollte man von der Innenseite die recht vielen angedeuteten Löcher mit einem 1mm Bohrer aufbohren. Darauf passen später die Zusatzpanzerelemente, diese Gumminoppenelemente. Sollte man übrigens am besten auch gleich bei allen Anbauteilen machen, bevor man sie verbaut ohne die Löcher gebohrt zu haben (*hüstel*).
Auch sollte man jetzt schon akribisch alle Angussstellen an Ober und Unterwanne versäubern, dass nicht die kleinste Unebenheit zurückbleibt - damit tut ihr euch für später beim verheiraten von Ober- und Unterwanne selber einen Gefallen.

An der Oberwanne steht zunächst das Einkleben der Winkelspiegel an. Diese sind sehr schön und ultraklarem Plastik gemacht. Die Teile an der Fahrerluke und auch an der Kommandantenluke sitzen mit der Rückseite an einer Plastikwand - da man das gelbe Plastik durch die Winkelspiegel sieht, sollte man hier schon Farbe zur Hand nehmen und die Rückseiten bemalen - ich habe es mit schwarzem Edding gemacht, was nur so halbgut funktionierte. Zusätzlich habe ich die Dachflächen der Winkelspiegel mit einem Chromstift bemalt.
Die Kommandantenluke setzt sich aus zwei Teilen zusammen, plus zwei Winkelspiegel. Diese Luke bleibt beweglich baubar. Die umrandende Abdeckung ist einteilig und man sollte sie vor dem Einkleben einmal trocken einsetzen und schauen wie sie richtig sitzen muss. Dabei am besten auch von der Innenseite der Wanne einmal schauen, ob beide Passnasen richtig im Loch sitzen. Dann kann man die Abdeckung ordentlich verkleben. Dabei mit dem Kleber sparsam sein, dass nichts in den Gleitweg der Luke gelangt. So kann dann die Luke einfach eingesteckt werden und nach Belieben
auf und zu geschoben werden.

Am Heck werden die oberen Luken eingeklebt und mit den Details versehen, wie Scharnierteile und Verriegelungen.
Dazu wird die umlaufende Schiene angebaut - dabei aufgepasst. Das rechte Teilstück nur mit wenig Kleber fixieren, denn die beiden Füße müssen noch durch die Gummimattenpanzerung, deren Elemente ich nach der Bemalung aufbringe, damit es mit der separaten Bemalung einfacher ist. Natürlich kann man diese Elemente auch bereits jetzt, wie in der Anleitung angegeben aufkleben.
Die hinteren Schiene beherbergt auch die Rückfahrkamera, die in einem gefalteten PE Teil sitzt. Hier muss man achtgeben, dass die Plastiknippel der Schiene wirklich in die PE Löcher gesetzt werden, da die dünnere Schiene sonst verzieht. Die große Luke ist prinzipiell beweglich klappbar einzubauen - doch mangels Inneneinrichtung lasse ich sie lieber
zu.
Die drei winzigen gekrümmten Röhrchen, die man an der Heckkante anklebt, sind die Ansschlussstücke für Kabellage der Kameras und Warnsysteme - die Kabel sind leider nicht enthalten und müssen vom Modellbauer nachgearbeitet werden, wenn man denn möchte. Die Bauanleitung geht leider nicht darauf ein.
An der Wannenfront wird die Fahrerluke eingebaut - auch diese bleibt beweglich verschiebbar und wird mit sicherenden Elementen, die von aussen angeklebt werden, versehen. Auch hier wieder vorsichtig mit Kleber umgehen, dann bleibt die Luke wie gesagt beweglich. Bei dem ein oder anderen Teil muss man auf die Details achten um nach Bauanleitung zu erkennen wie herum es angebaut werden muss.
Die beiden Halterungen des Abschleppseils müssen entgegen der Anleitung um 90° gedreht angebraut werden, also die Verriegelung quer und nicht längs.

Dann kann man schon an die Zusatzseitenpanzerung gehen. Diese besteht aus mehreren großen Teilen, die zusammengesetzt werden. Hier empfiehlt sich unbedingte saubere Arbeit bei der Versäuberung der Angussmarken und trockenpassen und überprüfen ob die Teile spaltenfrei zusammen passen. Und was soll ich sagen? Ich war von der Passgenauigkeit dieser großen und langen Teile echt weggeblasen. Das passte noch besser als Arsch auf Eimer. Hut ab, Ryefield!
Dennoch sollte man unbedingt Sorgfalt und Ruhe walten lassen beim Zusammenbau dieser Teile, auch insbesondere beim Versäubern der Angüsse, denn hier kann ein übriggebliebener Plastikkrümel Passprobleme verursachen.
Auch beim Trocknen des Klebers sollte man den Sitz der Teile immer nochmal im Auge behalten und auch nicht daran herumspielen, da man Gefahr läuft dass die Teile verrutschen.


Die unteren Gitterelemente sind einteilig gespritzt - zwar mit einigen Angüssen und Gussnasen, die sauber abgetrennt und versäubert werden müssen, dann aber außergewöhnlich gut an die Seitenpanzerung passt - auch dank sinniger Verwendung von Passnasen und Ansatzstücke. Aber auch hier beim ankleben darauf achten, dass die Gitter sauber nach unten ausgerichtet und und sich auch nicht von der ein oder anderen Stelle wieder lösen.
In der Heckaussparung werden mit H6 und A10 zwei Halterungen der später dort sitzenden Gitterpanzerung angebaut, man muss schon etwas genauer schauen und die Teile trockenpassen um auszumachen wie genau diese Teile dort hingehören.
Vorsicht mit dem Ätzteile, das dort angebaut werden soll für den laut Anleitung "driving state", denn es handelt sich um die hinteren Warntafelhalter, die dort nur im Geländer verstaut werden, ansonsten werden diese wie in Bauschrit 28 und 29 an den hinteren Gittern angebracht.

Bevor man die vorderen Elemente seitlich anklebt, muss man die Treibräder einsetzen und verkleben - das ist ein wenig schade, denn hier hätte ich mir ein drehbares Rad gewünscht, das ein späteres Aufziehen der Kette wesentlich erleichtern würde.

Die Frontabdeckungen rechts und links liegen in zwei Versionen bei, die in der Bauanleitung aber nicht behandelt werden - mir scheint es, dass eine die Serien und die andere die Vorserienversion der Scheinwerfer darstellt.
Auf jeden Fall lohnt es sich diese mehrseitig gewinkelten Teile anzubringen solange die angrenzenden Seitenpanzerunselemente noch nicht komplett ausgehärtet sind, denn eventuell muss man hier noch ein wenig drücken und schieben, damit diese Elemente auch einwandfrei in allen ebenen korrekt mit den Wannenflächen abschließen. Aber keine Angst - das passt schon außergewöhnlich gut!

Die Glasabdeckung der Scheinwerfer bringe ich erst später nach dem ersten Auftrag der bronzegrünen Grundfarbe auf.
Die klaren Teile der Blinker und Begrenzungsleuchten hingegen klebe ich schon auf, ebenso wie die Schutzbügel. Die Rückspiegel lasse ich erstmal weg bis nach der Bemalung.

Die vorderen Schmutzfänger werden aus PE Teilen zusammengesetzt und mit einem Plastikstabs verstärkt. Die aufzusetzenden PE Bleche Y7 und Y9 werden wie dargestellt aufgebracht, wenn man das Fahrzeug mit den Warntafeln darstellen will - wer, wie ich, das Fahrzeug im Gelände darstellen will, muss die beiden Teile in der Mitte falten und damit das untere Teil hochklappen. Ich kann im Nachhinein nur empfehlen diese erst ganz am Schluss anzubringen, denn im Laufe des weiteren hantierens kommt man immer wieder an diese Teile und verbiegt und bricht sie ab.
Was in der Bauanleitung unterschlagen wird, sind die hinteren Schmutzfänger, die auch als PE Teile beiliegen. Zum einen würde ich diese auch erst zum Schluss nach dem Aufziehen der Ketten anbringen und zum anderen muss man sich die kleine Kante an der hinteren Wanne genau ansehen um zu erkennen, wie genau diese Bleche dort rangehören.

Dann geht es an die Heckwand und den Einbau der Luke. Hier werden an die Luke an sich diverse kleinere Anbauteile wie der Nummernschildhalter und die seitlichen Streben geklebt. Letztere setzen sich relativ aufwändig aus mehreren teils kleinen Teilen zusammen. Da muss man etwas Geduld mitbringen.
Den Innenteil der Aussparung für das Panzerglasfenster habe ich mit Edding ausgemalt, damit man später nicht auf gelbes Plastik schaut. Das klare Plastikteil habe ich schon eingeklebt, wobei es vielleicht auch sinnig wäre dies nach der Bemalung zu machen. Die beiden Gitter werden darüber auf die entsprechenden Halter geklebt. Hier genau aufpassen, dass keiner der Halter schief steht und die Gitter auch mit ihren Aussparungen richtig auf den Haltern sitzen - genau hinsehen, die Anleitung ist da nicht ganz klar.

Beim Einbau der Luke muss man sich mittels zweier Optionsteile bei der Hydraulik entscheiden, ob die Luke offen oder geschlossen angebaut wird. Da es keine Inneneinrichtung gibt, habe ich mich natürlich für die geschlossene Version entschieden. Beim Einbau muss man genau schauen, dass die Luke überall genau geschließt und die Angeln richtig in den Aussparungen sitzen.

Weiter geht es an der Heckwand - der Anbau der Leiter an der linken Seite ist etwas aufwändiger. Der Hauptteil setzt sich aus zwei Streben und den einzelnen Stufen zusammen, die man einkleben muss. Auch hier genau aufpassen, dass alles gerade ausgerichtet ist. Die beiden weiteren Elemente A27 und A31 können ausgeklappt oder zusammengefaltet angebaut werden.
Die Gitterpanzerelemente rechts und links sind relativ einfach und erstaunlich gut und problemlos anzubauen. Der Übergang zwischen den seitlichen Elementen und dem hinteren Element passt wunderbar, auch wenn hier absolut sorgfältig gearbeitet werden sollte. Die seitlichen Elemente mit dem unteren Teil der hinteren Elemente sollte man zuerst ankleben und dann erst die hinteren Elemente. Auch hier unbedingt darauf achten dass die Gitterelemente hinten wieder exakt auf den Halterungen sitzen und gerade ausgerichtet sind. Insgesamt sitzen diese Elemente an mehreren Stellen an der Wanne und miteinander an, also Augen auf, dass sie überall exakt abschließen.

Damit geht es an den Turm.
Ich beginne mit der Waffenanlage, wie in der Bauanleitung angegeben. Die beiden Hauptteile F44 und F45 werden zusammengeklebt und schließen das Rohr ein. Da mir die Befestigung dieses in der Stützkonstruktion nicht klar war, habe ich vorn erst das Abschlussstück F35 mit dem Rohr verbunden und dann an die Halterung geklebt, somit ergibt sich der Rest von allein.
Vorsicht bei Teil F27, damit man den Nippel für die Mündung F42 nicht als Anguss mit entfernt. Das Mündungsstück habe ich von der Wandstärke her von innen mit einer Reibahle etwas dünner gemacht.
Beim Zusammenbau der Teile unbedingt auf exakt gerade Ausrichtung achten!
Dann können auch die oberen und unteren Abschlussstücke an die Rohrstützkonstruktion geklebt werden - passt jedenfalls einwandfrei.

Auf das runde Turmunterteil werden die Seitenwände und eine Mittelwand eingeklebt. Dank der sehr vorbildlichen Passungen sitzen diese Teile perfekt und passen auch ohne Geschiebe spaltenlos zueinander - ich war da erst sehr skeptisch, bin aber hochgradig positiv erfreut worden.
Beim Einbau des Kastens der Waffenoptik vorn links muss man genau aufpassen dass er überall und insbesondere unten komplett gerade aufsitzt, ansonsten gibt es später ein Problem mit dem Dachelement.
Die rechte Seitenwand des Turms wird als letztes eingeklebt, nachdem man die zuvor gebaute Kanone in die runde Aufnahme der Mittelwand eingesetzt hat - erstaunlicherweise sitzt sie dort bereits in Saugschmatzpassung drin, bleibt beweglich und fällt nicht sofort heraus, sodass man die Seitenwand in aller Ruhe genau einpassen und verkleben kann. Auch hier null Passprobleme und eine wahre Freude die teile miteinander zu verkleben.
Wenn man es nicht schon zuvor gemacht hat, ist jetzt letzte Gelegenheit die klaren Plastikteile von innen in die Warnsensoren in den Wänden einzusetzen. Vorsicht, dass man sie auch wirklich komplett bis zum Anschlag einschiebt.
In das bewegliche runder Fenster der Waffenanlage wird von aussen das Abschlussstück mit Auswurffenster angeklebt - aber so vorsichtig mit Kleber, damit dieser nicht den beweglichen Teil mit dem Turm verklebt.
Der MG Kasten an der rechten Waffenseite kann offen oder geschlossen gebaut werden - die offene Version erscheint mir etwas grob und ist auch nur für Darstellungen in der Kaserne geeignet, daher habe ich mich für die geschlossene Version entschieden.

Das Kabelstück von der Mündung in das Gitterwerk der Kanonenstütze ist etwas tricky. Man sollte das PE Teil biegen, auf die Kabeldarstellung schieben und dann das PE teil mit Sekundenkleber auf seiner Markierung verkleben. Ist das fest, kann das Kabel in seine endgültige Position geschoben und verklebt werden. Vorsicht, dass man dabei die Mündung nicht in Schieflage bringt.

Die Deckplatten des Turms werden zunächst von innen mit 0,8mm Bohrer an den Markierungen aufgebohrt. Die Platten passen 1a auf die zuvor gebauten Seitenplatten. Natürlich wie immer alles ordentlich andrücken und sicherstellen, dass sich nirgendwo eine Spalte oder Verkantung bildet. Die hintere Deckplatte ließe sich beweglich bauen - hier fehlt aber leider auch entsprechendes Innenleben, sodass es sich nicht lohnt und man sie auch gleich verkleben kann.
Die Gumminoppen-Zusatzpanzerlemente lasse ich erstmal weg und bringe sie nach der Bemalung auf.
Die Abdeckscheibe der Waffenoptik vorn im Turm kann mit geschlossen oder geöffnet angebaut werden, man muss sich nur entscheiden, denn sie muss verklebt werden.


Dann geht es so langsam an den Endspurt - auf dem Dach wird die Kommandantenoptik und auf einem Dreibein darüber der MUSS Sensorkopf zusammengebaut und aufgebracht. Beide haben große Glasflächen an der Front und ich habe sie daher vorher innen mit Vallejo VA180 gunmetal blue bemalt, damit man nicht später aufs gelbe Plastik schaut.
Die untere Optik wird von einem Verschlussteil abgesdeckt, das nur oben aufgelegt und dann von dem darüber aufzubauenden Dreibein fixiert wird.
Der Sensorkopf auf dem Dreibei soll laut Anleitung verklebt werden, ist in echt aber beweglich. Daher habe ich ihn nur aufgesetzt - man muss nur aufpassen, denn er fällt leicht runter.
An der vorderen
linken Turmseite wird noch ein Element mit zwei Sensoren angeklebt - hier gibt es keine Passmarken, aber die halbrunde Aussparung passt exakt an die Turmfrontrundung, sodass sich der Sitz eigentlich recht einfach ermitteln lässt.

Zum Schluss werden noch auf beiden Seiten die Mehrzweck Wurfbecher angebracht, die sich aus zwei Halbteilen zusammensetzen und dann über obere und unteren Halter an den Turm kommen. Man muss mit den entsprechenden Teilen ein wenig am Turm schauen, wie sie wo in welche Aussparung gehören, aber es passt alles einwandfrei und lässt quasi keinen Spielraum.

Damit ist dann auch der Turmbau beendet und man kann zur Bemalung schreiten, bzw. man kann nebenbei auch schonmal die Ketten bauen.

Interessanterweise werden diese in der aktuell vorliegenden Bauanleitung gar nicht erwähnt, aber glücklicherweise erklärt sich deren Zusammenbau nahezu von allein.
Die enthaltene Bauhilfe habe ich verworfen, da die aufliegenden Glieder viel zu leicht wieder herunterfallen.
Zunächst habe ich genügend Teile (40 Kettenglieder pro Seite reichen für den sichtbaren Bereich) herausgetrennt und versäubert. Dann ein Kettengliedunterteil
C3 mit den Polstern nach unten auf den Tisch gelegt. Auf beide Seiten in die Aussparungen dann die Bolzen mit Endverbinder eingelegt (Hier unbedingt auf richtige Ausrichtung achten mit den Schrauben an den Endverbindern nach unten UND die jeweils detaillierte Seite der Endverbinder immer auf die gleiche Seite) und darauf das Kettenoberteil C4 mit zwei vorsichtigen Klebepunkten aufgelegt und fest angedrückt. es sollte kein Spalt zwischen Ober und Unterteil bleiben und beide Bolzen sollten beweglich bleiben. Auf einer Seite wird jetzt ein neues Unterteil angelegt und der Bolzen mit Endverbinder des bereits gebauten Glieds in die Aussparung und auf der anderen Seite ein neues Bolzenstück C2 entsprechend eingelegt. Wieder ein neues Oberteil mit zwei Klebepunkten auflegen, fest andrücken und diese Prozedur wiederholen bis die Kette entweder komplett ist (dann sollte sie aber schon vor dem Anbau der Seitenteile aufgezogen werden) oder etwa 40 Glieder erreicht sind, dann reicht es für den sichtbaren Bereich, wo man sie dann nach der Bemalung mittels Sekundenkleber an Leit- und Treibrad festklebt.

Nach der Bemalung werden dann endlich die Gummimattenpanzerungselemente aufgebracht. Die Elemente werden erstmal schwarz grundiert.
Dann werden sie rausgetrennt, die Angussstellen bemalt und dann auf das Modell aufgesetzt. Ich kann erstmal empfehlen, die Bohrungen in Wanne und Turm noch etwas aufzuweiten und die einzelnen Elemente einmal sicher trocken aufzulegen ob alles passt - dann erst mit Weißleim auf das Modell aufkleben.
Auf der Wanne gibt es ein, zwei größere, verwinkelte Teile, die recht knapp und eng an und um Bauteile der Wanne sitzen, sodass ich bei diesen empfehle die Passnasen abzukneifen und zu verschleifen und auch an den Seiten hier und da einmal mit der Feile rüberzugehen, damit dies perfekt aufliegt.

Ganz zum Schluss werden noch die (leider) fehlenden Details selber angefertigt und angebracht - dies sind die sichtbaren Kabel am Heck von den Anschlusstücken (die im Bausatz enthalten sind) zu den ebenfalls enthatenen Kameras, sowie den beiden Kabeln auf dem Turmdach zum Anschluss an den MUSS Sensorkopf. Dazu habe ich 0,4mm Bleidraht verwendet. Am Fuß des Sensorkopfes habe ich zwei 0,5er Löcher gebohrt. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich zwei Hülsen als Anschlussköpfe gebaut hätte, aber irgendwie fehlte die Lust. So habe ich die beiden Bleidrähte nur so eingebohrt und verlegt, ebenso am Heck, wie eben schon erwähnt.
Letzter Selbstbau ist dann noch etwas aufwändiger, denn über dem Stück Turmdach mit Waffenanlage ist in der Regel eine Schutzplane angebracht - diese ist im Bausatz nicht enthalten und wurde von mir aus etwas stärkerer Alufolie ausgeschnitten, gefaltet und mit Sekundenkleber aufgebracht.
Hier empfiehlt es sich, sich beim knicken der Falten und beim letzendlichen Anbau Zeit zu lassen, denn das ganze Ding sitzt da recht markant und durch schlechten Sitz kann das ganze Bild verschlechtert werden.

Ein letztes winziges Detail fehlt ebenfalls, die winzige Datenantenne vorn links auf dem Turm. Dazu habe ich in das Panzerungselement ein weiteres Loch gebohrt und habe dann aus einem Spritzlingsrest ein wirklich hauchdünnes Stück Antenne gezogen und oben ein Tropfen Sekundenkleber ausgehärtet um diese Verdickung darzustellen.

Natürlich brauch der Puma auch seine normale Antenne - der Bausatz bietet "nur" den Antennenfuß - ich habe diesen abgekniffen und stattdessen die Comrod Antenne LW034 von Leopardclub eingesetzt - macht einen super Eindruck!


Bemalung/Alterung

Bevor es an Bemalung und Grundierung ging, stand die Maskierung aller Klarsichtteile auf dem Programm - für die Winkelspiegel ging es recht gut mit dem 2mm Maskiertape von Gunze, das nur noch richtig abgelängt werden musste. Für die anderen Optiken habe ich mit den Masking Fluid von Abteilung 502 verwendet.
Die Bemalung erfolgte dieses Mal wieder mit der Grundierung mit Chaos Black aus der Sprühdose und ein Aufhellen der horizontalen Flächen und graduellem Verlauf an den vertikalen Flächen mittels weißer Farbe, in diesem Fall Tamiya XF-2, um ein wenig pre-shading auf das Modell zu bringen, bevor es mit den Tarnfarben losgeht.

Für diese habe ich dieses Mal als Hauptfarbe Nato grün aus dem Hause Mission Models mit der Nummer MMP-034 verwendet. Diese habe ich in mehreren dünnen Schichten aufgetragen bis die Deckung soweit gediehen ist, dass sie zusammen mit dem pre-Shading einer gute Symbiose eingegangen ist.

Übrigens sollte man nicht vergessen, die beweglichen Luken und die Schutzklappe vor der Kommandantenoptik in beide Positionen zu bewegen um die freien Bereiche auch mit Farbe zu versehen.

Nach dem Aufbringen der grünen Grundfarbe, habe ich die Scheinwerferdarstellungen vorn mit dem Chromlackstift bemalt. Darüber wurden dann die beiden Scheinwerfergläser mit den entsprechenden Aussparungen aufgeklebt und dann mit Liquid mask geschützt.

Dann geht es an die akribische Arbeit mit einem Bleistift die Konturen der Tarnflecken auf Wanne und Turm aufzuzeichnen. Auf den Oberseiten kann man es sich fast sparen, denn da kommen die Gummimatten noch drüber. Bei den Originalvorlagen finden sich interessanterweise über die Jahre seit 2016 diverse Abweichungen im Tarnplan - also sollte man sich ein Vorbild suchen. Der Tarnplan im Bausatz stimmt in groben Zügen.
Die geraden Flächen des Puma schreien förmlich danach Schablonen einzusetzen - zum jetzigen Zeitpunkt gibt es leider noch keine.

Ein wenig haarig ist es übrigens an der Heckplatte mit der Gittepanzerung, denn man kommt mit der Airbrush schlecht direkt an die Heckplatte um das Tarnmuster sauber aufzusprühen.
Die braunen Tarnflecken habe ich mit Mission Models MMP-033 NATO brown aufgebrusht, die schwarzen mit MMP-035. Die Verarbeitung und wirklich feine Pigmentierung der Farben ist wirklich eine Freude diese zu verabeiten.
Wenn die Farben getrocknet sind, habe ich die jeweiligen Flecken nochmal mit den entsprechenden aufgehellten Farben mit Highlights versehen.

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ann werden die Decals aufgebracht - am Turm die beiden eisernen Kreuze, vorn das MLC Schild (ja, es ist auch beim Original so, dass es etwas zu groß ist und über die Ränder lappt) und vorn und hinten die Nummernschilder - ich habe hier die Blankonummernschilder verwendet um mir meine Wunschnummer zusammenzustellen, die auf dem Decalbogen entsprechend bereitgestellt werden. Ist etwas tricky die Nummern gleichmäßig auf das Schild zu bekommen.
Leider bietet der Decalbogen keine taktischen Zeichen - diese habe ich mir aus dem Decalbogen DEC022 von Perfect Scale entnommen und den Puma damit dem PzGrenBtl.33 zugeordnet.

Nochmal ordentlich trocknen lassen und danach das ganze Modell mit Amig-0090 Seidenmattlack abdecken.

In der Zwischenzeit geht es an die beiden Kettenstränge.
Diese wurden zunächst auch mit Chaos Black aus der Sprühdose grundiert. Dann per Airbrush in mehreren Schichten mit AK4041 English Uniform gebrusht - diese Farbe hat sich mir eher zufällig aufgedrängt als passende Farbe für moderne Panzerketten mit leichtem Flugrost.

Die Farbe ordentlich trocknen lassen und dann die Aussenbereiche, die in der Flugrostfarbe bleiben sollen, mit Tamiya Masking Tape abkleben.
Die Innenseite der Ketten, da wo die Laufrollen das Metall blank reiben, habe ich dann mit der Stahlfarbe der "Blitz Rounds" von Uschi van der Rosten per Pinsel bemalt. Erscheint etwas hell, evtl. wäre "Dark Steel" die bessere Wahl gewesen. Das schöne an diesen Farben ist, dass sie sich nach Durchtrocknung polieren lassen.
Die Kettenpolster haben ich dann mit der Lifecolor Farbe UA734 worn rubber per Pinsel bemalt.
Hier reicht es, wenn man die Bereiche bemalt, die man dann später auch effektiv sehen kann.

D
ie Winkelspiegel werden nun von ihren Masken befreit und in einem dünnen Überzug aus transparentem grün bemalt.
Gleichzeitig geht es auch weiter an die Detailbemalung. Die Rückleuchten werden mit transparentem rot und orange bemalt. Die seitlichen Reflektoren habe ich mit Metallfarbe unterlegt und mit transparentem gelb und orange übermalt, aber ich empfehle die Reflektoren erst normal in gelb zu grundieren und dann nur dünn in transparent orange zu übermalen.
Die Radnaben haben einen Klecks in roter Farbe erhalten und die Laufrollengummis wurden mit worn rubber von Lifecolor bemalt.
Das Kanonenrohr habe ich mit einer Mischung aus schwarz glänzend und gun metal bemalt.
Die klaren Teile der Optiken am Turm habe ich mit crystal smoke von Amig bemalt. Die Zieloptiken vorn habe ich ebenfalls einmal mit crystal smoke, einmal mit dem Chromstift und einmal mit Chromstift und darüber transparent hellblau bemalt.

Zwischenzeitlich wurden die Gummimattenelemente schwarz grundiert und wie oben im Bauabschnitt beschrieben auf das Modell aufgebracht.

Nun wird als nächstes ein Filtering durchgeführt. D.h. ich habe mir verschiedene Ölfarben auf ein Stück Pappe getupft und etwas ruhen lassen, damit das Öl "ausbluten" kann. Dann werden in verschiedenen abgetrennten Flächen unterschiedliche Farbtöne mit einem Zahnstocher aufgetupft. Auch einzelne Farbflecke der Tarnung können so farblich nochmal etwas nachbehandelt werden.
In der Hauptsache geht es aber darum die Ölfarben dann mittels Pinsel und Verdünner wieder abzutragen und in die Grundfarbe zu verblenden, bis nur noch ein leichter Farbschleier übrigbleibt, der nur einen subjektiven Farbhauch zurücklässt und dem Auge dadurch ein gefälligeres und abwechslungsreicheres Aussehen verleiht. Gerade was die Variation unterschiedlicher Farbtöne an angrenzenden Flächen angeht, kann man hier einiges erreichen.

Das Ganze etwas antrocknen lassen und dann geht es schon ans washing. Die Flächen des Pumas werden zunächst mit Verdünner vorbefeuchtet und darauf das Dark Wash for NATO Tanks von AK (wahlweise auch Amig) aufgetragen. Ich habe dieses Mal ein Komplettwashing durchgeführt - dabei werden die Flächen komplett mit der washing Lösung bestrichen und danach mit dem sauberen Pinsel diese von den Flächen zu den Details hingewischt. Dabei ging es mir auch darum die Flächen insgesamt etwas abzudunkeln durch zurückbleibende, dunkle Washinglösung.
Das dunkle Washing verläuft schön in die Rillen und um die erhabenen Details und verleiht ihnen dadurch eine weitere Ebene.

Auch nach diesem Schritt ordentlich durchtrocknen lassen. Dann geht es ans trockenmalen.
Hier habe ich mit einen hellen Mintton aus Ölfarben angemischt und ein wenig auf einem Stück Pappe ruhen lassen, damit das Öl ein wenig ausbluten kann, damit man dann nur mehr Pigmente und weniger Öl am Pinsel hat.
Diesen streicht man dann ausgiebig auf einem Stück Pappe ausstreichen, bis keine Farbe mehr sichtbar ausgestrichen bleibt.
Damit streicht man dann über Ecken, Kanten und erhabene Details des Modells. Durch die höhere Reibungskraft an den erhabenen Stellen, bleiben dort die restlich verbliebenen Pigmente hängen und betonen diese Stellen mit der hellen Farbe. Das Modell und die besagten Teile und Kanten erhalten Konturen und deutlich mehr sichtbare Details. Auch der sehr feine Antirutschbelag lässt sich dadurch etwas hervorheben.

Ist diese Farbe getrocknet, kann man in den Endspurt gehen - ich habe das Modell untenherum und am Heck etwas mit hellen Pigmenten als Staubauftrag mit einem weichen Rundpinsel aufgetupft. An den hinteren Schmutzfängern und an ausgewählten Stellen habe ich zudem ein paar kleine Schlammspritzer mit Matschdarstellungslösungen von Amig aufgebracht.


Fazit

Ein grandioser Bausatz, der den aktuell modernsten (und teuersten) Schützenpanzer weltweit nahezu perfekt darstellt. Die Passgenauigkeit ist ein Traum, die Details gefallen und wenige kleine Sachen müsste man wirklich nacharbeiten um fehlende Details zu ergänzen, je nachdem wie akribisch man nachrüsten will.
Unbedingte Kaufempfehlung.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



Referenzen:

© 03/2019 Thomas Hartwig

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