Pz.Sfl.Ia - 5cm Pak 38 auf gp. Mun Schlepper VK3.02


 

Das Original

1940 wurden die Entwicklungsarbeiten für einen neuen, leichten Panzerjäger begonnen. Dieser sollte bei Luftlandetruppen und nicht-motorisierte Infanteriedivisionen zum Einsatz kommen.
Rheinmetall-Borsig wurde mit der Entwicklung beauftragt die 5cm Pak38 auf das Fahrgestell des Munitionsschleppers von Borgward zu setzen. Die Aufbaupanzerung sollte mit je zwei 4mm Panzerplatten frontal und 3mm Panzerplatten seitlich und hinten gegen SMK Beschuss sicher sein.

Die 5cm Pak sollte auf dem Fahrgestell des VK3.02 Munitionsschleppers aufgebaut werden, angetrieben von einem 2,3l Borgward Motor mit 50PS.
Damit konnte das 4,5t schwere Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 30km/h erreichen.
Die Munition für die 5cm Pak war neben dem Fahrer auf dem ehemaligen Platz des Kommandanten gelagert und vom Kampfraum durch eine Luke erreichbar.

Im Mai 1941 war der Bedarf für dieses Fahrzeug mit 3000 Stück angegeben. Geplant war der Produktionsbeginn 1943 mit einem Ausstoß von 100 Stück ab April 1944.

Bis Juli 1942 wurden 2 Muster produziert und zur Truppenerprobung vermutlich zur 19.Panzerdivision geschickt.

Der Bausatz

Im Karton finden wir 4 Spritzlinge, die Wanne und einen Decalbogen beinhaltet.

Die Gussqualität der Teile ist wie mittlerweile gewohnt sehr gut mit sehr feinen und scharfen Details - das gefällt!

Den Großteil der Teile kennt man bereits vom Bausatz 35016, hauptsächlich Wanne und Laufwerk. Erfreulicherweise hat man die die Wanne quasi in einem Stück gemacht, bei der nur noch der Unterboden und die Heckwand einzusetzen ist, das wirklich hervorragend ist, denn das spart zum einen Zeit und zum anderen ist so eine verzugsfreie Wanne garantiert - auch für Modellbauanfänger. Die bereits aufgeprägten Details sind sehr schön und scharf! Insbesondere Schweißnähte und Nietenköpfe sind hier ganz besonders positiv zu erwähnen.

Das Laufwerk wird mit einzelnen kleinen Schwingarmen versehen, wo ich allerdings durch die winzigen Passnippel Probleme sehe diese wirklich akkurat und eindeutig ausgerichtet einzukleben. Die Speichenräder, wie auch Treib- und Leiträder setzen sich aus zwei Teilen zusammen und machen einen hervorragenden Eindruck.
Die Kette besteht aus vier Segmentsträngen und Einzelgliedern die sehr scharf und detailliert gespritzt sind. Die Details der Glieder sind sehr fein und sauber dargestellt und gespritzt.

Die vorderen Kettenbleche liegen einzeln bei und machen einen guten Eindruck, müssen aber noch für die Anbringung von Ausrüstung mit kleinen Löchern aufgebohrt werden.
Der Fahrerbereich, der neben sich die Munitionslagerung beherbergt, ist nur geschlossen dargestellt und durch die neue Dachplatte für die Pak musste eine neue Zugangsklappe her, die hier in der linken Seitenwand als schön gestaltete Zugangstür gestaltet ist - leider nur im geschlossenen Zustand. Da aber der Fahrer/Munitionsbereich im Inneren eh nicht dargestellt ist, macht die geschlossene Tür auch absolut Sinn. Die Fahrerfrontplatte ist korrekterweise nur mit Sichtklappe für den Fahrer versehen und auf der Beifahrerseite zugeschweißt dargestellt.
Der hintere Aufbau, also der Kampfraum wird aus wenigen Teilen zusammengebaut. Diese Teile sind sauber und auch schön detailliert - sogar Zubehör wie Trinkflaschen, Gasmaskenbehälter, Stielhandgranaten, Sitze mit schöner Polsterung für den Innenraum und ein Feuerlöscher am Heck sind enthalten.
Der Heckstützsporn ist sowohl hochgeklappt für die Fahrt als auch runtergefahren in Feuerstellung aus wenigen Teilen anbaubar.

Die 5cm PaK ist ganz neu und setzt sich aus angenehm wenigen Teilen, die sinnig und gut detailliert sind. Das Rohr aus Plastik ist einteilig gespritzt, was sehr von Vorteil ist. Besonders schön ist die einteilige Mündungsbremse, die wirklich hervorragend gestaltet ist.
Die Pak bleibt in der Höhe beweglich - eine Seitenrichtung scheint nicht möglich zu sein.
Das markante Schutzschild besteht aus drei Teilen und weist sehr schöne Nietendetails auf.

Die Bauanleitung im typischen Das Werk Stil besteht aus insgesamt 14 sehr übersichtlichen Bauabschritten, was einen relativ schnellen und problemlosen Bau verspricht. Die Zeichnungen sind sauber und detailliert.
Es liegt ein sauber gedruckter Decalbogen bei, der hauptsächlich vier Sorten Balkenkreuze und zwei Varianten Nummer "2" beinhaltet und einen Kosenamen "Mücke" - zusammen mit den vier farbig gedruckten Farbprofilen am Ende der Bauanleitung lassen sich folgende Fahrzeuge darstellen:

  • unbekannte Einheit in Zweifarbtarn dunkelgelb mit kleinen schokobraunen Punkten
  • unbekannte Einheit in dunkelgelb mit Wintertarn
  • unbekannte Einheit in einfarbig dunkelgrau
  • unbekannte Einheit, "Mücke" in Dreifarbtarnung dunkelgelb, olivgrün, schokobraun


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt, wie so häufig, mit dem Bau der Unterwanne und dem Anbau des Laufwerks an diese. Die Wanne an sich ist einteilig gespritzt, man muss hier ungewöhnlicherweise nur die Bodenplatte und Heckplatte einkleben. Obenrum muss die linke Seitenwand mit Zugangstür (die leider angegossen und nicht offen darstellbar ist) zusammen mit der Fahrerfrontplatte, Heckplatte und Deckplatte verklebt werden. Hier muss man genau aufpassen diese exakt zueinander auszurichten, damit an den Kanten keine Spalten und Lücken entstehen. Die Art der Teile erleichtert den Zusammenbau allerdings - aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Beim Anbau des Laufwerks muss man etwas vorsichtig sein, denn die kleinen Schwingarme haben auch recht winzige Passnasen zum einkleben in die Aufnahmen in der Wanne und das ist insofern problematisch als dass sie dadurch Spiel in allen Richtungen haben. Die exakte Ausrichtung ist hier aber schon wirklich wichtig, damit die Laufrollen dann auch alle
am Boden sind und auch in einer Flucht. Ich habe daher erstmal die Laufrollen aus den jeweiligen zwei Teilen sorgsam zusammengesetzt und dann mit den Schwingarmen verklebt. Sobald der Kleber dann einigermaßen fest ist, klebe ich die Laufrollen/Schwingarm-Einheiten an die Wanne. Dabei nur aufpassen, dass man in die richtige Richtung arbeitet, damit man nicht mit einer Laufrolle die Aufnahme für den nächsten Schwingarm blockiert.
Ganz wichtig ist auch, dass man die Treibräder erstmal nur aufsteckt oder erstmal ganz weglässt - Hauptsache nicht verkleben.

Bevor man die vorderen Kettenbleche anklebt, müssen hier Löcher von unten aufgebohrt werden und natürlich beim einkleben darauf achten, dass diese exakt anliegen und auch horizontal ausgerichtet sind. Glücklicherweise hilft die Art der Bauteile hier gut die Ausrichtung einzuhalten.

Als nächstes geht es dann an den Bau des hinteren Aufbaus.
Hier müssen streng nach rechts und links getrennt die Seiten und Heckteile aus mehreren Bauteilen zusammengebaut werden. Diese müssen dann auf die Wanne geklebt werden. Hier ist wichtig, dass sie mit etwas Druck in die Passungen gedrückt werden und mit den Heckblechen und im vorderen Bereich am Übergang zur Dachplatte ganz genau ausgerichtet werden - gerade vorn sollte man diese sorgsam anpressen und ausrichten,
denn mit den nachfolgend aufzusetzenden Blechen D32 und D33 müssen diese genau mit der vorderen Dachplatte abschließen, damit später die vorderen Geschützbleche bündig aufsitzen ohne Kanten und Spalten.
Die dünnen Stangen D5 und D6 müssen ganz vorsichtig behandelt werden, dass sie beim heraustrennen und versäubern nicht zerbrochen werden und auch das Ankleben sollte ganz akkurat erfolgen. An diesen setzen dann die Seitenteile der Geschützschilde an und sollten damit bündig passend geklebt werden.
An dieser Stelle (falls jemand Muße zum Scratchbau hat) sei schonmal vermerkt, dass die kleinen Kästchen, die auf den Stangenteilen
sitzen im Original auf den Stangen beweglich liefen und damit die Seitenteile, die mit Scharnieren am vorderen Geschützschild befestigt waren entsprechen nach vorn und hinten verschieben. So wie die Bauteile sind, wird die Kanone fest direkt nach vorn gerichtet eingebaut und nicht seitlich beweglich sein - wer einen anderen Winkel haben möchte, muss da in die Trickkiste greifen und diese Boxen auf den Stangen entfernen und versetzen. Wer es sogar schafft das Ganze am Ende beweglich zu halten, hat dann meinen höchsten Respekt.

Ebenfalls nicht beweglich, aber in einer von zwei Position baubar ist der am Heck angebrachte Stützstempel, der das kleine Fahrzeug bei der Schussabgabe stablilisieren sollte. Diesen kann man entweder in der oberen Stauposition oder in der unteren Stützposition anbauen. Das autistische Modellbauerauge mag zunächst irritiert sein, dass die Haltestange nicht gerade in den Kampfraum hochführt, sondern schräg seitlich versetzt. Das hat aber schon so seine Richtigkeit.


Dann geht es auch schon schnellen Schrittes an den Bau der 5cm Pak. Die Anzahl der Einzelteile ist zum Glück human. Positiv gestimmt hat mich hier auf jeden Fall das einteilige Plastikrohr mit ebenfalls einteiliger Mündungsbremse, die einzeln aufgeklebt werden muss. Hier sollte man sicherstellen, dass diese auch exakt ausgereichtet verklebt wird und nicht einen Knick hat.
Die Lafette baut sich auch aus relativ wenigen Teilen zusammen und hält das Kanonenrohr zumindest in der Höhe beweglich. Beim einkleben des Zielfernrohrs muss man ein wenig vorsichtig sein, denn auch dies kann beweglich mit der Kanone gekoppelt eingebaut werden, wenn man mit dem Kleber etwas vorsichtig ist.

Das Geschützschild ist erfreulicherweise sehr modellbauerfreundlich einteilig und wird nur mit den beiden Seitenteilen ergänzt. Wie gesagt so ist es leider seitlich mit der Kanone fixiert und man müsste schon einiges anstellen um Schild und Kanone seitlich beweglich zu machen, oder zumindest in einer anderen Seitenrichtung zu verkleben. Im Innenteil des Schilds werden noch ein paar persönliche Ausrüstungsgegenstände in die entsprechenden Stellen geklebt und dann kann man das Ganze zusammen mit der Kanone auf das Fahrzeug bringen.
D
as Schild wird über das Kanonenrohr geführt und dann die Kanone in die Halterung in der Wanne gesteckt und das Geschützschild vorn und an den Seitenwänden verklebt. Hier nochmal schauen, dass nix schief steht und den Kleber ordentlich durchtrocknen lassen. Das Einführen von Kanone und Schild auf die Wanne ist ein bisschen fummelig, wenn man das Schild bereits mit den Streben an die Kanone fest verklebt hat, also entweder erst nach dem Einstecken verkleben oder etwas mehr Geduld und Fingerspitzengefühl.

Last but not least stehen noch die Ketten auf dem Programm. Diese mache ich aber erst nach der Bemalung des Fahrzeugs fertig!
Glücklicherweise hat Das Werk hier auf Segmentketten gesetzt, die gerade bei diesen kleinen Ketten es ermöglichen diese zu einem geraden Strang zu bauen, ohne irre zu werden. Die beiden langen Segmente oben und unten nehmen einem schon eine Menge Arbeit ab.

Wie gehe ich vor? Erstmal alle Segmente und Einzelglieder heraustrennen und versäubern. Bei den Einzelgliedern unbedingt aufpassen, die sind sehr knapp und man sollte tunlichst keines verlieren oder beschädigen. Die Zahl der einzelnen Glieder vor und nach den Segmenten für die Umläufe sind in der Anleitung aufgeführt und an dies Zahlen kann man sich auch halten. Ich verklebe angefangen vom unteren Segment die entsprechenden Mengen Einzelglieder, dann das obere Segment und dann die restlichen Einzelglieder. Diesen Strang eben schnell grundieren und mit dunkler Metallfarbe bemalen und dann auf das Laufwerk ziehen, solange der Kleber die Einzelglieder noch biegsam hält.

Dabei nehme ich das Treibrad ab, biege die vorderen Einzelglieder fest drumherum, dass die wirklich anliegen und stecke dann Treibrad und Kette auf das Laufwerk, biege die hinten Glieder dann um das Leitrad und verbinde diese dann mit dem Anfangsstück der Kette. Während dann der Kleber anzieht, sollte man die Kette immer wieder bezüglich ihres Laufs überprüfen, damit es realistisch wirkt. Vor allem muss man aufpassen, dass zwischen Segment und Einzelgliedern kein unrealistischer scharfer Knick entsteht.

Um die Größe des Fahrzeugs besser darzustellen, lohnt sich die Einbindung einer Figur. Ich habe hier die Figur #FI35-002 von Panzerart verwendet - die macht sich wirklich gut, wirkt sehr realistisch und passt mit der Pose und der Höhe des aufgelegten Arms hervorragend an die Seite des Fahrzeugs. Die Details der Figur sind wirklich exzellent dargestellt und vereinfachen einem die Bemalung durch die klaren und gut abgegrenzten Details. Gerade die Darstellung von Gesicht und den weiteren Kopfdetails wie z.B. der Haare ist hervorragend.
Überhaupt hat sich Panzerart zu einem veritablen Produzenten hochklassiger Figuren zum kleinen Preis gemausert. Wer da was passendes für sein Modell sucht, wird sicher fündig und dazu zu einem wirklich guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte dieses Mal wie gewohnt, indem zunächst die Sprühgrundierung von Games Workshop in schwarz aufgesprüht wurde. Diese ergibt eine sehr schöne und sehr gut haftenden Oberfläche und färbt auch PE Teile zuverlässig.
Darüber wurde dann mit
weißer Farbe (Tamiya XF-2) per Airbrush ein pre-Shading aufgebracht Dabei wurden horizontale Fläche deutlich heller gemacht, als schräge und vertikale. Bei den vertikalen habe ich einen Verlauf gesprüht, also oben heller als unten
Die Unterwanne am Laufwerk habe ich schwarz belassen.

Dann wird die Grundfarbe aufgesprüht - ich habe dafür Amig 0010 dunkelgelb genutzt und damit den ganzen Panzer per Airbrush besprüht.

Das Tarnmuster habe ich an die Vorlage aus der Anleitung angelehnt aber tatsächlich sind es dann doch mehr oder weniger regelmäßige Streifen geworden.
Ich habe also im nächsten Schritt die grünen Streifen per Airbrush aufgebracht und dafür zunächst Amig 0002 Olivgrün genutzt, dem ich einen Klecks reines grün hinzugemischt habe.

Auch das angedachte Amig 0015 "schokobraun" habe ich noch mit einem Klecks rot vermischt und dann entsprechend per Airbrush aufgetragen.

Und wie das immer so ist, wenn man so ein Tarnmuster mit knapper Zeit mal eben so aufbrushen will, zickt die Airbrush rum. Ich hatte gerade beim braun damit zu kämpfen, dass die Airbrush ausserhalb des Sprühstrahls Farbe aufsprenkelte. Fällt auch wirklich nur auf, wenn man recht nah rangeht und so habe ich es erst nach der Fertigstellung bemerkt. Wie gesagt - wenig Zeit heißt dann für mich: "Leben in der Lage" und es irgendwie retten.

Sobald die Farben trocken sind, habe ich die Flächen auf denen Decals aufgebracht werden mit Seidenmattlack per Airbrush behandelt.

Wenn der Lack trocken ist, kann man die Flächen mit Decal-Set behandeln und die Decals aufschieben Ich habe hier zusätzlich zum Balkenkreuz auch die Zahl "2" auf den seitlichen Geschützschilden und an der linken Heckplatte aufgebracht. Durch das Decal Set kann man das silbern des Trägerfilms etwas minimieren. Man muss allerdings auch vorsichtig und fix sein, das Decal auszurichten. Während das Decal Set wirkt, kann man die Decals mit Wattestäbchen vorsichtig andrücken und eingeschlossene Luft ausstreichen.
Die Decals dann nochmal mit Decal Set befeuchten (und die umliegende Fläche um Ränder zu vermeiden) und schön durchtrocknen lassen.
Zusätzlich zur Auflockerung habe ich Einheitenabzeichen als Trockenreibebilder von Archer verwendet. Diese werden auf die passende Stelle gedrückt und halten durch leichte Adhäsion bereits recht gut. Dennoch tut man gut daran dieses gut zu fixieren, wenn man es mit dem Bleistift aufreibt.
Der Vorteil der Trockenreibedecals ist, dass diese keinen störenden Trägerfilm haben.

Das ganze Fahrzeug danach mit Seidenmattlack versiegeln und trocknen lassen.

Als erstes werden dann wieder die Details bemalt - eine Gummifarbe aus dem Sortiment von Amig (und auch Lifecolor hat hier schöne Gummifarben) für die Laufrollengummis, der Auspufftopf mit einer dunklen Metallfarbe grundiert und auf die feuchte Farbe Rostpigmente (alter und auch frischer Rost) per Pinsel aufgetupft. Wichtig ist hier wirklich dass man tupft und nicht reibt, wodurch sich eine schöne raue Fläche ergibt.
Die Metallteile der Werkzeuge werden mit Dark Steel bemalt, die Holzteile hingegen mit einem hellen ockerton grundiert und dann streifig mit verschiedenen braunen Ölfarben nachbehandelt. Holzbemalung ist eine Wissenschaft für sich.
Die Kette wurde, wie im Bauabschnitt schon angerissen mit Games Workshop schwarz grundiert und dann auf der Innenseite mit Stahlfarbe bemalt und auf der Aussenseite mit Track color von Amig bemalt. Mit Rostpigmenten wird die Aussenseite abgetupft und die Gummipolster mit dunkler Gummifarbe bemalt.

Dann geht es als nächstes an das Chipping, also die Darstellung von abgeriebener und abgeplatzter Farbe. Ich habe mir dazu ein kleines Stück Schaumstoff ausgerissen und tupfe im ersten Schritt an den entsprechenden Stellen ganz hellgelbe Farbe auf. Im zweiten Schritt mache ich das gleiche mit der Chipping Farbe von Amig, einem schönen, sehr realistisch wirkenden Farbton, der tiefere Farbabplatzer darstellt. Damit tupfe ich mit dem Schaumstoff vorsichtig die zuvor hellgelb betupften Flächen ab, wodurch sich mit etwas Geduld und Spucke dunkle Farbchips mit hellen Rändern ergeben ... natürlich nicht perfekt, aber für den ersten Eindruck reichts.
Das Schwierigste ist hier eigentlich zu bestimmer wo wieviel Farbabplatzer realistisch aussehen und aufzubringen sind. An den Wannenseiten und Schürzen kann man dies auch in Form von langgezogenen Kratzern machen vorm durchfahren von Wäldern und Gebüschen. Hierzu nutzt man einen Zahnstocher oder sehr feinen Pinsel.

Als nächstes folgt das Filtering - hier habe ich mit verschiedenen Ölfarben kleine Punkte auf das Modell getupft, wobei angrenzende Flächen mit unterschiedlichen Farbkombinationen versehen werden. 
Der Clou dabei ist, dass dann mit einem weichen Rundpinsel und Verdünnung diese Ölfarben auf dem Modell verblendet und soweit wieder abgetragen werden, dass nur ein Hauch von Farbschleier zurückbleibt, der unterschwellig die Flächen in leicht anderen Farbnuancen erscheinen lässt und so für das Auge interessanter gestaltet.
Hier hat man auch gezielt Möglichkeiten Farben etwas nachzubearbeiten und die Gesamtwirkung abzumildern und die Farben zueineinander anzugleichen. Hauptintention ist aber auch Flächen voneinender besser abzuheben und abzugrenzen.
Dieser Vorgang sollte dann auch locker 24 Stunden trocknen gelassen werden, bevor es weitergeht.

I
m nächsten Schritt geht es dann ans Streaking - hier werden die vertikalen Flächen mit Ölfarben behandelt um Laufspuren einzuarbeiten. Dabei malt man dunkle und helle Streifen vertikal auf Flächen und verblendet diese mit einem sauberen Flachpinsel und Verdünner mit Pinselbewegungen von oben nach unten, sodass die Striche nach unten dünner werdend auslaufen. Dies kann man auch mit Rosttönen so machen, wenn man Rostflecken simulieren will. Hier liegt der Clou in der Variation und der unterschwelligen Wirkung. Diese Streifen sollten nicht so markant sein, dass sie sofort deutlich ins Auge stechen.
Ich empfehle nach diesem Schritt 24 Stunden Trocknungszeit.

Es folgt das washing - das bedeutet, dass mit einer verdünnten, dunklen Farbe diese in vertiefungen und an erhabene Details getupft wird, damit sich dort die dunkle Farbe sammelt und diese mit dem dunkle Ton betont und damit einer Hervorhebung der Details bewirkt. Gerade an den Schweißnähten wirkt dieser Wash wirklich ganz ausgezeichnet und bringt die Strukturen besser zur Geltung. Ich habe mich hier für einen dunkeln, nahezu schwarzen wash von Amig (Nr.1008) entschieden.
Und wieder empfehle ich hier 24 Stunden Trocknungszeit.

Danach geht es dann ans Trockenmalen.
Hier mische ich mir eine hellgelbe Ölfarbe an. Diese lasse ich ein paar Stunden auf einem Stück Pappe ruhen, damit das Öl aus der Farbe herausgezogen wird. Die so etwas entölte Farbe nehme ich auf einen Flachpinsel, streiche diesen auf einem weiteren Stück Pappe aus, bis keine Farbe mehr sichtbar abgegeben wird. Damit streiche ich dann über Kanten und erhabene Details. Durch die erhöhte Belastung an den Kanten bleiben die letzten im Pinsel verbliebenen Farbpigmente dort hängen und betonen diese mit einem hellen Farbton. Dadurch treten Details hervor und Kanten werden deutlicher sichtbar und geben für das Auge deutlichere Konturen ab.


Ganz zum Abschluss tupfe ich helle Staubpigmente in den Laufwerksbereich und der Heckwanne - dezent und nicht zu viel.

Nach Abschluss dieses Arbeitsschritts ist damit auch die Bemalung und Alterung beendet



Fazit

Ein schnuckeliger kleiner Bausatz, der Spaß macht und ein aussergewöhnliches Fahrzeug in 1:35 ermöglicht. Die Qualität gefällt, die Teile sind nicht unnötig kompliziert aufgebaut und auch die Auswahl an Markierungsmöglichkeiten ist ganz nett und gelungen. Gerade mit einer (oder mehreren) Figur macht man die Winzigkeit dieses Fahrzeug noch deutlicher

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


© 06/2021 Thomas Hartwig

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