Leyland Retriever, 3t 6x4 LKW, Beutefahrzeug


 

Das Original

Der Leyland Retriever war einer der mittleren Lkw der für die britischen Streitkräfte vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt worden war. Mit einer Nutzlast von drei Tonnen, war das von Leyland Motors produzierte Fahrzeug ein mittlerer Lkw. Nachdem bei Beginn des Krieges keine geländetauglichen, zweiachsigen Lkw zur Verfügung standen wurden bis 1945 vom Retriever 6542 Stück produziert.

Die ersten Modelle hatten eine offene Kabine mit Planenverdeck. Spätere Versionen erhielten eine Windschutzscheibe und Metalltüren, was für Fahrzeuge dieser Typenklasse nicht immer üblich war.

Der Retriever wurde von einem wassergekühlten 5895-cm³-Leyland-Vierzylinder-Benzinmotor mit 73PS Leistung angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgte mittels Viergang-Untersetzungsgetriebe. Der Tank hatte ein Fassungsvermögen von 141 Litern. Das Reserverad wurde zwischen der Kabine und der Ladefläche montiert.

Der Retriever war 6,90m lang, 2,30m breit und 3,50m hoch.

(Quelle: Wikipedia)

Der Bausatz

Im großen Bausatzkarton finden wir 9 Spritzlinge aus grauem Styrol, ein kleiner durchsichtiger Spritzlinge, 7 Vinylreifen, eine kleine PE Platine und ein kleiner Decalbogen.

Die Details der Spritzgussteile sind gestochen scharf und mit durchaus schönen Details versehen.

Die Basis besteht aus einem Leiterchassis, mit Querträgern der Vorderradaufhängung und dem Befestigungspunkt für die angetriebene Doppelhinterachse.
Daran bauen sich ein vollständiger und schön detaillierter Motor mit Getriebe und Zubehör an.
Die Hinterachsen und auch die Vorderachse sind an großen Blattfedern montiert. Die Reifen sind aus Vinyl und mit recht schönem Profil versehen und mit Spritzgussfelgen vervollständigt.

Das Fahrerhaus setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Die Windschutzscheiben liegen als klare Plastikteile bei. Der Fahrerplatz mit Instrumentengehäuse ist auf der rechten (richtigen) Seite angebracht. Das fein geformte Lenkrad (mit Griffnoppen) macht einen guten Eindruck.
Der Motorkühler an der Front sieht sehr fein aus und wird durch ein sehr schönes PE Gitter abgeschlossen und zusätzlich die Namensschilder "Leyland" und "Retriever" ergänzt.

Die Kotflügel für den Unterboden des Fahrerhauses sind sehr fein und sauber geformt.

Der Pritschenaufbau ist die Version mit niedrigen Seitenwänden, Sitzbänken und einer Ladeklappe am Heck. Die Darstellung der Bretterstruktur ist ok, allerdings ohne die Darstellung der Holzmaserung, sondern alles ist glatt. Dafür ist die Darstellung von Bolzen, Verstrebungen und Halterungen sehr schön dargestellt.

Sehr schön ist die Darstellung des Planenverdecks für das Fahrerhaus, obwohl aus mehreren Teilen zusammenzusetzen. Besonders erfreulich ist, dass für die Ladefläche sowohl die einzelnen Verdeckspriegel beiliegen als auch die geschlossene Plane, die aus 4 Teilen zusammenzubauen ist. Die Darstellung mit Falten ist sehr schön, allerdings muss man eben sehen, dass die Spalten der Einzelteile unsichtbar gemacht werden müssen.

Die Anleitung zeigt in weit über 100 Bauschritten und klaren Zeichnungen den Bau des Modells. Am Ende werden zwei Farbprofile gezeigt zur Markierung und Bemalung. Eines der britischen Armee in den 1940ern in grün und eines aus dem Lend/Lease im Winter 1942.


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt mit dem Bau des Leiterrahmens - normalerweise bei LKW Bausätzen ein ziemlicher Horror, da meist viele Querstreben und Anbauteile anzubauen sind und der Rahmen am Ende irgendwie immer etwas verwunden ist.
Nicht hier! Der Bau der einzelnen Holme gestaltet sich recht angenehm mit dem Anbau der vorderen Blattfedern, der Vervollständigung der hinteren Achsaufnahme und nur einer handvoll Querstreben, die alle sehr exakt in ihren Aussparungen in den Holmen passen. Natürlich sollte man nach dem Zusammenbau die Ausrichtung der beiden Holme zueinander überprüfen, aber bei mir passte es von Anhieb wie Ar*** auf Eimer.

Den Motor habe ich nur in den Hauptteilen zusammengebaut, da man später davon absolut nichts mehr sehen kann, wenn man nicht die Abdeckung im Kabineninneren offen lässt, aber das hatte ich nicht vor.

Stattdessen ging es mit dem Bau des Getriebes weiter, das sich an den Motor anschließt und das ganze Konstrukt kann man dann in den Rahmen einkleben - auch hier erfreuen eindeutige und "sichere" Passmarken den exakten Einbau ohne Gewalt und mit genauer Passung.
Der Auspufftopf setzt sich aus zwei Halbteilen zusammen und beim Einbau in Baustufe 29 darf man sich nicht verwirren lassen, denn hier hat ICM den Pfeil für die Abgasleitung zwischen Motor und Auspufftopf auf die falsche Seite gezeichnet - so wie in der Zeichnung kann es nicht funktionieren - der Verlauf ergibt sich aber eh fast von allein, beim Ansetzen des Auspufftopfes an seine Markierungen im Rahmen.

Dann geht es schon an den Bau der Hinterachsen ... hier werden die Achsen zunächst aus mehreren Teilen zusammengebaut, was problemlos geht, nur beim Anbau beider Hinterachsen auf die beiden Blattfedern, die man im Idealfall auch erst direkt vorher einklebt, damit man die noch eben ausrichten kann, muss man achtgeben, dass man die Ausrichtung "vorn/hinten" an den Achsen beachtet. Auf jeden Fall beide Achsen ordentlich auf die Kontaktflächen an den Blattfedern andrücken und dann prüfen, dass sie eben zueinander ausgerichtet sind.

Die vier Radaufnahmen D8 habe ich dann auch schonmal angeklebt - wer die Räder aus dem Bausatz nimmt, kann diese auch mit den Felgen und D8 zusammenbauen und beiseitelegen bis die Vorderachse gebaut ist.
Die steht auch bei mir als nächstes auf dem Programm. Diese ist recht einfach konstruiert und lässt sich gut und einfach bauen. Vor allem hat man die Möglichkeit ohne weiteres einen Lenkeinschlag darzustellen, was bei Radfahrzeugen immer eine schöne Dynamik ergibt. Erfreulicherweise liegen dem Bausatz Optionsteile dafür bei!
Ist die Vorderachse ordentlich auf die Blattferderpakete geklebt und die Radaufnahmen angeklebt, kann man das Modell schonmal auf eine ebene Fläche stellen und prüfen ob alle 6 Radaufnahmen am Boden stehen.
Wer die Reifen aus dem Bausatz nutzt, kann natürlich diese zusammenbauen und auf die Achsen aufstecken und verkleben und damit den eben Stand überprüfen.
Ich habe mich dazu entschlossen das Radset an 3D gedruckten Rädern mit abgeflachter Basis von FC Model Trend (#35972) zu nutzen, da diese von der Optik eine wesentliche Verbesserung darstellen.
Dafür muss man die Räder allerdings auch erstmal aus ihrem 3D Druckrahmen auslösen und entsprechend versäubern.
Der Anbau ans Modell ist kein Hexenwerk, aber auch nicht so einfach wie erhofft.
Man muss hier an den Reifen auf der Innenseite den mittleren "Gnubbel" abtragen und beim Modell die durchstehenden Achsenden abkneifen. Nur so können die Räder dann glatt auf dem Anbauteil von ICM sitzen. Aber es gibt nun keine Führung mehr und man muss beim Ankleben der Räder Sekundenkleber nutzen, der nur wenig Zeit lässt sie exakt zu platzieren. Die Problematik besteht dabei dann darin die Räder exakt rundum abschließend auf dem Radträger zu kleben, ohne dass es dabei verkantet oder schief steht UND darüberhinaus müssen die Räder natürlich so genau gedreht aufgeklebt werden, dass die abgeflachte Seite genau passend unten ist. Hier braucht es wahrlich genaues Augenmaß, denn man hat nur sehr kurze Zeit bis der Kleber fest ist. Wer kann stellt das Fahrgestell auf kleine Böcke, dass es auf exakter Höhe für die Reifen steht und man sich so auf die Ausrichtung des abgeflachten Bereichs konzentrieren kann.
Hat man das aber hinbekommen verwöhnt der Anblick dieser belasteten Reifen das modellbauerische Auge.

Der Bau des Ersatzrads auf dem Halterungsgestell ist aufwändiger als erwartet, zumal es sehr filigrane Teile sind, die nur mit kleinen Kontaktstellen verbunden werden. Das Resinrad einzupassen ist nicht ganz einfach, aber machbar. Am Ende muss man schauen, dass das Rad senkrecht in der Halterung steht. Dann kann man diese auf dem Fahrgestellrahmen aufkleben und auch hier nochmal ein waches Auge drübersehen lassen, dass alle 4 Kontaktstellen sauber aufsitzen.

Als nächstes geht es an den Bau der Fahrerkabine. Es beginnt mit der Frontplatte an die diverse Kleinteile angeklebt werden. Den Einbau der Scheiben verschiebe ich auf einen Zeitpunkt nach der Bemalung.
Im Inneren wird zunächst der Fahrerplatz gestaltet mit dem Armaturenbrett, Hebel und Pedale an der separaten Bodenplatte.
Die beiden aufgerollten Türvorhänge sind einteilige Plastikteile - hier hätte ich mir in der Tat auch eine Version mit "geschlossenen" Türen gewünscht.

Die mittlere Motorabdeckung ist dreiteilig und würde damit theoretisch einen offenen Motorraum erlauben.
Beim Einbau der beiden Sitzkisten für Fahrer und Beifahrer muss man auf die Ausrichtung der Sitzteile A25 achten und dass diese Sitze insgesamt dann genau und weit genug in die Verwinkelung der Bodenplatte eingedrückt wird und gerade sitzt.

Beim Einbau der Rückwand sollte man diese ganz genau an den Passmarken der Sitze und der Motorabdeckung ausrichten und andrücken. Im Idealfall baut man direkt die Seitenteile A17 und A23 an um die Ausrichtung zu sichern . auch hier aufpassen, dass an keiner Seite Spalten oder Verzug an den Teilen entstehen.

Ich habe (auch zur Unterstreichung der Beutveversion) noch einen Wehrmachtssoldaten an das Steuer gesetzt. Ich habe dazu eine sitzende Figur, die mir netterweise Sven vermacht hat, noch ein wenig mit Arm und Beinhaltung korrigiert und damit passend für diesen Fahrerplatz.

Die beiden Kotflügel können nun von unten an den Boden der Kabine angeklebt - hier sollte man erstmal trocken anpassen, da der exakte Ansatz mit Anfang und Ende nicht sofort aus der Zeichnung ersichtlich wird. Hier sollte man ganz sicher sein, dass diese jeweils in der korrekten Position sitzen, bevor man sie verklebt.
Sind diese fest, kann man die Kabine auf das Fahrgestell kleben. Hier ist es natürlich unendlich wichtig, dass es an allen Kontaktstellen exakt aufliegt damit die Kabine am Ende nicht verkantet oder schief auf dem Fahrgestell sitzt - sowas sieht immer komisch aus.
Auf jeden Fall sollte man, während der Kleber trocknet alle Kontaktstellen nochmal nachdrücken, dass sie fest anliegen. Zum Glück hat man durch den offenen Kühler noch gut Einsicht.

Ist das Fahrerhaus fix und gerade aufgeklebt, kann man dann den Kühler vorne einsetzen - dazu wird der Kühler aus zwei Plastikteilen zusammengesetzt und vorn durch ein wunderschönes PE Gitte abgeschlossen. Ebenfalls sehr schön sind die beiden PE Teile mit dem eingeätzten Schriftzügen "LEYLAND" und "RETRIEVER" ... sehr fein und gelungen.

Das Auspuff Endstück C2 ist leider am Ende geschlossen dargestellt - ich habe es ein wenig aufgebohrt, um die Optik etwas aufzuwerten.


Der Tank ist mehrteilig und man sollte die mittleren Spalten möglichst unsichtbar verschleifen. Die beiden Halterungen sollte man fest genug eindrücken, damit der Tank dann senkrecht hinter dem Fahrerhaus eingesetzt und verklebt werden kann.

Der Bau der Pritsche ist recht angenehm. Seitenteile und Frontplatte werden an die Bodenplatte geklebt und passen mit den Aussparungen, Nuten und Federn exakt ineinander. Dennoch sollte auf ebener Platte die Ausrichtung der Teile überprüft werden. Die beiden Sitzbänke halten noch besseren Kontakt zur Ausrichtung der Seitenwände.

Spannend wird es nochmal an der Unterseite der Pritsche wo man zwei Balken mit Einschnitten einkleben muss, in die diverse Winkelelemente eingeklebt werden. Diese sollte man ordentlich und weit genug in die Vertiefungen eindrückt und den Kleber trocknen lässt.

Danach folgen noch 4 Staukisten, die von unten an die Pritsche geklebt werden - auch hier darauf achten, dass sie spaltenfrei und unverkantet anliegen.
Bei den Schmutzfängern am Heck bleibt die exakte Winkelstellung etwas im unklaren, denn es gibt hier etwas Spiel beim einkleben.
Auch beim Aufkleben der Pritsche auf den Fahrgestellrahmen gibt es wieder einige Passmarken mit denen die Pritsche sauber und gerade aufliegt. Wie gewohnt hier beim trocknen ein waches Auge drauf werfen und sonst nochmal andrücken.
Und dabei kann man auch den Winkel der Schutzfänger nochmal überprüfen, damit sie gleich weit von den Rädern abstehen.

Beim Anbau der beiden Trittbleche kommt es auf der rechten Seite irgendwie mit dem Auspuffrohr ins Gehege und ich konnte nicht genau ausmachen wo genau der Fehler liegt. Auf der anderen Seite passt das Trittblech perfekt zwischen die beiden Schmutzfänger vorn und hinten.

Es geht in den Endspurt mit dem Bau der Planen verdecke - begonnen mit dem für die Fahrerkabine - dieser setzt sich aus "Dach", Heckwand und zwei kleinen Seitenteilen zusammen - hier gilt es nun diese so zu verkleben, dass möglichst keine Spalten zu sehen sind - ganz ohne Spachtel kommt man hier nicht aus.
Die beiden "Fenster" in den Seitenteilen klebe ich erst nach der Bemalung ein.

Ähnliches gilt für die Plane der Ladefläche. Man könnte die Plane auch selber bauen, denn die Spriegel liegen allesamt bei. Ich habe mich für die fertige Plane aus Spritzguss entschieden, die sich auch aus mehreren Teilen zusammensetzt und bei der man die Nahtstellen unsichtbar versäubern muss.
Kleiner Tipp, wenn beim Aufsetzen die Plane vorn nicht komplett runtergedrückt werden kann und man nicht erkennt wo es hakt ... es sind die oberen "Nupsis" der beiden Passnasen am vordersten Spriegel. Ich habe diese abgetrennt und schon flutschte die Plane direkt in Position - ich kann im Nachhinein empfehlen an allen Spriegeln den jeweils obersten Nupsi abzutrennen, denn dann ist das nachträgliche aufsetzen der Plane in die Passlöcher deutlich einfacher. Aber angebracht und verklebt wird sie erst nach der Bemalung.

Nun ging es noch daran den LKW zum Beutefahrzeug zu machen - viele Fotos gibt es leider nicht, aber eines der Fotos, die ich gefunden habe, zeigte die Front ohne die Begrenzungsleuchten und auch ohne das runde Schild an der Front - ich habe diese Details weggeschnitten und verschliffen.
Zudem glaube ich eine Halterung auf dem kleinen Stück des linken Kotflügels zu sehen - ich interpretiere da mal die Nutzung eines Notek Scheinwerfers und auch einen deutsches Rücklicht. Die Halterung vorn habe ich mir aus Resten einer PE Platine geschnitten und den Notek Scheinwerfer und Kolonnenrücklicht aus einem Set von T-Rex. Und in dem Zusammenhang habe ich mir gedacht, dass auch das "normale" deutsche runde Rücklicht dran sein sollte - dieses habe ich aus meiner Grabbelkiste entnommen und am Heck rechts angebracht.

Nach der Bemalung werden die Klarsichtteile in die Fahrerverdecksplane und den Halter der Windschutzscheibe eingeklebt - ich nutze dafür den Ultraglue von Amig, da dieser klar auftrocknet. Man muss nur sparsam damit umgehen, damit er nicht hervorquillt.
Darüber wird an der rechten Windschutzscheibe in die vorgesehene Bohrung der Scheibenwischer ebenfalls mit Ultraglue eingeklebt.


Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte dieses Mal etwas anders, denn da ich ein Beutefahrzeug der Wehrmacht darstellen wollte, das zuvor in englischen Diensten war, dachte ich mir, dass eine grüne Grundierung vielleicht ein guter erster Schritt wäre. Dazu habe ich den Titans Hobby Primer 108 "military green" genutzt. Die Primer von Titans sind ähnlich gut wie der liebgewonnene Games Workshop Primer, aber mittlerweile besser verfügbar und eben in verschiedenen Farben erhältlich.
Jedenfalls haftet der Primer sehr gut und deckt auch alle Materialien (Spritzguss, PE und Resin) sehr gut ab, sodass ein gleichmäßiges Farbbild entsteht.

Nun ging es daran die richtige Farbe ins Spiel zu bringen. Ich habe mich für eine graue einfarbige Grundbemalung entschieden .

Ich habe dafür Panzergrau RAL 7021 von Mission Models MMP-014 verwendet. Die Mission Models Farben sind hochqualitativ und durch die reine Wasserbasis sehr angenehm zu airbrushen. Außerdem ist die Pigementierung so fein, dass man die Deckung gut steuern kann um zu entscheiden wieviel vom pre-shading noch sichtbar bleibt - wobei man sich da auch schnell vertun kann, denn mit dem trocknen der Farbe wirkt das pre-Shading durchaus nochmal anders und man hat eventuell zuviel abgedeckt. Wenn benötigt kann man in Nachhinein noch mit etwas beigemengtem Weiß noch an den Highlights arbeiten um die Flächen für das Auge interessanter zu gestalten.

Dann
ging es an das Bemalen der Details - die Metallteile des Werkzeugs habe ich mit einer Mischung aus schwarz und gun metal und die Holzteile mit AK 4041 bemalt.
Die Reifen habe ich mit AK11027 rubber black der 3rd Generation von AK bemalt.

Rückleuchte wurde in klar rot bemalt und das Armaturenbrett und Lenkrad in seidenmatt schwarz. Die beiden Planen wurden mit "Canvas" Farbe von Vallejo Panzeraces 014 bemalt und mit verschiedenen ockerfarbenen Ölfarben nachbearbeitet um es interessanter zu gestalten, gerade das Aufhellen der Flächen zwischen den Spriegeln gibt dem ganzen einen interessanteren Look. Tatsächlich habe ich hier aber länger Zeit dran gearbeitet und immer wieder neue Farben aufgetragen, verblendet, wieder übermalt, Schattierungen eingebaut und Laufspuren versucht einzuarbeiten, usw, bis ich am Ende einigermaßen zufrieden war.

Ebenfalls viel Zeit kann man auf die Bemalung der Holzplanken der Sitze der Ladefläche und in der Fahrerkabine verwenden, wenn man diese denn in Holzoptik und nicht in Wagenfarbe bemalt darstellen möchte.
Als erstes habe per Pinsel die Planken mit Amig 0036 "Old Wood" grundiert und trocknen gelassen.
Danach habe ich mir mindestens 4 verschiedene Ölfarben in bräunlichen, gräulichen, rötlichen und gelblichen Tönen gesucht und damit mit einem kleinen Pinsel die einzelnen Planken streifig bemalt und dabei Planke für Planke mit den verschiedenen Farbtönen voneinander optisch getrennt.
Dabei bieten die Ölfarben tolle Möglichkeiten, da während des Trocknens noch viel geändert und nachgebessert werden kann. So kann man jeder Planke mit helleren oder dunkleren Punkten, die streifig vermalt werden eine bessere Maserungsoptik verpassen und am Rand wieder entfernt werden kann um die weniger starke Abnutzung der Bemalung zu simulieren.
Ergänzt wird die Bemalung hier nach der ordentlichen Durchtrocknung (24 Stunden mindestens) durch das Betonen der Plankenvertiefungen mittels Aufbringen eines Washings in schwarz.


Zurück zum Fahrzeug an sich:
Ist der graue Lack trocken, kann man einen Überzug mit seidenmattem Klarlack aufbringen und danach die Decals aufbringen. Da keines der Decals aus dem Bausatz zu meinem Beutefahrzeug passt, musste ich hier komplett umdisponieren und brauchte komplett neugestaltete Decals zur spezifischen Markierung des Beutefahrzeugs. Dieses ist vom Kfz-Berge-Abteilung 744 und wurde nach Fotovorlage am Computer gestaltet, inklusive des spezifischen Nummernschilds. Und für den Druck der Decals habe ich wieder den Decal Druckservice von Peter Hartmann bemüht, der gerade die Vorlagen des Geiers und anderen Decals der Fahrzeugfront überarbeitet hat. Die Qualität ist hervorragend. Ich hätte nur dran denken können, dass die Markierungen wahrscheinlich auch am Fahrzeugheck aufgebracht waren und ich zwei Sets hätte drucken lassen sollen - aber es gibt Schlimmeres.
Nachdem die Decals aufgetrocknet sind, werden die Bereiche nochmal mit seidenmatten Klarlack per Airbrush versiegelt.

Als nächstes geht es daran Farbabschürfungen darzustellen - gerade auch um die britische Vorbenutzung deutlicher zu machen.
Wie gehe ich vor? Als erstes mische ich mir eine deutlich hellere graue Grundfarbe aus den Mission Models Farben und reiße mir ein Stück Schaumstoff ab, das ich mit einer Pinzette greife, die helle Farbe aufnehme und auf einem Stück Pappe austupfe bis sie nicht mehr satt/nass abfärbt und sich einzelne kleine Farbpunkte abgrenzen.
Damit tupfe ich Bereiche am Fahrzeug ab, die viel Berührungen und Stress ausgesetzt sind, wie an Klappen, Bereichen am unteren Fahrwerk, den Einstiegen der Fahrerkabine, usw. Dabei generiert man am besten unregelmäßige Flächen, die in feine Punkte auslaufen.
Als nächstes nehme ich eine dunkelgrüne Farbe, wie sie von den Briten genutzt wurde, greife mir ein weiteres Stück Schaumstoff und betupfe damit die zuvor hellgrau abgegriffenen Flächen - und zwar soweit, dass das Grün diese soweit ausfüllt, dass optisch das hellgrau nur noch unregelmäßig an den Rändern übrig bleibt.
Und in Bereichen in denen auch die britische Lackierung Schaden genommen hat, tupfe ich auch mittels Schaumstoff die Chipping Color von Amig, Nr.0044, nochmal innerhalb der grünen Flächen auf.
Hier sind der Grenzen keine Fantasie gesetzt, aber man muss sich natürlich immer fragen wo welche Farbbeschädigungen wirklich sinnvoll sind.

Nach der Durchtrocknung geht es dann ans Filtering um dem einfarbigen grau etwas mehr Variation zu verleihen.
Filtering heißt das Auftupfen kleiner Farbpunkte von Ölfarbe um die eintönige Farbe zu brechen und einzelne Flächen voneinander etwas abzuheben.
Ich habe verschiedene Ölfarben in dunkelrot, gelb, grün, braun, blau und ocker in kleinen Farbpunkten aufgetupft und versucht an angrenzenden Flächen und auf Luken und Klappen andere Farben zu nutzen als auf der umgebenden Fläche. Dann werden diese mit einem weicher Rundpinsel und Verdünner verteilt und soweit wieder abgetragen, sodass nur ein Hauch eines Farbschleiers zurückbleibt.
Es ist nicht so einfach die richtige Balance zu finden, denn man muss so viel wieder abstreichen, dass die Ölfarbe nicht zu markant ins Auge springt und andererseits so deutlich bleibt, dass nach allen weiteren Schritten unterschwellig genug übrig bleibt damit der Effekt nicht verloren geht.
Danach wie gewohnt mindestens 24 Stunden trocknen lassen.

Dann werden mit schwarzer, brauner und hellgrauer Ölfarbe ein paar helle und dunkle Punkte auf die vertikalen Flächen gesetzt und mit einem sauberen Flachpinsel mit Verdünner von oben nach unten gestrichen und damit in die Grundbemalung verblendet um Laufspuren zu simulieren und die Flächen etwas auflockern. Gerade an Details und Erhebungen kann man darunter dunkle Laufspuren gut darstellen.
Das ganze muss wie beim Filtering gut abgestimmt sein - die Streifen dürfen nicht übermächtig ins Auge stechen, aber dennoch genug sichtbar bleiben, dass sie unterschwellig einen interessanten Look für das Auge kreieren.

Dann geht es ans washing - also das Betonen von Vertiefungen, Rillen und Details durch eine dunkle Farbe, wie schon auf der holzbemalten Ladefläche - steht als Nächstes an und ich habe dies mit Amig 1005 dark brown wash durchgeführt. In der Hauptsache als Pinwash, d.h. die Flächen wurden nach und nach mit Verdünner befeuchtet und dann mit einem dünnen Pinsel die Details spezifisch mit dem wash betupft um die dunkle Farbe an diesen Details gezielt aufzubringen. Farbmittelränder wurden dann mit einem sauberen Pinsel von der Fläche zu den Details hingewischt.
Auch die Reifen mit dem Rillenprofil und den Beschriftungen auf den Reifenflanken werden mit schwarzem Washing (Amig 1011) betont.
Durch das washing bekommt das Modell mehr Tiefe durch eine weitere Ebene, die Schatten verstärkt und Details mehr hervorhebt. Gerade die Seitenflächen der Ladefläche profitieren sehr davon mit den Verzurrösen, Nietenblechen und einzelnen Planken.

Als letztes steht dann das Trockenmalen auf dem Programm.
Hier habe ich mir aus verschiedenen Ölfarben einen hellen grau-Ton angemischt und auf einem Stück Pappe erstmal etwas ruhen lassen und das Öl d
adurch herausgezogen wird.
Mit einem mittelharten Flachpinsel wird nun etwas von der Ölfarbenmischung aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen, bis keine Farbe mehr abgerieben wird und nur noch wenige Pigmente im Pinsel verblieben sind.
Damit wird dann das Modell über Ecken, Kanten und Erhebungen gestrichen. Dadurch bleiben die hellen Farbpigmente spezifisch nur an den vorgenannten hängen und betonen diese mit einer Aufhellung. Auch die Reifen wurden mit dem hellen Grauton behandelt und damit die Laufflächen und die Aufdrucke an den Flanken betont.
Das Modell erhält dadurch eine weitere Ebene und betont dadurch Details, die ansonsten untergehen.

Zum Schluss wird der untere Laufwerksbereich mit hellen/sandigen Pigmenten bearbeitet und die wolkig aufgetupft.

Fazit

Ein ungewöhnlicher aber auch guter Bausatz - schon bei Betrachten des Deckelbilds schoss mir durch den Kopf "Der ist so hässlich, dass ich ihn bauen muss" - ich musste nur erst verifizieren ob es diesen auch als Beutefahrzeug gab, denn ich habe mich nunmal thematisch auf Wehrmacht und Bundeswehr für den Modellbau festgelegt.
Der Bau war ohne große Komplikationen, die Umbauten fürs Beutefahrzeug überschaubar und die Details konnten durchaus gefallen - lediglich die Reifen wollte ich tauschen und das tut der Optik absolut gut.
Alles in allem hat dieses Projekt Spaß gemacht.

Preis / Leistung: ***** Passgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 02/2024 Thomas Hartwig

441 Leser dieses Bauberichts seit dem 10.02.2024

zurück zur Übersicht