Ausgepackt-Archiv


HobbyFan Ltd.

AFV Club 35354
Husky Mk. III w/ Interrogation arm

Das Original: 

Der Husky VMMD (Vehicle Mounted Mine Detector - fahrzeugbasiertes Minensuchgerät) ist ein in Südafrika entwickeltes Spezialfahrzeug zur Entdeckung und Räumung von Landminen und war ursprünglich zur Nutzung durch die südafrikanische Armee vorgesehen. Da die Bedrohung in Afghanistan und Iraq durch Minen und IEDs (Improvised Explosive Device entspricht USBV Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung) sehr hoch war, entschied man sich, den Husky VMMD für die US-Armee anzuschaffen.

Durch geringen Bodendruck kann der Husky Minen überfahren, ohne sie auszulösen. Sollte doch eine Mine explodieren, können die Front- und Heckmodule schnell ausgetauscht werden. Der Fahrer wird zum durch eine gepanzerte Kabine geschützt. Der Schutz wird durch die V-förmige Gestalt des Bodens und durch die sehr hohe Bodenfreiheit unterstützt. So kann das Fahrzeug Explosionen bis zu 15 Kilogramm TNT überstehen, ohne dass der Fahrer Schaden nimmt. Im Normalfall ist der Husky mit einem klappbaren Metalldetektor an der Fahrzeugunterseite ausgerüstet. Manche Fahrzeuge haben zudem auch einen hydraulischen, ferngesteuerten Arm, mit dem Gegenstände untersucht werden können, ohne Personal zu gefährden. Die ersten Huskys kamen 2007 zu den Pioniereinheiten der US-Armee und des US-Marine Korps. Die verbesserte Version Mk. III wurde 2010 getestet und eingeführt.

Der Bausatz:

AFV-Club hatte den Husky VMMD Mk. III bereits 2016 herausgebracht. Nun kommt er erneut mit einer Ergänzung in Form eines hydraulischen Schwenkarmes.

Schauen wir mal, was der 385 x 245 x 70 mm große Karton mit Stülpdeckel zu bieten hat. Der wären 9 sandgelbe und ein Klarsichtspritzling, zwei schwarze Vinylspritzlinge, zwei PE-Platinen, vier schwarze Vinylreifen, schwarzer Draht, ein Decalblatt, ein Kunstdruck des Fahrzeuges wie auf dem Kartondeckel und die Bauanleitung.

AFV-Club versucht, das recht komplexe Fahrzeug mit einer übersichtlichen Anzahl an Teilen, aber ohne Detailverlust darzustellen. Um einige sehr kleine Teile ist man aber doch nicht herumgekommen. Die Teile sind sauber, ohne Grat und ohne Verzug. Details sind so gut wie möglich herausgearbeitet. Auswerferspuren sind kaum zu finden und verschwinden beim Zusammenbau, ohne dass man sie bearbeiten müsste (Ausnahme: …mittig auf den Blattfederpaketen). Angüsse sind fein und mit genügend Abstand zum Spritzrahmen, um die Teile leicht abtrennen zu können. Nur bei den kleinsten Teilen wie den Hydraulikanschlüssen muss mit Vorsicht herangehen. Die Scheiben sind kristallklar, keine Schlieren, keine Kratzer, aber dafür mit guter Struktur bei den Scheinwerfergläsern.

Der Husky hat sehr viele Details zu bieten, die AFV-Club gut wiedergibt. Bereits bei der Gestaltung des Fahrerhauses finden wir Konsolen mit Knöpfen, Schaltern und Armaturen. Da es beim Original dort recht bunt zugeht, gibt man bereits bei den Bauschritten explizite Bemalungshinweise. Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen - die Konsole links vom Fahrersitz mit dem typisch, markanten US-Lichtschalter ist leider verkehrt herum angegossen. Am Boden abtrennen und um 180° um die Hochachse gedreht wieder ankleben. Dann stimmt es wieder mit Originalfotos überein. Pedale sind bereits am Boden angegossen. Der Fahrersitz, hier besonders die Rückenlehne sind dem Original gemäß wiedergegeben. Auch ein Feuerlöscher ist vorhanden. Die großen Scheiben lassen einen guten Blick ins Fahrerhaus zu. Sie müssen aber vor dem Einbau aber noch mit Klargrün lackiert werden. Der einzige Scheibenwischer ist als Plastikteil ausgeführt. Auch die Klimaanlage wurde nicht vergessen. Durch die große, zweiflügelige Dachluke wird man sie sehr schön sehen können, wenn man die Luke offenlässt. Der eigentliche Rumpf besteht aus einem rechteckigen Kasten und dem dreieckigen Bodenteil (Wieso bekomme ich grad Hunger auf Toblerone? J). Daran werden dann das Fahrerhaus, Seitenteile mit Lüftergrätings, Motorklappe, Kühlergräting und weitere Bodenteile befestigt. Zur richtigen Platzierung der Teile sind so einige Löcher und Stifte, bzw. Nuten und Nasen vorhanden, welches ich sehr begrüße. Ein großer Luftfilter mit Ansaugrohr und Zuleitung zum Motor ist mehrteilig ausgeführt, das Auspuffendrohr mit Regenklappe einteilig.

Das Bodenradar (Metalldetektor) mit seinen zwei Flügeln links und rechts des Rumpfes kann beweglich angebaut werden. Die dazugehörigen Hydraulikleitungen und Kabel sind aus sehr feinem Vinyl und werden jede Bewegung mitmachen.

Das Fahrwerk besteht aus zwei Modulen, einem vorn und einem hinten. Die Starrachsen werden über Blattfederpakete mit einem Rahmen verbunden, der über ein Trägersystem mit dem Rumpf verbunden wird. So sieht es fast aus als würde der Rumpf zwischen den Fahrmodulen schweben. Für beide Achsen sind die Lenkgestänge dabei. Von der Teileauslegung werden die Räder in Geradeausstellung montiert, aber wenn man die seitlichen Stifte am Bolzen entfernt, kann man sicherlich auch einen Lenkeinschlag darstellen. Auch hier gibt es Leitungen aus Vinyl. Klar, dass die Stoßdämpfer vorhanden sind. Die Stoßstangen bestehen aus etlichen Teilen. Hier werden die Scheinwerfer, Blinker, Rücklichter aus Klarsichtmaterial eingebaut. Bei den Scheinwerfern hat man die Wahl zwischen zwei Glastypen - geriffelt oder mit Wabenstruktur. An die Stoßstangen werden die Kotflügel und ihre Schmutzfänger angebaut, die wiederum über Träger mit den Modulen verbunden werden. Die Räder werden über Vinylmuffen beweglich gehalten. Die Felgen mit den vielen Muttern und Schrauben sind bereits sehr schön, aber schaut man sich die Vinylreifen näher an, bekommt man große Augen. Profil sowieso, aber Hersteller- und Reifengrößen und sonstige erhabene Aufdrucke sind gestochen scharf und lesbar. Dem gönne ich ein Wow! Zu jeder Achse gibt es Kardanwellen, die die Differentialgetriebe mit dem Rumpf verbinden. Das hintere Modul besitzt einige Querträger, an die die Aufstiegsstufen für den Fahrer befestigt werden. Die Trittplatten der Stufen bestehen aus gelochten PE-Teilen. Ein Geländer gibt es ebenfalls. Eine Anhängekupplung wird an der Stoßstange angebracht. Darüber befindet sich ein Hydraulikzylinder, mit dem die Kupplung vom Fahrerhaus aus bedient werden kann. Ans Frontmodul wird der dreigliederige Hydraulikarm mit Greiffingern am Ende zur Untersuchung verdächtiger Gegenstände angebaut. Die Teile sind maßstabsgerecht sehr fein. Dies fällt vor allem an den Greiffingern und den Anschlüssen der Hydraulikleitungen ins Auge. Die Hydraulikleitungen stellt mittels des beiliegenden Drahtes dar. Da dieser steifer ist als die Vinylleitungen, entscheidet man sich besser für eine Stellung des Armes, auch wenn man gemäß Anleitung den Arm auch voll beweglich bauen kann. Dem Zuschnitt und der Anbringung dieser Leitungen widmet die Bauanleitung allein 7 Bauschritte.

Der umfangreiche Decalbogen enthält 38 Decals für zwei Fahrzeuge nicht näher genannter Einheiten. Zumindest handelt es sich bei einem um ein Einsatzfahrzeug und beim anderen um ein Übungsfahrzeug, erkennbar an der Aufschrift „Training use only“. Sehr, sehr kleine Decals sind auch dabei, deswegen bin ich ein wenig enttäuscht, dass es keine für Fahrerarmaturen gibt, die durch die Scheiben und die Luken gut zu sehen wären. Auch hat sich ein Schreibfehler eingeschlichen - statt „TRAILER COMMECTOR“ hätte es sicherlich „TRAILER CONNECTOR“ heißen sollen. Jedenfalls sind die Decals scharf gedruckt, etwas glänzend, mit wenig Rand und größtenteils lesbar.

Die Bauanleitung ist eine echte Hilfestellung, denn die 50 Bauschritte sind nicht überladen und recht eindeutig. Zu Anfang finden wir Informationen zum Original in Englisch und Chinesisch, gefolgt von Symbolerklärungen, Hinweisen zu den Decals und einer Farbliste für Hobby Color, Mr. Color, Mr. Color Spray, Humbrol, AV Valejo und Lifecolor Farben. Wie schon angesprochen werden immer wieder Detailbemalungshinweise in den Bauschritten gegeben. Und da die Verkabelung des Hydraulikarmes eine wichtige Rolle spielt, sind die benötigten Drahtlängen in der Bauanleitung 1:1 angegeben und farblich markiert, damit man genau sieht, welcher Draht wohin gehört. Zusätzlich wird dies noch mit 6 CAD-Bildern unterstützt. Die Teileübersicht finden wir gegen Ende der Anleitung. Ganz zum Schluss haben wir dann die Decalanbringung für zwei verschiedene Fahrzeuge.

Schon allein die Fahrzeugauswahl verdient einen „Daumen hoch“, die Ausführung des Modells den zweiten! Die erwähnten kleinen Hick-ups gehen bei der Gesamtqualität unter. Der Preis über 60 Euro ist schon heftig, aber was AFV-Club hier bietet, ist, meiner Meinung nach, jeden Cent wert! Vom Tankograd Autor Ralph Zwilling, der mit anderen zu Anfang der Bauanleitung erwähnt wird, gibt es ein schönes Heft mit guten Fotos zum Husky.

   Kurz-Übersicht:
   Art.Nr:
   Art des Artikels:
   Material:
   Maßstab:
   Erschienen:
AF35354
Komplettbausatz
Spritzguss, PE
1:35
Mai 2021
Hersteller:
Land:
Preis bei
Erscheinen:
AFV-Club
Taiwan

ca.62 Euro

   Geeignet für:


   Preis/Leistung:


   Gesamteindruck:




  
  Review von:
  Frank Krause



Fotos:



















Anke für das Muster an:


http://www.modellbau-koenig.de

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