VW T3 DoKa


 

Das Original

Während Volkswagen für den ersten Transporter von 1950 (T1) noch den Motor vom Käfer (Typ 1) und das Fahrwerk vom Kübelwagen (Typ 82) übernahm und der Nachfolger T2 von 1967 nur eine stark weiter entwickelte Version mit größerer Karosserie darstellte, war der im Mai 1979 präsentierte T3 das erste eigenständig neu entwickelte Transportermodell von VW. Abgesehen von der größeren, nun kantigen Karosserie hatte er viele technische Neuerungen, wie beispielsweise eine Zahnstangenlenkung statt der Rollenlenkung des Vorgängers und eine Vorderradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern anstelle der bisherigen Kurbellenkerachse mit Drehfederstäben. Auch die Schräglenker-Hinterachse war nun mit Schraubenfedern (Miniblockfedern) versehen. Das Reserverad war beim T3 in einer aufklappbaren Vorrichtung unter der Fahrzeugfront angebracht statt im Innenraum.
Der neue T3 war deutlich geräumiger; der Radstand und die Wagenlänge wurden um etwa 60 mm vergrößert. Der T3 war 125 mm breiter als sein Vorgänger und auch mit der kleinsten Motorisierung 60 kg schwerer (1365 kg). Trotz dieser Größen- und Gewichtszunahme wurden die beiden luftgekühlten Motoren vom Vorgänger mit unveränderter Leistung übernommen. Die 1,6 l 37-kW-Maschine (50 PS) hatte nun wie der 2,0 l mit 51 kW (70 PS) das Kühl-Gebläserad auf der Kurbelwelle, sodass der Motorraum zugunsten des Kofferraums um 200 mm niedriger war. Der Laderaumboden war auf 400 mm über Straßenniveau abgesenkt, dadurch war der Innenraum um 100 mm höher als beim Vorgänger (Innenhöhe beim Kastenwagen: 1465 mm, Hochraum-Kastenwagen: 1880 mm).

Der Bausatz

Im Karton finden wir 3 olivgrüne Spritzlinge, einen Klarsichtspritzling, den Aufbau, 5 Vinylreifen und zweimal den identischen Decalbogen.

Die Qualität der Teile kann sich wirklich sehen lassen. Wie auch schon beim Bausatz des T3 Bus finden wir hier sauberen Guss, feine Details und keine störenden Auswerferstellen.
Schon allein der Aufbau in einem Teil mit Ladefläche und mit Aussparungen für die Türen, die man dann offen oder geschlossen einbauen kann, ist sehr gut und filigran an den Streben. Die Stärke des Materials ist auch bei diesem Bausatz angenehm dünn, sodass es realistisches Aussehen gibt.
Auch hier ist der Kühlergrill separat und schön fein gespritzt. Und man hat sogar die Scheinwerfer hohl gegossen sodass man mit entsprechender Bemalung oder Spiegelfolie perfekte Scheinwerfer erhält, denn auch die Scheinwerfergläser aus durchsichtigem Plastik liegen bei. Das markanten Herstellerlogo ist aus Lizenzgründen verfremdet, aber so schlau gemacht, dass man mit zwei dünne Plastikstreben dieses vervollständigen kann. :-)

Der Unterboden weist schöne Details auf und auch der untere Teil vom Motor mit Antriebsstrang und Auspuff ist dargestellt. Die Lenkung sieht beweglich aus und auch die Schraubenfedern der 4 Räder sind entsprechend dargestellt. Die Räder an sich hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack. Prinzipiell schön gemacht mit passender Detaillierung der Felgen und richtiger Anzahl der Felgenlöcher, aber die Radkappe schaut etwas zu dick und ohne Logo aus und die reifen an sich sind aus Vinyl mit etwas grobem Profil und leider ohne Herstelleraufdruck an den Seiten. Aber prinzipiell ok.

Natürlich liegen auch sämtliche Scheiben als passend gespritzte durchsichtige Plastikteile bei, wie auch entsprechende Klarsichtteile für die Heckleuchten. Der Innenraum der Doka ist recht komplett mit den Sitzen, Armaturenbrett, Lenkrad, Pedale, usw.
Die Türen sind offen oder geschlossen darstellbar, wie auch die Bordwänder der Ladefläche und bietet damit eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten.
Der klappbaren Heckwand fehlt es leider an den markanten kleinen "Fensterchen" durch die man die Rückleuchten sehen kann, wenn mit heruntergeklappter Wand gefahren wird. Diese Version ohne "Fensterchen" ist zwar nicht verkehrt, da sie auch existiert, aber eher selten. Eine Wahlmöglichkeit wäre schön gewesen. Die Ladefläche ansonsten ist mit dem typischen gerippten Boden dargestellt.
Was dem Bausatz leider fehlt ist das Spriegelgestell und Plane für die Ladefläche wie man es hauptsächlich von der Doka kennt. hier muss man entweder selbst tätig werden oder auf den Zurüstmarkt hoffen.

Die Bauanleitung ist ein erstaunlich kleines Heftchen im A5 Querformat mit 32 Bauschritten. Die Zeichnungen sind fein aber für meinen Geschmack eine Spur zu klein. Die Teilepositionierung sieht soweit ganz sinnig und einfach aus.
Zur Farbgebung und Markierung liegt neben dem fein gedrucken Decalbogen ein farbiger, doppelseitig bedruckter A5 Bogen bei, der die Markierung eines Bundeswehr Fahrzeugs in Dreifarb Tarnung, eines libanesischen Fahrzeugs in oliv und eines zivilen Fahrzeugs zeigt. Die Farbangaben sind für Ammo of Mig Farben.



Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt mit dem Zusammenbau der beiden Achsen und der Räder. Dabei werden die Vinylreifen auf die Felgen gezogen und diese widerum auf die Scheibenbremsen und Achslager. Wer mit dem Klebstoff vorsichtig umgeht, kann die Räder drehbar erhalten. Auf die Felgen werden aussen die Radkappen aufgeklebt. Diese sind ganz nett, lassen aber das markante VW Logo vermissen.
Die Vorderachse setzt sich aus wenigen Teilen zusammen und bietet die Möglichkeit den Lenkeinschlag beliebig darzustellen.

Die Hinterachse ist etwas tricky, da aus der Bauanleitung nicht exakt hervorgeht welche Teile wo genau anzubringen sind - ein bisschen probieren (und vielleicht auch nebenstehendes Foto, links) hilft aber.

Als nächstes steht der Ausbau des Innenraums an. Pedale, Schaltknüppel und Handbremse für den Fahrerplatz sind enthalten und auch die Sitze vorn in guter Detaillierung und Ausführung. Auch Armaturenbrett und Lenkrad machen einen guten Eindruck und lassen sich problemlos einbauen.
Bei der Rückbank allerdings ist irgendwas faul ... diese wird auf 4 Stützen geklebt, die durch Positionslöcher keinerlei Spielraum haben. Die Beinfreiheit, die sich nach aufsetzen der Bank zum vorderen Blech hin ergibt, ist so schmal, dass keine Figur hier hineinzuzwängen ist und im echten Leben hätte sogar ein Modell mit Streichholzbeinen vermutlich Probleme. Glücklicherweise ist das zum einen im fertig gebauten Modell nicht mehr so ohne weiteres erkennbar ... zum anderen gibt es einen Korrektursatz von MR Modellbau, der meines Wissens auch diese Problematik behebt.
Dann wird er Unterboden unter die gerade fertiggestellte Innenraumwanne geklebt und vorn die Spiralfedern der Achse eingeklebt sowie hinten ein Teil des Auspuffsystems .. auch hier muss man ein bisschen mit dem teil herumdoktorn bis klar ist wo und wie es in das Unterblech gehört. Notfalls kann man es aber auch einfach weglassen - sieht kein Mensch.
Gleichzeitig werden Vorder- und Hinterachse entsprechen eingeklebt und man sollte das Modell dann schnell auf ebener Fläche auf die "Beine" stellen um zu sehen ob alle 4 Reifen gleichmäßig den Boden berühren.

Wenn das so ist und der Kleber richtig durchgetrocknet ist, kann man sich an den Bau des Aufbaus machen. Hier werden zunächst links und rechts der Rückbank zwei Bleche eingesteckt und ich habe dann gleich das Oberteil im ganzen aufgesetzt und verklebt. Ich empfehle dieses auf jeden fall vorher trockenzupassen um zu sehen, dass es überall richtig aufsitzt, bevor man mit dem Kleber loslegt. Auch ob die zuvor eingelassenen Bleche an der Rücksitzbank richtig einpassen. hat man das Oberteil dann komplett spaltenfrei aufgesetzt und verklebt, empfiehlt es sich auch gleich die Bodenplatte der Ladefläche und die Rückseite der Kabine einzukleben um dem ganzen schnell Stabilität zu geben und auch hier eventuelle Spalten noch zu korrigieren, bevor der Kleber fest wird. Gerade an der Heckwand hat man schnell eine kleine Spalte am Übergang zum Dach. Sauberes und exaktes Arbeiten ist bei diesen beiden Schritten das A und O.
Wer aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass ich die Glasteile noch nicht eingesetzt habe. Ja - das mache ich dann später nach der kompletten Bemalung obwohl man am Ende nur noch schwer an die hinteren Fensterflächen gelangen kann. Es wäre ja schön, wenn exakt passende, zugeschnittene Masken herstellerseitig beiliegen würden ...

Auch der Innenraum ist noch nicht bemalt - dies kann aber später ohne weiteres durch die großen Öffnungen der Fenster und Türen erfolgen.
Die Ladefläche wird an drei Seiten mit den Bordwänden versehen. bei den seitlichen Wänden muss man aufpassen, dass man links und rechts nicht vertauscht. Die Heckklappe lässt sich runter- oder hochgeklappt anbauen. Was mich daran ein wenig stört, ist, dass die sehr häufig verwendeten Ausschnitte in der Heckklappe im Teil von Takom nicht dargestellt sind. Im Original sind diese dafür da bei heruntergeklappter Klappe die Rücklichter sichtbar zu lassen. Da es zum dem Zeitpunkt des Baus noch keine Ersatzklappe mit Ausschnitten von MR Modellbau gab, habe ich selber angefangen zu schnitzen - nicht perfekt, aber fürs Erste für mich ausreichend.


Als nächstes werden die Fahrer- und Beifahrertür zusammengebaut. Hier muss das dicke Innenteil genau ausgerichtet eingeklebt werden, denn sonst klemmt der Türeinbau - ich musste an der Beifahrertür etwas schnitzen, damit diese dann auch passt. Die Fahrertür sollte eh halboffen dargestellt werden. Der Einbau der Türen erfolgt bei mir allerdings erst nach kompletter Bemalung.

An der Front wird der Kühlergrill eingesetzt und sowohl vorn und hinten die Stoßstangen angebaut. Sämtliche Klarsichtteile wie Blinker, Rücklichter und Scheinwerfergläser werden nach der Bemalung des ganzen Modells angebracht. Bei den Scheinwerfern werden vor dem Aufsetzen der Linsen innen mit Spiegelfolie ausgekleidet, was eine hervorragende Optik am Ende ergibt.
Das VW Zeichen vom Kühlergrill ist aus lizenzrechtlichen Gründen verfremdet dargestellt. Laut Anleitung, soll mit zwei winzigen Stäben das Zeichen originalgetreu wiederhergestellt werden ... aber dafür muss man schon ein wenig verrückt sein. ;-)

Was mir persönlich wirklich fehlt, ist die passende Plane für die Ladefläche - in einem Set von MR-Modellbau ist eine als Vacuteil enthalten, aber diese ist optisch wirklich unterirdisch gestaltet. Laut Hersteller sollte eine neugestaltete Plane bereits zu Pfingsten 2015 erhältlich sein - aber wie zu erwarten war, wurden die vollmundigen Ankündigungen nicht eingehalten. So bleibt mir nur, dieses selber zu machen.
Dieses geschah nachdem das Modell bereits komplett fertig war aus lauter Verzweiflung, da die angekündigte Plane nicht auf den Markt kam.

Dazu habe ich mir zunächst eine Schablone in der exakten Breite der Ladefläche und die Form und Höhe der Plane ausgedruckt und anhand dieser mir die zwei Hauptrahmen vorn und hinten aus U-Profile (1,6mm) geschnitten und verklebt. Diese werden temporär in die Ladefläche mit nicht endfestem Kleber fixiert. Als nächstes habe ich aus 0,8mm Messing Rundprofil mir entsprechend der Ladefläche lange Stangen geschnitten, 7 Stück an der Zahl und diese in die vom U-Profil der beiden Rahmen oben mit Sekundenkleber eingeklebt. Dabei habe ich mit dem in der Mitte begonnen und folgen die beiden äusseren, da deren Position offensichtlich waren. Dann habe ich mit einem Stift die Punkte der verbleibenden Stangen gleichmäßig verteilt, sodass zwischen allen nun der gleiche Abstand war. Das Ganze wird erstmal ordentlich durchtrocknen gelassen und danach mit Sekundenkleber nochmal alle Klebestellen verstärkt um Bruch vorzubeugen, wenn es an das Aufbringen der Plane geht.

Dann habe ich mir aus einer relativ dünnen Plastiktüte drei Einzelteile der Planenstücke für Front, Heck und das große Mittelstück geschnitten - großzügig. erst habe ich das Frontstück mit Sekundenkleber angeklebt, zurechtgestutzt und dann das Mittelstück vorsichtig aufgeklebt und dabei gerade im oberen Bereich versucht ein wenig Durchhang zwischen den Streben zu erreichen. Da mit die Teile der Tüte insgesamt zu glatt waren, habe ich diese etwas geknüllt, um Falten zu erzeugen - das war im nachhinein aber zum einen voreilig wie auch etwas zu viel des Guten. man sollte dies sparsam und gezielt einsetzen. Am Heck habe ich das Planenstück hochgerollt und dann eingeklebt. Hier habe ich erst später zwei Streifen Alufolie als Riemen herumgezogen, die das hochgerollte Planenstück hochhält. Es empfielt sich diese vor der Bemalung anzubringen und auch die Falten und das "hängen" der Rolle vorher einzuarbeiten.
An den Seiten werden je drei Riemchen an den Kanten vorn und hinten aus starker Alufolie geschnitten und angeklebt. eine ziemliche Fummelarbeit, gibt der ganzen Plane etwas mehr Details. Die Halteösen oben habe ich aus 0,2mm Bleidraht dargestellt.
Danach wird das Planenfestell mit Plane auf der Ladefläche angebracht und die Plane mit den Seitenteilen verklebt.

Als letzter Schrtt kommt, wie oben schon angesprochen, nach der Komplettbemalung das Einsetzen der Scheiben. Diese müssen leider von innen eingesetzt werden.
Dies ist bei den Türen das geringste Problem, da ich diese auch erst nachträglich einbaue, aber die hinteren Scheiben erfordern schon eine gebogene Pinzette, Geduld und Fingerfertigkeiten. Vor allem sollte man nicht bereits beide Heckseitenfenster heraustrennen und durcheinanderschmeissen - es ist sehr mühselig herauszufinden welches wie herum auf welche Seite gehört.
Die Scheiben habe ich vor dem Einkleben rundherum auf der Kante mit schwarzem Edding bemalt um den hellen Reflexionsrand nach dem Einbau zu minimieren. Eingeklebt werden die Teile mit Weissleim, der dünn auf die Kanten aufgetragen wird.

Damit ist der Bau erstmal beendet.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte zunächst nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Tamiya XF-2 weiß per Airbrush.
Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden.
Es folgte ein kompletter Auftrag per Airbrush mit Ammo of Mig 0084 Nato grün.
Danach wurden mit Amig 0085 Nato brown und AK-799 Nato black die Tarnflecken nach Vorlage und per Airbrush aufgebracht.
Nachdem die Farben getrocknet sind, habe ich zu jeder der drei Farben jeweils etwas weiß gemischt und die einzelnen Tarnflecken mittig ordentlich aufgehellt. Das ganze Prozedere wurde auch auf der Plane gemacht, hier die Farben allerdings noch eine Spur heller gemacht, wie man es auf vielen Bildern so sehen kann.
Ziel war es hier eine deutlich gebrauchte/ausgeblichene
(gerne auch als verranzt bezeichnet) Lackierung zu erzielen, wie man sie zum Ende der allgemeinen Dienstzeit dieser Fahrzeuge vielfach in einigen Einheiten beobachten konnte.
Der Innenraum wurde während der Lackierung komplett grün gesprüht und wird nun im detail bemalt. Die Armaturen, Lenkrad, Pedale und Co werden in einem seidenmatten schwarz bemalt. Die Sitze und Türinnenfutter in einem hellen ocker Ton. Die Sitze erhielten dann noch eine Behandlung mit dunkelbraunem Washing um die Strukturen besser hervorzuheben.

Als nächstes folgt das Aufbringen der Decals. Da mir die Nummernschilder aus dem Bausatz nicht zugesagt haben, habe ich etwas original aussehende aus der Grabbelkiste genommen und habe diese mit Zahlen nach eigenem Gusto versehen. Man sollte dazu allerdings vorn an der Stoßstange den aufgeprägten Nummernschildhalter abschleifen. Das zusammenstellen der Wunschkennzeichen ist auch immer wieder ein Akt für sich, um die Ziffern alle auf gleicher Höhe und korrektem Abstand zueinander aufzubringen damit die letzte Ziffer am Ende auch noch in das Nummernschild passt.
Desweiteren habe ich das taktische Zeichen der Panzerjägerkompanie 320 aus Schwanewede mittels des Sets von Truckline Decals zusammengestellt - das ist immer ein kleiner Akt, die Zahlen alle bündig und mit passenden Abständen zueinander aufzubringen - aber der Aufwand lohnt sich. Ausserdem habe ich mir am Computer das Wappen der 320 erstellt und farbig auf Decalfolie gedruckt, versiegelt, ausgeschnitten und dann vorn und hinten am Fahrzeug aufgebracht.

Nach der Trocknung der Decals wird das ganze Modell einmal mit Seidenmattlack (Amig-090) aus der Airbrush übersprüht, die Decals damit versiegelt und die Lackierung vor den kommenden Behandlungen geschützt.

Dann werden die Details bemalt. Die Reifen werden mit Gummifarbe von Lifecolor bemalt, der Kühlergrill in einem schwarzen seidenmatt, ebenso wie Rückspiegel, Türgriffe und Scheibenwischer.
Die Klasrichtteile der Blinker wurden mit klar orange von Tamiya bemalt und die Heckleuchten sowohl mit klarem rot von Ammo of Mig und ebenfalls klar orange von Tamiya. Das Feld für die Rückfahrscheinwerfer wurde nur von innen in einem silbrigen weiß bemalt.
Die Ausschnitte in der Heckklappe habe ich mit Weißleim aufgefüllt, der nach dem trocknen schön durchsichtig und wir Glas wirkt.


Als nächstes werden dunkelbraunem Streaking Grime und hellen Rainmarks an den vertikalen Flächen Laufspuren aufgepinselt und danach mit einem Flachpinsel und Verdünner diese in die Grundlackierung eingeblendet werden, bis sie nur noch wenig sichtbar sind.
Als nächstes habe ich ein Filtering durchgeführt.
Dazu habe ich entsprechend der Grundfarben verschiedene farbige Ölfarben in kleinen Punkten aufgetragen, die der Lackierung später ein paar farbliche Nuancen verleihen. Diese Olfarbenpunkte werden mittels Pinsel und reichlich Verdünnung soweit verteilt bis nur noch ein kaum sichtbarer Farbfilm zurückbleibt.

Nach der Trocknung habe ich darüber ein Pinwashing der exponierten Details mit Vertiefungen und Kanten mittels schwarzbraunem Washing aufgetragen und somit dem Modell wesentlich Tiefe verleiht und Details betont.
Auch dieses sollte ordentlich trocknen gelassen werden und abschließen mit einem hellen Mintton, den ich mir aus einigen Ölfarben zusammengemischt habe, trockengemalt um die Kanten mit einem hellen Farbton zu betonen und hervorzuheben.

Zum Abschluss habe ich im unteren Bereich, rund um die Radkästen und hinten etwas höher mit hellen sand- und ocker Pigmenten Staubauftrag mittels Pinsel aufgetupft. Darüberhinaus habe ich mit mittels Zirkel entsprechend große ausschnitte auf Klebefolie gezeichnet, ausgeschnitten und auf die Frontscheibe passend zu den Wischerblättern geklebt. Darüber habe ich gaaaanz vorsichtig auch hier etwas von den zuvorgenannten Pigmenten die Frontscheibe und auch die anderen Scheiben betupft - nur nicht zuviel, da die Scheiben sonst zu blind werden. Nach dem Abziehen der Scheibenwischermasken sind die schönen Wischerbereiche auf der Frontscheide sichtbar.

Fazit

Ein schöner, kleiner Bausatz, der endlich diese häufig in der Truppe zu findenden Transporter bis in die 90er Jahre in 1:35 darstellt. Insgesamt sehr erfreulich, auch wenn der Preis mit rund 35 Euro für dieses kleine Modell schon recht knackig ist - man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass die zu erwartenden Verkaufszahlen für dieses Modell weltweit eher fast komplett auf den deutschen Markt entfallen. Auch das Fehlen der Plane und die Ungereimtheit mit der Rüclbank sind weniger schön - aber in der Gesamtheit bekommt man hier ein tolles Basismodell, aus dem man was zaubern kann"

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 12/2015 Thomas Hartwig

4072 Leser dieses Bauberichts seit dem 31.12.2015

zurück zur Übersicht