Schwimmwagen Typ 166


 

Das Original

Der Volkswagen Typ 166 ist ein schwimmfähiger Geländewagen mit Allradantrieb. Er wurde auf der Grundlage des KdF-Wagens und des Volkswagens Typ 82 für die Wehrmacht und Waffen-SS entwickelt. Von Herbst 1942 bis Sommer 1944 wurden im Volkswagenwerk bei Fallersleben über 14.000 Stück hergestellt.
Auf der Basis des VW-Kübelwagens Typs 82 mit Heckantrieb wurde von der Porsche KG ein schwimmfähiger Prototyp mit dem Allradantrieb des Typs 87 ("Kommandeurswagen") entwickelt. Die wichtigsten Merkmale des neuen "Schwimmwagens" Typ 128 waren seine wannenförmige Karosserie, eine herabschwenkbare dreiflügelige Schraube am Heck und ein modifizierter Boxermotor mit 1131 cm³ Hubraum (25 PS). Die Heckschraube ermöglichte knapp die geforderte Geschwindigkeit von 10 km/h auf dem Wasser.
Zusammen mit der Firma Drauz aus Heilbronn wurde am 21. September 1940 ein erster Prototyp fertiggestellt und sofort auf dem Max-Eyth-See bei Stuttgart erprobt. Nach dem Beginn der Serienproduktion bei Porsche zeigten sich im Felde aber noch einige Mängel.
Daraufhin begann im April 1941 die Entwicklung des Typs 166. Der Radstand war auf exakt 2 Meter verkürzt (KdF-Wagen, Typ 128 und Typ 82: 2,4 Meter) und die Wanne war um 37,5 Zentimeter kürzer. Daraus ergab sich eine erhöhte Karosseriestabilität und eine verbesserte Geländegängigkeit. Im August 1941 war der erste Prototyp fertig und eine Vorserie von 125 Stück wurde bei der Porsche KG in Auftrag gegeben. Nach der Abnahme durch das Heereswaffenamt am 29. Mai 1942 begann im Herbst 1942 die Serienproduktion.
(Quelle: Wikipedia)


Der Bausatz


Im handlichen Pappkarton finden wir 4 beige Spritzlinge, ein Stück Acetatfolie und einen Decalbogen.

Bei Durchsicht der Teile stellt man fest, dass man hier recht ordentlich gespritzte und gut detaillierte Bauteile vorfindet. Es ist jetzt nicht der heilige Gral des Modellbaus mit Details, die einem den Atem rauben, aber sauber und ansehnlich.

Die großen Teile des Bausatzes sind Ober- und Unterwanne, sowie der Unterwannenweinsatz. Diese machen einen guten Eindruck, mit sauberem Guss, keinem Verzug oder Ausflüssen oder Unsauberheiten. Lediglich in den durchbrochenen Rippen des Bodens des Unterwanneneinsatzes zeigen sich ein paar kleine Plastikausflüsse, die aber mit dem Bastelmesserflugs versäubert sind. Dafür ist die Optik der durchbrochenen Darstellung deutlich schöner als in den Boden eingeprägte Rippen.
Die vier Einzelsitze sind sauber und mit ein paar Rillen in der Lehne als Details ausgestattet.
Der Innenraum bietet ansonsten alles, was man hier so erwartet, Schalthebel, Handbremshebel, Fußpedale und Lenkrad für den Fahrer.
Das Fahrwerk setzt sich aus der Vorderachse und den Halterungen der Hinterräder zusammen - ein Lenkeinschlag scheint so ohne weiteres nicht vorgesehen zu sein.
Die Räder setzen sich aus dem Rad- und Felgenteil zusammen und machen einen guten Eindruck mit sauberer Darstellung des Profils und der Felgendetails.
Die Oberwanne ist ebenfalls sauber und verzugsfrei gespritzt und besitzt die passenden Details wie die gewöbte Aussparung vorn für das Reserverad, den vorn direkt mit angespritzten Schutzbügel und die Aufnahmen für die geschwungene Motorhaube am Heck.
Die Windschutzscheibe kann beweglich eingebaut werden und das Glas wird mittels Acetatfolie, die man passend ausschneiden muss, dargestellt. Maßstäblich sicher besser als die dicken Spritzguss Windschutzscheiben - wie es am Ende wirkt, muss man sehen.
Auch der Propeller am Heck ist nach oben und unten klappbar, wie beim Original. Der Propeller an sich erscheint mit etwas "flach", hätte man sicher schöner machen können.
Ansonsten sind alle weiteren wichtigen Details dabei: Scheinwerfer, Notek Scheinwerfer, Schaufel, Paddel, Rückleuchte, Nummerschildhalter, Rückspiegel, Auspuff und ein recht schön detailliertes, zusammengelegtes Planenverdeck.

Die Bauanleitung liegt der Verpackung in Form eines doppelseitig bedruckten DIN A4 Blatts auf dem in 4 Bauschritten der Bau erklärt wird. Die Zeichnungen sind sauber, detailliert und gut verständlich. Diverse Insets in den einzelnen Bauschritten zeigen den Zusammenbau von Unterbaugruppen. Zusätzlich gibt es noch ein paar textliche Hinweise auf Englisch an Stellen an denen man achtgeben muss.

Die Kartonrückseite enthält dann die Bemalungs und Markierungshinweise mittels Farbprofilen mit Ansichten jeweils von vorn, links und hinten. Die Farbangaben sind für Mr.Color und AK. Der Decalbogen ist klein und übersichtlich mit dem Nötigsten. Obacht bei den Druckangaben - hier hat man wohl ein Komma vergessen
Für dieses Modell sind drei Optionen dargestellt (alle mit dem gleichen SS 318449 Kennzeichen):
- Schwimmwagen in Dreifarbflecktarnung
- Schwimmwagen in sandgelb mit Einheitensymbol
- Schwimmwagen in dunkelgrau


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt mit dem Anbau der Vorderachse aus zwei Teilen und den beiden Federarmen der Heckachse. Bei den Federarmen hinten, muss man diese akkurat in die vorgesehenen Aussparungen einsetzen und unbedingt gerade ausrichten, insbesondere bezüglich Sturz und von der Höhe mit dem gegenüberliegenden Arm.
Die Frontachse wird dann mit einem Front/Bodenblech abgeschlossen - dieses muss man genau in Position rücken und verkleben, damit es sich perfekt an die Wannenform anpasst.

Die Reifen setzen sich aus der jeweiligen Felge und dem Radreifen zusammen, die perfekt zusammengehen und einen guten Eindruck machen. Mit dem Ankleben an die Achsen sollte des Modell direkt auf eine ebene Fläche gestellt werden um zu überprüfen dass alle 4 Reifen gleichmäßig auf dem Boden stehen und das Ganze nicht wackelt. Bei mir passte es auf Anhieb perfekt.
Weiter geht es mit dem Innenraum - Dieser basiert auf einem Innenbodenteil in das Schaltknüppel, Handbremse, Pedale und die 4 Sitze eingeklebt werden. Bei den Pedalen (B29) muss man ein wenig tüfteln wie genau es von unten in die Aussparungen gesteckt und angeklebt werden soll, denn die Zeichnung in der Anleitung ist nicht so eindeutig.

Bei den Sitzen hat sich ein erster Fehler in die Anleitung eingeschlichen - Sitze B12 und B13 sind tatsächlich die hinteren und B24 und B25 die Vordersitze, die auf die Halterungen B2 und B4 gehören.
Das jetzt fertiggestellte Bodenteil wird in die Unterwanne eingesetzt und verklebt. Daran wird hinten die Motortrennwand B19 eingesetzt - hier sollte man exakt arbeiten, damit diese genau überall abschließt. Zur Sicherheit sollte man Wannenoberteil und Motorhaube (beim Heraustrennen des Motorhaubenteils nicht zu viel von den beiden Angüssen abschneiden, da diese als Scharnier fungkeren, die die Löcher am Ansatz füllen) trocken aufgelegt werden bevor der Kleber an B19 trocknet um ggf. den Sitz noch etwas zu korrigieren.
Bevor die Oberwanne auf die Unterwanne geklebt wird, müssen noch das Armaturenbrett und eine Art Handschuhfach von unten eingeklebt werden - die Position ist aus der Bauanleitung zunächst nicht genau ersichtlich, aber wenn man schaut wo die Kerbe für die Lenksäule ist, wird es schnell ersichtlich.
Die Oberwanne dann auch erstmal trocken aufsetzen und überprüfen ob sie überall nahtfrei und ohne Gewalt auf der Unterwanne aufliegt, was bei mir der Fall war und so habe ich diese flugs verklebt und während des Trocknungsvorgangs die Feinjustierung der beiden Hälften gemacht.

Weitere Anbauteile werden an der Oberwanne angebracht, darunter die klappbare Windschutzscheibe, die einfach eingeklickt wird. Vorher müssen einige sehr fitzelige Teile auf dem unteren Steg des Winschutzscheibenrahmens angeklebt werden - hier muss man aufpassen, dass einem diese nicht beim Heraustrennen oder platzieren mit der Pinzette verlorengehen.
Die Scheibe an sich aus der beiliegenden Acetatfolie wird dann später nach der Bemalung eingeklebt.
Vorn werden das Reserverad, Scheinwerfer und Notek angebaut.
Dann geht es schon in den Endspurt - Es werden aussen Paddel und Werkzeuge angebracht - etwas problematisch ist, dass an der Wanne keinen Positionspunkte eingeprägt sind, sodass man diese nach Augenmaß ankleben muss. Die Schaufel ist übrigens Teil B6.
Die beiden seitlichen Stangen A13/A18 passen ganz hervorragend.


Am Heck werden dann noch der Auspufftopf mit Schutzgitter (aus Plastik) und natürlich der klappbare Propeller angebaut. Der Propeller in Halterung ist ein bisschen fummelig und der Propeller selber erscheint mir ein wenig flach - die Blätter müssten in der Tiefe mehr gewunden sein. Aber fürs Erste reichts. Interessanterweise gibt es auch hier für den Propellerapparat keine exakten Positionspunkte um ihn am Heck zu befestigen - man muss mit scharfem Auge schauen, damit es an der richtigen Stelle angeklebt wird.
Zum Schluss wir nach das zusammengefaltete Verdeck angebracht - vorher werden die beiden Faltstreben an die Seiten des Planenverdecks eingeklebt und dann auf die Heckkante des Innenraums geklebt.

Nach der Bemalung wird dann die Frontscheibe eingebaut - diese muss exakt aus der markierten Acetatfolie geschnitten werden und dann vorsichtig mit Weißleim in den Rahmen eingeklebt werde,

Damit ist der Bau an sich abgeschlossen.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte zunächst nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos Black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Tamiya weiß per Airbrush. Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden und der untere Bereich komplett schwarz blieb.

Es folgt danach das Airbrushen der Grundfarbe mit Mission Models dunkelgelb MMP011. Der Auftrag war sehr angenehm ohne verstopfen der Düse und mit einem hauchdünnen und feinen Farbauftrag, dank der unheimlich feinen Pigmente in der Farbe.
Mit etwas weiß MMP001 wird das gelb aufgehellt und nochmal leicht die waagerechten Bereiche aufgehellt..
Darüber habe ich dann nach gutdünken olivgrün MMP009 und rotbraun MMP012 per Airbrush als Tarnmuster aufgetragen.
Die Gummierung der Reifen wurde mit Amig 033 Rubber & Tires bemalt, das einen sehr überzeugenden Farbton abgibt.
Es folgt das Aufbringen der Decals, die vorsichtig behandelt werden müssen, denn das vordere Nummernschild tendierte bei mit dazu in mehrere Teile zu zerbrechen. .

Dann werden die Details bemalt. Das Planenverdeck wird mit Canvas von Panzeraces bemalt, der Auspuff bekommt einen Erstauftrag mit gunmetal und die Sitze mit einer Mischung eines seidenmatt schwarz und Gummifarbe. Der Schwimmpropeller wird auch in gunmetal bemalt.
Die Holzteile des Werkzeugs und des Paddels werden mit einem gelben ockerton grundiert und dann mit dem Wash for wood von AK mit einem kleinen Pinsel streifig bemalt.
Dann wird das Modell mit seidenmatt Klarlack von Amig mit 1-2 Schichten übersprüht um Lackierung und Decals etwas vor den weiteren weathering Schritten zu schützen.
Es folgt ein filtern mit Ölfarben. Zum einen habe ich auf den braunen und grünen Flecken jeweils grünliche und bräunliche, sowie auf der gelben Grundfarbe gelbliche Ölfarbtöne mit kleinen Punkten aufgetupft und mit einem sauberen Flachpinsel und Verdünner in die Grundtarnung eingearbeitet und abgestriffen, bis nur noch ein Hauch von Farbschleier übrigbleibt und die Farben miteinander mehr harmonisiert. Dazu habe ich dunkle Ölfarben im unteren und helle Ölfarben im oberen Teil des Modells aufgetupft und ebenfalls in die Grundbemalung eingearbeitet.
Zur Alterung geht es dann mit dem Streaking - hier werden dunkelbraune Streifen mittels Ölfarben in senkrechten Streifen unregelmäßig mit einem dünnen Pinsel gezogen.
Nachdem das alles durchgetrocknet ist, geht es ans washing. Hier habe ich mit dem dunkelbraunen Washing von Amig, Nr.1005 losgelegt. Mit einem dünnen Rundpinsel habe ich die gesamten Flächen feucht abgestrichen und die dunklen Pigmente zu den Details gezogen. Damit wird zum einem die gesamte Fläche minimal abgedunkelt und angeglichen und die Details deutlicher hervorgehoben.
Dieser Schritt sollte auf jeden Fall mindestens 24 Stunden trocknen gelassen.
Danach geht es daran die Details, Ecken und Kanten hervorzuheben. Dazu habe ich mir eine hellgelbe Ölfarbe angemischt und diese mit einem kleinen Flachpinsel auf Pappe ausgestrichen bis nur noch wenige Pigmente im Pinsel verblieben. Diese bleiben dann am Modell an den erhöhten Details hängen, wenn man mit dem Pinsel über Ecken und Kanten fährt. Damit bekommt man mehr Tiefe in das Modell und betont sonst schwer sichtbare Details.

Den Abschluss bildet das Auftragen von Schlamm und Schlammspritzern ... hier habe ich diverse "Mud" Produkte aus dem Hause Ammo of Mig verwendet. Diese habe ich in den unteren Wannenbereichen und vor allem in den Radkästen aufgetupft. Hier sollte man auf jeden Fall mehrere Durchgänge machen und die Paste zwischendurch trocknen lassen um zum einen mehr Struktur zu erhalten und besser zu bestimmen, wann wo wie noch nachgearbeitet werden sollte.
Den Übergang zwischen Schlamm und Fahrzeug habe ich dann mit hellen Pigmenten als Staubdarstellung geschaffen.



Fazit

Ein schöner kleiner Bausatz - jetzt kein Quantensprung gegenüber des Tamiyamodells aber schon erfreulich und schnell zu bauen und insgesamt recht kostengünstig.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 11/2018 Thomas Hartwig

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