Renault R35


 

Das Original


Ab 1926 begann das französische Militär mit Planungen einen Ersatz für den leichten Panzer Renault FT aus dem Ersten Weltkrieg zu suchen. Der Panzer war zur Unterstützung der Infanterie gedacht. Insbesondere die Firmen APX, FCM, Hotchkiss und Renault lieferten sich ein Wettrennen um die Vergabe eines Auftrages. Die Anforderungen an den Panzer wurden in den Jahren 1930, 1933 und 1934 bezüglich Panzerung und Bewaffnung erneuert, so dass die Konstrukteure beider Unternehmen ihre Entwürfe stetig nachbessern mussten.

Im Dezember 1934 lieferte Renault als erster einen Prototyp mit dem Projektnamen Renault ZM an die Commission. Im Frühjahr 1935 wurde dieses Fahrzeug mit einer schwereren Panzerung und einem Standard-APX-Turm nachgerüstet. Der Prototyp befand sich noch in der Erprobung, als die internationalen Spannungen durch die deutsche Wiederbewaffnung zunahmen. Dies führte zu der dringenden Forderung nach einer schnelleren Modernisierung der französischen Panzerwaffe. Der ZM sollte sofort in Produktion gehen. Am 29. April 1935 wurde eine Bestellung von 300 Stück aufgegeben, noch bevor das endgültige Modell fertiggestellt werden konnte. Das erste Serienfahrzeug wurde am 4. Juni 1936 ausgeliefert und musste noch einmal ausgiebig getestet werden, da es sich deutlich vom Prototyp unterschied.

Der Renault R 35 wog 10,6 t und war mit einer Stärke von 43 mm relativ gut gepanzert. Die gute Panzerung ging jedoch auf Kosten der Geschwindigkeit. Angetrieben durch einen 82 PS starken Renault-Vierzylinder-Ottomotor erreichte der R 35 nur eine Geschwindigkeit von 19 km/h. Der Motor war auch hinsichtlich der Wartung ein großer Schwachpunkt. Bei dem Motor des R-35 musste nach 30 Betriebsstunden und beim Getriebe alle 2000 Stunden ein Ölwechsel durchgeführt werden. Zudem war der Motor nicht leicht zugänglich, was eine Fehlersuche, Reparatur und Wartung erschwerte. Ein Motorwechsel dauerte 35 Stunden; ein Wechsel der Kupplung 16 Stunden und ein Wechsel des Getriebes 14 Stunden.

Die vom FT übernommene 37-mm-Kanone aus dem Jahr 1918 galt als veraltet. Als Koaxialwaffe war ein 7,5-mm-Reibel-Maschinengewehr eingebaut. Die Besatzung bestand nur aus Fahrer und Kommandant. Letzterer war daneben auch Richt- und Ladeschütze.

Bis Juni 1940 wurden etwa 1685 Fahrzeuge produziert und war damit der am häufigsten eingesetzte französische Panzer im Zweiten Weltkrieg. Zu diesem Zeitpunkt war er auch nach Polen, Rumänien, in die Türkei und nach Jugoslawien exportiert worden.

Aufgrund der geringen Geschwindigkeit und mangelnder Panzerabwehrfähigkeit der 37 mm Kanone, war der R35 der Erfordernissen der schnellen Kriegsführung im Frankreichfeldzug nicht gewachsen.

Nach dem Sieg über die Französischen Streitkräfte ließ die Wehrmacht die R-35 von Alkett umbauen und setzte sie als Artillerie- und Munitionsschlepper, Selbstfahrlafetten (Panzerjäger 35R mit 4,7-cm-PaK 36(t)) und zur Küstenverteidigung (Panzerkampfwagen 35R 731 (f)) ein. Einige Fahrzeuge wurden an Italien und Rumänien abgegeben. Von der Freien Französischen Armee und dem Vichy-Regime wurden einige R-35 in Nordafrika und im Nahen Osten eingesetzt, hier wurden sie auch später von Syrien verwendet.


Der Bausatz

Der Renault R 35 vom Hersteller Hobby Boss im Maßstab von 1:35 repräsentiert eine frühe Version mit größeren Beobachtungsoptiken an den Seiten und der Front des Turmes. Der Bausatz enthält 17 sandgelbe Spritzlinge, einen Klarsicht-Spritzling, eine PE Platinen, ein Kanonenrohr aus Messing und einen Decalbogen für 2 Varianten (Frankreich 1940 und deutsches Beutefahrzeug). Der Bausatz enthält eine Segmentkette, die pro Seite aus 33 Teilen besteht. In Sachen Inneneinrichtung liefert der Bausatz eine sehr detaillierte Ausstattung für den Fahrerraum mit dem Motor und Getriebe. Die Inneneinrichtung des Turmes fällt dagegen recht einfach aus. In dem sehr kleinen Einmann-Turm ist ohnehin nicht mehr Platz als für die Bordkanone und dem Kommandanten.

Die sechzehn seitige Bauanleitung ist übersichtlich gestaltet. Die aufwendigen Bauabschnitte befassen sich mit dem Bau des Fahrwerk und des Innenraumes der Wanne. Auf einer doppelseitigen Farbtafel wird das Tarnschema des französischen und des deutschen R 35 dargestellt. Zudem gibt es Angaben zu den zu verwendenden Farben (für die Hersteller Mr. Hobby,Vallejo, Model Master, Tamiya und Humbrol). Auf der Farbtafel fehlen jedoch Angaben zu den Einheiten beider Fahrzeuge.

Folgendes Ergänzungsmaterial wurde für den Bau des Panzers beschafft:

  • PE-Set von Eduard (36-437)
  • Messingkette 1,0 mm x 1,8 mm von CMK (H1013)
  • Messingkette 3,8 mm x 2,8 mm von TRUMPETER (08009)
  • Decal-Set von Peddinghaus 0772 Französische Kampfpanzer 1939-40 Teil 1
  • Abschleppkabel (Kupfer)
  • Einzelgliedkette von Trumpeter (02061)




Der Bau


So, alles ausgepackt, die Werkzeuge und Kleber in Griffweite und los gehts ...

Wanne (Unterteil):

Der Bau der Wanne erfolgt nach der Anleitung zwar erst in einem späteren Abschnitt, doch die Ungeduld hat mich damit anfangen lassen. Die Wanne setzt sich im Wesentlichen aus fünf Segmente zusammen (ein Wannenboden, ein Wannenoberteil, zwei Seitenteilen und einer Heckplatte). Da noch die Innenausstattung eingebaut werden sollte, wurde zunächst nur der Wannenboden und die Seitenteile montiert. Aufgrund der guten Passgenauigkeit war das auch schnell gemacht. Das Vorziehen dieses Bauabschnittes erwies sich im Nachhinein als Vorteilhaft, da man beim folgenden Bau des Motors, diesen schon und die Unterwanne einpassen kann.

Motor/Fahrerraum:

Entsprechen dem ersten Abschnitt der Bauanleitung beginnen wir mit dem Zusammenbau des Motors. Wie oben schon angeführt, weist der Bausatz mit mit einem sehr detaillierten Motor auf. Er setzt sich aus über 60 Teilen + 4 PE-Teilen zusammen. Es stellte sich zwar anfangs die Frage, ob man das alles wirklich verbauen soll, zumal man (wie so oft) später nicht mehr viel davon sieht. Aber das Wissen, dass am Modell etwas nicht vollständig ist, lässt einen Modellbauer ja bekanntlich nicht ruhig schlafen. Der Bau ging recht unkompliziert und zügig vonstatten. Nur selten musste man etwas rätseln wie ein Teil angebracht werden soll. Sehr schön ist die Darstellung eines Gitters am Motorblock und einer Platte am Schaltknüppel durch PE-Teile.

Ist der Motor fertig gebaut und bemalt, geht es weiter mit dem Fahrerraum, der ebenfalls viele Teile aufweist und keine Wünsche übrig lässt. Auch hier werden PE-Teile verbaut. Während der Montage der Inneneinrichtung ist es empfehlenswert, den Motor regelmäßig probeweise einzusetzen. Zwischen dem Motor und den anderen Bauteilen der Inneneinrichtung ist nur sehr wenig Spiel und bei einem ungenau montiertem Bauteil kann es schon Probleme geben den Motor später einzusetzen. Noch vor dem Einbau des Motors wurden schon die Bereich bemalt, die später nicht oder nur schwer erreichbar sind. Nachdem die Inneneinrichtung und Motor ihren Platz gefunden haben, ging es an die Konstruktion von zwei Halterungen für die 37 mm Granaten. Diese Gestelle sind in dem Bausatz nicht vorhanden und wurden in Scratchbauweise erstellt. Dabei orientierte ich mich an alten Fotos von dem Innenraum. Da man diese Gestelle später nahezu nicht mehr sieht, sind diese Teile nicht 100% präzise gearbeitet. Mit der anschließenden Bemalung der restlichen Teile ist die Bauphase des Innenraumes abgeschlossen.

Laufwerk:

Der Bau beginnt mit der Montage der Laufrollen. Der R 35 weist auf jeder Seite fünf Laufrollen auf (zwei Doppelaufhängungen und eine Einzelaufhängung). Der Zusammenbau der Aufhängungen ist recht kniffelig. Jede Doppelaufhängung besteht aus 15 Teile (davon vier PE-Teile). Besonders problematisch erweisen sich die zu montierenden PE-Bleche.

Bei diesen Blechen werden nicht nur die Seiten rechtwinklig geknickt, sondern auch in sich in Form gebogen werden. Da die PE-Platine relativ dick und steif ist, ist es schwierig, alle Bleche gleichförmig zu gestalten. Damit sind beim Zusammenbau Ungenauigkeit vorprogrammiert, die mit Spachtelmasse ausgeglichen werden müssen. Hier ist es für mich unverständlich, warum diese Teile nicht schon an den Laufwerkteilen angegossen sind. In meinen Augen ist es ein unnötige Detailverliebtheit. Wer sich die Biegerei der PE-Teile ersparen möchte, der sollte die Bleche selber aus dünnen Plastikplatten erstellen.

Ein weitere Augenmerk ist auf die Montage der insgesamt sechs Stützrollen zu richten. Werden diese nach Anleitung verbaut, befinden sie sich zu dicht an der Wannenseite. Wird später die Kette montiert, liegen die innen liegende Dornen der Kette auf den Stützrollen auf. Die Rollen müssen einen ca. 2 mm größeren Abstand zur Wannenseite haben. Sinnvoller Weise sollte die Achse der Rollen entsprechend verlängert werden. Bemerkt man den Fehler zu spät, so wie es mir passierte, so kann man die der Wannen zugewandten Seite der Rollen soweit abfeilen, bis die Kette richtig aufliegt.

Den Abschluss bildet die recht unkomplizierte Montage der mehrteiligen Antriebs- und Leiträder.

Kette:

Nach der Fertigstellung des Laufwerkes, ist es ganz sinnvoll die Kette zu montieren, bevor die Oberwanne angebracht wird. So ist alles noch gut zugänglich ist. Der Bausatz enthält eine gut detaillierte Segmentkette, die pro Seite aus 33 Teilen besteht. Da ich jedoch kein Freund von Segmentketten bin, habe ich mich für eine Einzelgliedkette von Trumpeter entschieden. Die Kettenglieder befinden sich an Gießästen, sind detailgenau und lassen sich leicht Versäubern. Bei der Versäuberung kann man entspannt arbeiten, da ausreichend Ersatzkettenglieder vorhanden sind. Pro Kette werden, je nach gewünschtem Durchhang, 123 bis 125 Kettenglieder benötigt. Die Kettenglieder können über ein Klicksystem zusammengesteckt werden.
Die Verbindungen halten jedoch nicht immer ganz zuverlässig, so dass ich sie zusätzlich geklebt habe. Wie bei anderen Einzelgliedketten ohne Klicksystem, wurden die Kettenglieder auf einer mit Doppelklebeband versehenen Schiene fixiert, anschließend verklebt (mit Revell Contacta) und nach ca. 20-30 Minuten Wartezeit als Ganzes an das Laufwerk angepasst. Die Enden der Kette werden zunächst nicht verbunden, da die Kette nach dem Aushärten des Klebers (ich warte mindestens eine halben Tag) zum Bemalen wieder abgenommen wird. Nach dem Aushärten erfolgt die Grundierung der Kette und eine Bemalung mit schwarzgrauer Farbe. Den Abschluss bildet die Darstellung blanker Eisenteile mittels der auf Wachs basierende Paste True Metal (Steel) von AK Interactive (der Geruch erinnert stark an Schuhputzmittel).

Wanne (Oberteil):

Ist die fertige Kette angebracht, so kann die oberer Schale der Wanne montiert werden. Zuvor werden auf der Innenseite noch das Armaturenbrett und Gestänge für Fahrerluke angebracht. Zudem sollte eine schmale Falz, die sich vorne an der linken und rechten Seite der Wannenoberseite befindet, entfernt werden, damit die Oberwanne leichter eingepasst werden kann. Nach der Montage waren noch feine Fugen zwischen der Ober- und Unterwanne vorhanden, die zugespachtelt werden mussten. Dazu verwende ich, vorzugsweise Plastic Putty von Vallejo. Diese Spachtelmasse ist wasserlöslich, wodurch man die gespachtelte Stelle mit einem nassen pinsel glattstreichen kann. Ein nachträgliches Schleifen, wodurch kleinere Strukturen am Modell (z. B. Nieten) beschädigt werden könnten, entfällt.

Im Folgenden werden dann die Fahrer- und Wartungsluke sowie Auspuffanlage, Abschleppschäkel und alle äußeren Ausrüstungsgegenstände angebracht. Die Ausrüstungsgegenstände wurden mit PE-Teilen von Eduard ergänzt. Da das PE-Set an den Bausatz des R 35 von Tamiya angepasst ist, musste teilweise improvisiert werden. Im wesentlichen passen die PE-Teile auch für den Bausatz von Hobby Boss ganz gut. Den auf der linken Seite der Kettenabdeckung befindlichen Rückspiegel des Fahrers habe ich mit Liquid Chrome von Molotow bemalt, wodurch ein recht authentischer Spiegeleffekt erzeugt wird. Nach einer eintägigen Trocknungszeit wurde die Spiegelfläche mit einer Maskierflüssigkeit geschützt, da diese sehr empfindlich ist und auch keinen Klarlack verträgt (die Chromoberfläche wird durch Klarlack stumpf).

Turm:

Der Zusammenbau des kleinen Einmannturmes gestaltete sich recht unkompliziert. Zunächst wir die aus sechs Teilen bestehende 37 mm Kanone zusammengebaut und anschließend in den Turm eingepasst. Das Kanonenrohr selbst ist aus Messing und liegt dem Bausatz bei. Die Einstiegsluke des Kommandanten ist so konstruiert, dass sie beweglich ist. Wie oben schon angeführt, stellt der R 35 von Hobby Boss eine frühe Ausführung dar. Das markanteste Kennzeichen der frühen Ausführung sind die wulstartigen Ausbuchtungen der Beobachtungsoptiken an den Seiten und der Front des Turmes. Die spätere Ausführung des R 35 hatte flachere Sehschlitze. Zudem befanden an der Beobachtungskuppel ds Turmes zwei vertikale Sehschlitze. Auf Originalfotos kann man erkennen, dass bei vielen R 35 der älteren Ausführung die modifizierte Kuppel der neuen Version verbaut wurde. Bei der Beobachtungskuppel der späteren Version wurden die vertikalen Sehschlitze durch eine Metallplatte abgedeckt und unterhalb der Metallplatte ein schmaler, horizontaler Sehschlitz angebracht. Die Metallplatte konnte vertikal verschoben werden, wodurch der Sehschlitz abgedeckt werden konnte. Diese Zwitter-Ausführung wollte ich bei meinem Modell darstellen.

Die ersten Versuche die Metallplatte an der Kuppel mittels einer dünnen Platte zu erstellen, waren nicht zufriedenstellend. Aufgrund der Krümmung der Kuppel standen die Enden der Platte immer zu weit ab. Letztlich habe ich dann eine Seite der Kuppel mit mehreren Lagen einer Maskierflüssigkeit (Maskol von Humbrol) bestrichen um so eine Negativform der Kuppel zu erhalten. Nach dem Aushärten wurde die Innenseite der Gummiform dünn mit einer selbst erstellten Spachtelmasse (in Flüssigkleber aufgelöster Resten von Gießästen) bestrichen. Das so erlangte dünne Plastikplättchen wurde nach dem Aushärten in Form geschnitten und über den vertikalen Sehschlitzen angebracht werden. Als Abschluss wurde dann noch der horizontale Sehschlitz eingeritzt.

Zudem habe ich die Optiken am Turm aufgebohrt und mit Micro Kristal Klear gefüllt um einen realistischeren Glas-Effekt zu erzeugen. Dieser Vorgang musste aufgrund des Schrumpfens der Flüssigkeit beim Trocknen mehrmals wiederholt werden.

 

Ergänzte Ausrüstung:

Als ergänzende Ausrüstung für den Bausatz habe ich mir zwei Ketten besorgt. Eine dünne Messingkette 1,0 mm x 1,8 mm von CMK (H1013) und eine dicker Messingkette 3,8 mm x 2,8 mm von TRUMPETER (08009). Letztere wurde in dünnen Lagen mehrmals mit schwarzer Acrylfarbe bemalt und anschließend mit Metal Polishing Powder (Steel) von Uschi van der Rosten eingerieben um einen Metalleffekt zu erzeugen. Die dünne Kette wurde an den Abschleppschäkel an der Front und dem Heck der Wanne befestigt und die dickere Kette diente am Heck angebracht.

Des Weiteren montierte ich eine Abschlepptrosse auf dem Bug der Wanne. Für die Trosse verwendete ich ein Kupferkabel dessen Enden ich zu einer Öse umgebogen habe. Die Halterung für die Trosse stammte von dem PE-Set von Eduard.

Sowohl die Ketten, als auch die Trosse wurde nach der Bemalung angebracht.

Bemalung/Alterung

Vor der Bemalung wurde das bereits lackierte Fahrwerk, die offenen Luken, der Spiegel und die Optiken abgedeckt. Das fertig gebaute Modell wurde mit einer hellgrauen Grundierung von AK Interactive versehen. Auf ein Preshading habe ich diesmal verzichtet, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass der Effekt des Preshading durch das später Washing und den Verschmutzungen komplett überdeckt werden. 

In Sachen Bemalung und Markierungen sollte ein 1940 in Frankreich eingesetztes Fahrzeug der 3. Kompanie der 17. BCC (Bataillon de Chars de Combat) dargestellt werden. Der Panzer hat ein Tarnschema in Dunkelgrün und Rotbraun. Die Farbbereich sind durch eine beige Linie getrennt. In Anlehnung an einer Farbtafel von Ammo Mig habe ich die Farben selber gemischt. Die Hauptkomponenten der beiden Mischungen waren jeweils das Nato Green (71.093) und Mahagony Brown (70.846) von Vallejo. Die Grüne und Rotbraune Farbe wurde mit der Airbrush aufgetragen, die beige Trennlinie mit einem Pinsel.

Im nächsten Schritt folgte der erste Klarlack Überzug. Hierbei verwendete ich eine Mischung von Glanzlack und Seidenmattlack (im Verhältnis 1:1) von Vallejo.

Die Decals für dieses Fahrzeug habe ich einem Set von Peddinghaus (0772 Französische Kampfpanzer 1939-40 Teil 1) entnommen. Die Deckfähigkeit der Decals ist leider nicht sehr hoch, so dass ich jedes Kennzeichen und den Schriftzug in zwei Lagen anbringen musste (zum Glück hatte ich von dem Decal-Set zwei Exemplare).

Mit einem Seidenmattlack von Vallejo wurde das Modell anschließend versiegelt.

Nach einer zweitägigen Wartezeit ging es nun an die Alterung und Verschmutzung des Modells. Für das Drybrushing und Washing verwendete ich Ölfarben von Abteilung 502. Da ich kein Freund von übermäßigen Abnutzungseffekten bin, wurden die Effekte nur dezent angebracht. Für die Verschmutzungen habe ich Vallejo Pigmente (Light Sienna) verwendet. Mit dem Pigment Pulver wurde ein stark verdünntes Washing mit einem dicken, weichen Pinsel aufgetragen. Die Pigmente konzentrieren sich dabei in Vertiefungen und an Kanten. Nach dem Trocknen des Washings wurden die Bereiche die mir zu sehr oder zu unrealistisch verschmutzt vorkamen, sowohl mit einem nassen Pinsel wieder abgewaschen, bzw. mit einem trockenen Borstenpinsel abgebürstet. Auf eine Fixierung der Verschmutzung habe ich verzichtet, da ich so noch alle Freiheiten habe, den Effekt zu verändern/zu beseitigen. Die so aufgetragene Pigmentierung ist reibfest genug um nicht gleich bei jeder Berührung abzugehen. Die Auspuffanlage habe ich mit selbst hergestellten Rostpigmenten versehen.

Fazit

Mit dem Renault R 35 von Hobby Boss bekommt man einen schönen, gut detaillierten Panzer aus den Anfangsjahren des Krieges. In meinen Augen hervorzuheben ist die umfangreiche Innenausstattung des Motor-/Fahrerraumes. Für mich macht eine Inneneinrichtung ein Modell erst richtig komplett. Zudem sind mir die im Bausatz enthalten PE-Teile sowie das Kanonenrohr aus Messing positiv aufgefallen. Aber wie es oft so ist, wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die Passgenauigkeit ist in bestimmten Bereichen verbesserungswürdig stellen aber keine unüberwindlichen Hindernisse dar. Drei weitere Punkte sind mir besonders negativ ins Auge gefallen:

  • Durch die Verwendung der PE-Teile gestaltet sich der Zusammenbau unnötig kompliziert
  • Die falsche Position der Stützrollen sollte überarbeitet werden, oder zumindest auf den Fehler in der Anleitung hingewiesen werden.
  • Das bei den Decals nur eine französische Variante angeboten wird, finde ich etwas mager! Ein bis zwei weitere Varianten wären wünschenswert.
Unter dem Strich hat mir das Modell aber recht viel Spaß gemacht, so dass ich den Bausatz durchaus empfehlen kann!

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 01/2021 Andreas Immekus

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