Spähpanzer Luchs A2


 

Das Original

Der Entwicklung des Spähpanzer 2 "Luchs" geht zurück auf das Jahr 1968, als die ersten Prototypen vorgestellt wurden. 1968/69 wurde das Konzept überarbeitet und um Schwimmfähigkeit und wahlweise Schaltung von 4- bzw. 8-Rad Lenkung erweitert.
1971 wurde das Konzept von Daimler-Benz zur Serienfertigung ausgewählt und Thyssen-Henschel ab 1973 mit dem Bau von 408 Fahrzeugen beauftragt.
Der Luchs verfügt über einen 8x8 Allrad Antrieb, wobei unter 30 km/h eine optionale 8-Rad Lenkung zur Verfügung steht. Bewaffnet ist der Luchs mit einer Rh202 20mm Maschinenkanone von Rheinmetall, welche über eine Doppelgurtzuführung (ab Version A1) panzerbrechende, Sprengbrand und Leuchtspurmunition verschießen kann. Hinzu kommt ein Fla-MG 7,62mm auf Drehlafette.
Die Besatzung steht aus 4 Mann: Kommandant, Richtschütze, Fahrer und Funker - wobei der Funker gleichzeitig die Rolle des Rückwärtsfahrers übernimmt.

Mit der Einrüstung von SEM80/90 Funkgeräten und der Doppelgurtzuführung wurde der Luchs Anfang von 1980-1983 zur Version SPz 2 A1 kampfwertgesteigert. Mitte der 80er Jahre folgte eine weitere Aufwertung durch den Einbau eines Wärmebildgerätes. Der IR Scheinwerfer entfiel ab diesem Zeitpunkt. Der Luchs verlor mit dieser Modifikation aufgrund des höheren Schwerpunktes seine Schwimmfreigabe und darf nunmehr nur noch schmale Gewässer durchfahren.

Eingesetzt wurde der Luchs bei den Panzeraufklärungskompanien der Brigaden.
2009 wurden die letzten Luchs ausgemustert.




Der Bausatz

Ein Blick in den Karton erfreut das Herz gleich, denn schon ein flüchtiger Blick zeigt, dass das ein Bausatz mit viel Licht ist.

Im Bausatz enthalten sind insgesamt 6 Spritzlinge aus beigem Plastik, ein Spritzling in durchsichtigem Plastik, die Ober- und Unterwanne, das Turmoberteil, 16 Reifen, eine PE Platine, Metallfedern, eine Vinylabdeckung, zwei Polycaps und ein Decalbogen.

Ein näherer Blick auf die Teile lässt einen vor Freude in die Hände klatschen, denn im Gegensatz zu den alten Revellmodellen sehen wir hier ein Modell, das diesem in allen Belangen deutlich voraus ist. Ein erster Blick auf die Unterwanne, denn da war bei Revell einiges nicht richtig und nur mit viel Sägearbeit zu korrigieren - aber hier: Seitenwand nach unten hin richtig geneigt! Auch an der Oberwanne sieht man Antirutschbeschichtungen, die mit zu den besten und realistischsten gehören, die ich in 1:35 Spritzguss gesehen habe!
Auch sonst sind die Details an Ober- und Unterwanne wirklich ganz ausgezeichnet. Absolut scharf und sauber dargestellt.
Verzug oder Auswerferstellen sucht man hier vergeblich.

Das Fahrwerk ist komplett und ziemlich detailliert dargestellt, was eine menge Spur- und Lenkstangen wie auch Stabilisatoren beinhaltet. Die Lenkung scheint beweglich zu bleiben!.
Ein weiterer Knüller sind die Reifen ... Takom legt hier 2 komplette Reifensets bei - also 16 Reifen. Es handelt sich hierbei um schwarze Vinylähnliche Reifen, wobei diese relativ hart sind, d.h. die Angst, dass diese über die Jahre reissen, scheint recht minimal sein. Die beiden unterschiedlichen Profile, das neue Blockprofil und das alte M-Profil sind sehr gut dargestellt und die feinen Herstelleraufdrucke an den Seiten sind schlichtweg der Hammer!
Die Anbauteile wie Antennensockel, Werkzeuge, Abschleppseile, MG, Nebelbecher, usw. sind für Plastik gut und fein dargestellt. Für weitere feine Details, wie Lüftergitter, Sicherungsringe im Laufwerk, Optikschutzgitter, USA liegen fein geätzte PE teile bei. Der Clou hier ist, dass diese nicht die typische Messingfarbe haben, sondern matt grün beschichtet sind. Ungewohnt, aber gefällt mir optisch und ist m.E. besser für Farbhaftung.

Die Luken im Turm und Oberwanne sind offen darstellbar, leider ist im inneren nichts weiter hinterlegt. Das Rohr der 2cm ist als Plastikteil dargestellt - offene Mündung und für Plastik ganz ordentlich. Aber einfach kein vergleich zu einem gedrehten Metallrohr wie von RB oder Schatton, welche ich sehr empfehle.

Das schöne ist (neben den zwei verschiedenen Reifensets), dass alle Optionsteile für die A1 und A2 Version beiliegen. Soweit ich das beurteilen kann, sind alle richtigen Teile bei den jeweiligen Versionen angegeben - dennoch empfehle ich bei diesen noch Referenzfotos zu bemühen.
Für die A1 Version ist das auffälligste Merkmal der Schießscheinwerfer während bei der A2 das Wärmebildgerät am Turm ist - aber ansonsten gibt es erstaunlich viele kleine Unterschiede.
Was ein wenig schade ist, ist dass der A2 Version die markanten Zusatzstaukisten fehlen, die man an den Luchsen im KFOR Einsatz gesehen hat. Gut ... man muss ja, keinen KFOR Luchs bauen ... wenn da nicht die Decals wären - siehe weiter unten.

Kommen wir zur Bauanleitung - diese besteht aus ein einem relativ stattlichen Büchlein im DIN A4 Querformat in dem in 27 Bauschritten der Bau des Luchs gezeigt wird.
Die Zeichnungen sehen gut aus, wobei mir am Anfang ein wenig die Übersichtlichkeit fehlt um die einzelnen teile im Laufwerk auszumachen und deren genaue Position. Das bessert sich aber schnell - vor allem da in den Bauschritten ergänzend Vollflächendarstellungen dabei sind. Ab Bauschritt 13 ist der Bau zweigeteilt für Version A1 und A2 - die deutlich getrennte Darstellung gefällt mir sehr gut und sollte von anderen Herstellern auch mal so beherzigt werden.
Die Bemalungs/Markierungsanleitung ist auf zwei beiliegenden doppelseitig farbig bedruckten DIN A5 Bögen, je zwei Versionen für A1 und A2. Der Decalbogen ist schön fein und sauber gedruckt - leider ist die Auswahl an Markierungen ziemlich mager. Die A1er sind einfarbig Nato grün angegeben (sollte aber gelboliv sein), die A2er in Nato flecktarn und in KFOR Markierungen. Hier wäre ein größerer Bogen mit mehr Auswahl an takt. Zeichen und Einheiten Emblemen ... aber das ist jammern auf hohem Niveau.



Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt also mit der Unterwanne und dem Fahrwerk - das an sich ist schon ein Bausatz an sich, da recht detailliert und bei etwas Sorgfalt auch mit beweglicher Lenkung - es lohnt sich also die Anleitung genau zu studieren.
Es beginnt mit dem Anbau einiger Winkelstücke und Boxen an die Unterwanne, die für den ansonsten schon recht verwinkelten Unterboden für die Spritzgussform zu aufwändig geworden wäre.
Die Stoßdämpfer müssen noch zusammengesetzt und dann in die jeweilige Radnische gesetzt werden. Hier empfiehlt es sich aus der Nachbetrachtung entweder nur wenig Kleber oder einen nicht endfesten Kleber zu versenden, denn die exakte Höhe und Winkelung der Stoßdämpfer ist zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht ersichtlich und muss ggf. mit der Achsaufnahme in Einklang gebracht werden - was schwierig ist, wenn der Stoßdämpfer bereits bombenfest eingeklebt ist.
Dann werden die vier Achswippen eingebaut - wer Muße hat, kann diese am Aufnahmepunkt aufbohren und mit Metallstift beweglich lagern um später eine gewisse Spielmöglichkeit mit den Achshöhen zu haben und alle Räder am Boden zu haben.
Auf diese Wippen werden echte Metallfedern mit Sekundenkleber geklebt - hier sollte man unbedingt darauf achten, dass diese absolut gerade aufgeklebt werden, denn ihre Starrheit kann später den Anbau der Achsen zum Horror machen. Einfedern werden diese später nicht, dafür sind sie (wie schon gesagt) viel zu starr. Plastikfedern wie aktuell beim E-100 von Amusing Hobby wären hier toll und sinnvoll gewesen. Aber für die Optik sind diese absolut grandios.

Dann geht es an den Bau der vier Achsen, die man am besten akribisch nach Anleitung abarbeitet und immer sich ganz genau vergewissert gerade das richtige Teil am richtigen Ort anzubringen. Die Achsen selber setzen sich auch zwei Halbteilen zusammen, die man ordentlich und spaltfrei zusammenkleben sollte. Dies gilt insbesondere für die Getriebeabdeckungen die man wirklich bis zum letzten µ eindrücken sollte, denn die später einzusetzenden Getriebeachsen sitzen absolut eng und knapp.
An die Achsen werden dann Steuerhebel aufgesteckt und diese mit PE Ringen abgeschlossen, die mit Sekundenkleber verklebt werden sollen.
Mein Tipp: lasst es!
Das kleinste Tröpfchen, das am Ring vorbei geht, blockiert die ganze Beweglichkeit des Systems der Lenkstangen. Stattdessen sollte man den Nupsi auf den man den PE Ring gesteckt hat auf die altmodische Art mit einer heissen Messerspitze plattschmelzen und so den Ring gegen abrutschen sichern. Hält bombenfest und das Gestänge ist geschmeidig beweglich. Dies gilt für sämtlich beweglichen Teile für die Lenkung im Fahrwerksbereich.

Mit dem Einkleben der ersten Achse merkt man dann, dass man am besten 3-4 Hände und Mikrofinger bräuchte um zum einen die beiden Federn auf die richtigen Aufnahmen zu drücken, das Lenkgestänge-Endstück in das richtige Loch zu führen, die beiden Stabilisatorenköpfe in die Unterwannenaufnahme zu pressen und die beiden Stoßdämpferenden fest an die genau richtigen Stellen an der Achse zu drücken, bis der Kleber fest ist. Gut letzteren kann man auch machen, wenn die Achse zumindest fest mit den federn verbunden ist. Dann kann man mit den einzelnen Stoßdämpfern spielen (wenn am Fahrzeugende noch nicht endfest eingeklebt), damit die Endköpfe genau auf gleicher Höhe an der Aussenaufnahme sitzen.
Wer nach der Anleitung geht und erst in Bauschritt 6 die beiden Kardanwellen einbauen will, wird sich wundern, wie das passen soll, denn die Achsen sind nunmehr starr und unbeweglich und zumindest auf einer Seite ist immer der Nupsi der Kardanwelle zu lang. Daher besser mit dem Einbau der zweiten Achse und dann weiter mit Einbau der Getriebebox gleichzeitig auch immer das entsprechende Stück Kardanwelle mit einbauen!
Und genau so fährt man dann mit den Achsen 3 und 4 fort. Und im Idealfall hat man dann ein Laufwerk, das auf allen 8 Achsenden gleichermaßen ruht.

In Bauschritt 9/10 soll man dann die Stangen A65 und 66 an die beiden Vorderachsen anbauen - aber wenn ich das richtig sehe, fixiert man damit die Lenkung und alle Beweglichkeit die man sich mühsam erarbeitet hat, ist für die Katz - ich habe diese Teile daher weggelassen.
Dafür werden im Inneren der Unterwanne zwei Steuerstangen mit zwei Hebeln an die von unten durchgesteckten Lenkhebel der jeweils 2 Vorder- und Hinterachsen eingeklebt, bzw. natürlich mit Ringen wieder beweglich gehalten. Damit sollen dann später die beiden Vorder und Hinterachsen synchron eingeschlagen werden können.
Für Achse 2 und 3 sollen dann noch Stabilisatorenstangen eingeklebt werden deren eines Kopfende erst an die Stange geklebt werden muss - hier wäre es schön gewesen, wenn die Ausrichtung deutlicher oder der Klebepunkt mit Passmarken versehen wäre. So muss man sich das ganze ein bisschen hinfummeln und auch an den Achsen selber ist einfach zuviel Spielraum wo es denn nun genau angeklebt werden kann.

Nach Anleitung kann man nun die Bremstrommeln an die Achsen anbringen und mit der unteren Aufnahme A25 verkleben und sichern. Auch hier muss man zum einen vorsichtig mit Kleber umgehen um nicht die beweglichen Teile zu verkleben, andererseits aber an den richtigen Stellen genug anbringen und dann Bremstrommel, sowie sichernde Ober und Unterteile lang genug und fest genug zusammendrücken.

Dann beginnt in der Anleitung schon die Aufteilung zwischen Bau des A1 und A2 Version - man muss also immer genau hinsehen wo man gerade genau schaut, denn ich habe mich einige Male beim umblättern erwischt erstmal die nächste Zeichnung anzusehen, obwohl ich die andere Version bauen wollte..
Als erstes kann man endlich dazu übergehen die Heckwand einzukleben - hier wird nur schnell ein Scheinwerfer in die Nische der Heckwand und das Abluftgitter angeklebt. Bei letzterem sollte man genau schauen, dass es überall spaltenfrei aufliegt.
Für die A2 Version, die ich bauen will, sollen vor dem Aufkleben der Oberwanne diverse Löcher von innen aufgebohrt werden. Achtung: Wer nicht einen Test-Luchs A2 aus Munster bauen will, braucht die hinteren zwei Löcher nicht bohren!
Die Lagernische für die Unterlegkeile setzte sich aus mehreren Teilen zusammen und man muss die Teile genau zusammenbauen und beim Einkleben in die Oberwanne genau ausrichten und ggf. etwas feilen, denn hier entstehen schnell Spalten und Kanten.


Dann geht es an das Aufsetzen der Oberwanne - hier erstmal trocken auflegen und schauen ob es irgendwo hakt und die Oberwanne spaltenfrei aufliegt. Ist alles sauber, schnell die Kontaktstellen mit Kleber bestreichen und die Oberwanne wieder spaltenfrei aufsetzen. Hier auch wieder fest mit den Händen zusammendrücken, dass überall spaltenfreie Übergänge entstehen. Das klappte bei mir ganz gut und es musste kein Spachtel zum Einsatz kommen!

Die beiden Heckpropeller setzen sich aus je 4 Teilen zusammen und auch hier sollte man die Nahtstellen schön verschleifen. und je nachdem in welchem Szenario man später seinen Luchs darstellen will, sollte man die Propeller dann in die Aufnahmen einkleben - für den Schwimmbetrieb wie in der Anleitung gezeigt, für den Fahrbetrieb um 180° nach vorn gedreht.
Das Schwallschild von kann einfach eingehängt werden und bleibt beweglich - so kann man es bei Bedarf auf und abgeklappt darstellen.
Nun beginnen die Kleinteilorgien, denn die Oberwanne wird vervollständigt. Bevor man dies tut, sollte man (es sei denn man baut wie gesagt eine der Test Versionen aus Munster) zum einen B94 in Schritt 17 weglassen und die angegossene Aufnahme auf der Oberwanne abschneiden und sauber verschleifen. Auch Teil B16 aus Schritt 18 kann man weglassen, da es kein Serienfeature ist.
Bei den ganzen Griffstücken und Aufstiegshilfen ist es sehr von Vorteil, dass Takom hier ein sehr gutes Plastik verwendet hat, denn die dünnen Stangen brechen nicht sofort, wenn man sie vom Spritzling trennt - dennoch ist hier vorsicht geboten und an sich wäre man am besten beraten diese mit einem Ultraschallschneider spannungsfrei herauszutrennen. Die Angüsse sauber verschleifen und beim Anbau genau auf die Ausrichtung und feinen Marken an der Wanne achten.

An den Fahrer und Rückwärtsfahrer Luken werden die Winkelspiegel aus klarem Plastik eingeklebt, wobei man durch die enge Passung aufpassen muss, dass man diese auch wirklich komplett in die Vertiefung bis zum Boden drückt. Danach folgen die Abdeckschutzbleche für die Winkelspiegel, die aus filigranen PE Teilen gebogen werden müssen.
Das Abschleppseil ist aus Spritzguss, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt und macht trotzdem einen wirklich passablen optischen Eindruck. Am Wannenheck werden die zwei Lüftergitter aufgeklebt -
hier fehlen mir persönlich auch deutlichere Passmarken denn viel zu schnell ist eines minimal verkantet. Auch erscheinen diese etwas zu engmaschig, bzw. das Material in Relation zu dick.
Desweiteren werden die Bordwerkzeuge an den Wannenseiten angeklebt, was dank exakter Passmarken einwandfrei funktioniert.
Am Bug sollte man nun auch die beiden Scheinwerfer einkleben - hier der Tipp von mir, diese möglichst hoch anzusetzen, damit dann die untere Querstrebe des Schutzbügels nicht mit dem Scheinwerfer ins Gehege kommt.
Apropos Schutzbügel - hier muss man zum einen die Ergänzungszettel zur Bauanleitung zur Hand nehmen, denn die beiden Bügel sind nicht wie in der Hauptanleitung einteilig, sondern die Querstangen sind Teile B97 und 98. Und zum anderen muss man genau hinsehen und am besten ein Originalbild zur Hand nehmen, wo die Ansatzpunkte der Schutzbügel sind. Da ist die Anleitung leider etwas schwammig.
Die Scheinwerfer an sich werden bei mir erst nach der Endbemalung mit Liquid Chrome ausgemalt und dann mit der Linse aus klarem Plastik verschlossen.

Ein bisschen graue Haare habe ich dann bekommen als es im Bauschritt 18 darum ging auf der linken Wannenseite im oberen Bereich 6 winzige Schraubenköpfe anzubringen, die man von Spritzling B vorsichtig abtrennen muss ... diese sind wirklich verdammt klein und man muss gerade beim Abtrennen und dann beim Transfer auf das Modell aufpassen, dass das Teil nicht davonfliegt. Immerhin hat Takom 8 Teile auf den Spritzling geprägt, d.h. zwei können notfalls verlorengehen.
Am besten immer einen nach dem anderen gaaaanz vorsichtig mittels scharfem Skalpell möglichst glatt runterschneiden. Dann kurz überprüfen dass das Teil richtigherum auf der Bastelmatte liegt. Dann auf dem entsprechenden Markierungspunkt der Wanne einen Klecks Kleber geben und dann den Schraubenkopf mit einem Zahnstocher, den man an der Spitze leicht anleckt, aufnehmen und vorsichtig auf dem Klebepunkt platzieren.

Allerdings frage ich mich, warum man diese Details nicht gleich direkt an die Wanne angießen konnte - das hätte einige Zeit und Nerven gespart.
Gleich danach werden den je 4 seitlichen Aufhängungspunkte für Schwimmkörper angebaut, die spezifisch für die A2 Version sind - dazu wird jeweils erst ein PE Blech an die Markierungslinie geklebt und darauf dann die Halterung als Spritzgussteil. Diese vorsichtig heraustrennen, denn auch trotz des nachgiebigen Plastiks kann es hier sonst zu Bruch kommen - und das ist bei diesen recht kleinen Teilen echt ärgerlich.

Auf dem Motordeck geht es dann weiter mit den Luftansaugstutzen für den Motor, die im Schwimmbetríeb hochgeklappt werden können und aus 4 Schlauchstücken besteht.
Im Modell werden diese aus 4 Rohrteilen dargestellt, die aber leider nur herabgeklappt dargestellt werden können. Sicherlich kann man diese mit etwas Eigenarbeit in die hochgestellte Position bauen, mir war es für diesen Moment zu aufwändig und so habe ich diese nach Anleitung angebaut. Wer die Rohre aufgestellt einbauen will, sollte die Endstücke definitiv weiter ausbohren und damit deutlich dünnwandiger machen. Im abgelegten Zustand sieht man dies aber nicht.
Die Umrandung setzt sich aus mehreren Plastikteilen und PE Teilen zusammen - bei den PE Teilen müssen diese geknickt werden und an den Plastikteilen definitiv ausgerichtet werden bevor man diese mit Sekundenkleber festklebt.
Beim Aufkleben auf das Motordeck rund um die Schläuche exakt ausrichten und in die Passmarken drücken ... und nochmal kritisch per Auge prüfen. Das PE Teil TP13 ist in der Anleitung nicht so eindeutig zu erkennen, dieses muss nur leicht angeknickt werden und das längere Teil nach unten - damit die Lücke dann auch wirklich abgedeckt ist.

Damit ist die Wanne relativ komplett - die T-Zughaken, die im Bausatz leider fehlen, habe ich als Metallteile aus einem Set von MR angeklebt, die Antennen aus Messing von Leopard Club LW024 erst nach Ende der Bemalung und Alterung eingebohrt und verklebt und die Resinräder DW35083 von DEF Models auch erst nach der Bemalung angebracht werden.

Kommen wir nun also zum Turm - dieser setzt sich in den Hauptteilen aus angenehm wenigen Teilen zusammen. Auch hier müssen in das Oberteil von innen Löcher für die A2 Version aufgebohrt werden, was man tunlichst nicht vergessen sollte.
Die Waffenhalterung im Inneren ist durch Polycaps beweglich gehalten, allerdings relativ locker. Dann kann man die beiden Turmober- und unterteile zusammenkleben. Vorsicht dann beim Aufkleben des kleinen Stücks Abdeckplane - dieses ist aus sehr weichem und dünnen Plastik und macht einen ausgezeichneten Eindruck - aber man muss es mit Sekundenkleber aufkleben und hier passiert es sehr schnell, dass man sich die bewegliche Waffenblende mit Sekundenkleber fixiert. Man sollte also zum einen extrem vorsichtig sein und zum anderen notfalls die Ausrichtung des Rohres so wählen, dass man mit einer fixierten Blende leben könnte.

Das Plastikrohr des Bausatzes habe ich sauber abgeschnitten und durch das Messingrohr von Schatton getauscht, das von den Details um einiges besser ist. Dazu musste ich in dem verbleibenden Plastikbasisteil ein Loch für den Zapfen des Messingrohres bohren. Hier konnte ich das Loch gleich korrekt etwas aus der Mitte versetzt einbohren um es wie beim Original darzustellen wo das Rohr ansetzt.

Die beiden Lukendeckel werden erstmal nur eingesteckt und die 12 Winkelspiegel aus klarem Plastik eingeklebt. Diese sollte man akkurat von den Angüssen befreien, da sie auch sehr eng in den Aufnahmen sitzen und jeder kleine Plastikrest das exakte Einstecken behindern könnte.

Auf der linken Seite wird ein Teil mit den drei Flaggenhalterungen angebracht, aber nicht ohne die Halterungen aufzubohren - ein etwas fummeliges Unterfangen bei dem man einen feinen Bohrer und eine ruhige Hand benötigt.
Die Nebelwurfbecher werden als nächstes in die vorbildlichen Aussparungen am Turm eingeklebt und mit feinen Kettchen aus dem Leopard Club Set LW044 verfeinert.
Vor den Luken werden dann die Ausblickköpfe aufgeklebt. Die klaren Plastikteile habe ich dann erst nach der Bemalung eingeklebt.
Das große WBG des Kommandanten ist mit einem Klappdeckel versehen, der bei sauberer Arbeitsweise auch wirklich klappbar bleibt.
Das Schutzgestänge ist ein bisschen tricky - zum einen weil man für diesen Bauschritt wieder den Korrekturzettel beachten muss, da die Zwischenstange E21 in der normalen Bauanleitung nicht bezeichnet wird, zum anderen weil man genau schauen muss und am besten ein Originalbild zuhilfe nimmt, wie die beiden Seitenstangen ausgerichtet werden müssen. Sobald die drei Teile einigermaßen fest verklebt sind, sollte man es auf die vier vorgegebenen Haltepunkte rund um das WBG kleben und alles dann zueinander ausrichten. Den Abschluss hier bringt das PE Schutzgitter, das vorn an den Schutzbügeln verklebt wird. Die Gitterstruktur erschein mir leider etwas zu grob.
Für die 12 Winkelspiegel müssen dann noch relativ kleine Abdeckungen aus PE Teilen gebogen und aufgeklebt werden - hier empfiehlt sich auf jeden Fall eine Biegehilfe. Und vorsicht - Die Anleitung zeigt es nicht genau, aber die unteren "Nasen" der Seitenteile der Abdeckungen müssen vorn mit dem Winkelspiegel abschließen und nicht weiter nach vorn ragen.
Wenn diese Fummelarbeit erledigt ist, kommt das letzte Teil dran, nämlich die MG Drehringlafette, die entweder auf dem Motordeck oder auf der Richtschützenluke angebaut werden kann. Ich musste die drei Beine der Lafette allerdings etwas kürzen, da sie mir doch deutlich zu hoch über der Luke aufragte - nach Vergleich mit Originalfotos habe ich sie so reduziert, dass der Ring knapp über der vorderen Optik entlangläuft.

Mit dem Aufsetzen des Turms ist der Bau dann beendet.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte zunächst nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Tamiya XF-2 weiß per Airbrush. Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden und das Laufwerk komplett schwarz blieb
Dann wird die Nato grüne Grundfarbe über alles aufgesprüht - hier habe ich mich mal an den neuen Real Colors von AK probiert, die weg von den Acrylfarben wieder eine Lacquer Farbe sind, also auf Verdünnerbasis. Ganz ordentlicher Farbauftrag mit guter Deckung und keinem Problem beim sprühen - das was man von einer guten Lacquer farbe auch erwarten darf. Großer Nachteil: Es stinkt beim Airbrushen - also nichts fürs schlecht gelüftete Bastelzimmer.
Die Nato grün Farbe RC080 macht soweit einen guten Eindruck ... evtl etwas hell, aber das sollte man am Ende nach allen weatheringstufen nochmal genau betrachten.

Nun geht es an die Tarnbemalung - Ich habe nach dem Tarnplandie Tarnflecken der Reihe nach aufgebracht. Angefangen habe ich mit braun, das ich mit Amig ATOM #20061 NATO brown per Airbrush aufgebracht habe.
Jeden Fleck habe ich einzeln mit Masking Putty umrandet, gebrusht und dann den nächsten Fleck umrandet.
Der Vorteil gegenüber Masken, Bleistift-Vorzeichnung oder Freihand ist, dass man das Putty auch über Anbauteile sicher formen kann (man muss nur bei PE Teilen und Gittern aufpassen), keine Bleistift Striche übrigbleiben könnten und man bekommt die Flecken eher scharfkantig hin.

Die Problematik ist beim Putty eher, dass es schwierig ist die Form der Flecken wirklich exakt nachzubilden, gerade wenn es um kleine und enge Kurven geht. Beim Airbrushen muss man vorsichtig sein, damit man nicht über den "Wurstrand" hinaus sprüht. Und man sollte schauen, dass man auch unter den Rand der gerollten Wurst brusht, wobei man das ggf. steuern kann wie hart/weich der Übergang sein soll. Man muss den Winkel dann nur rundum gleich beibehalten.

Sind alle braunen Flecken aufgesprüht, geht es direkt mit den schwarzen Flecken weiter. Dafür habe ich das Amig ATOM #20161 NATO black benutzt.
Beim Formen der Tarnflecken muss man schauen, dass die braunen Flecken nahtlos an den schwarzen Flächen anliegen und sich kein grüner Rand dazwischen ergibt.

Zwischenzeitlich werden die Räder gesondert bemalt. Ich habe mir wie oben schon gesagt den DEF Model Rädersatz DW35083 besorgt. Die Räder wurden schwarz aus der Dose grundiert und danach die Felgen mit dem Nato grün von den AK Real Colors per Airbrush aufgesprüht. Die Gummierung der Reifen dann per Pinsel mit dem rubber AMIG0033 bemalt.
Wenn die Farbe trocken ist, führe ich ein trockenmalen mit hellgrauer Ölfarbe durch um zum einen die Beschriftung an den Reifenflanken und der Lauffläche des Stollenprofils zu betonen (siehe rechter Reifen in nebenstehendem Foto).


Danach kann man am Fahrzeug weitermachen.
Ggf. kann man die Form von dem ein oder anderen Tarnfleck nochmal etwas nachkorrigieren, falls da noch etwas unsauber war - das geht mit dem Putty recht einfach geht.
Wenn alle Flecken passen, sprühe ich von jeder der drei Farben nochmal eine etwas hellere Version (Grundfarbe mit wenigen Tropfen weiß) jeweils mittig in jeden Fleck etwas der helleren Farbe, allerdings nicht flächenübergreifend. D.h. wenn Trennnähte durch einen Tarnfleck laufen, dann setze ich das Highlight jeweils neben die Naht.
Bei dem grün habe ich dann nicht auf das aufgehellte grün der Real Colors zurückgegriffen, sondern tatsächlich das Nato grün von Ammo Atom aufgehellt und als Highlight gespritzt, da es sich einfach viel besser spritzen (und im Nachgang auch einfacher reinigen) lässt als die Real Colors.
Durch die Highlights bekommt das Modell etwas mehr "Leben" und die sehr harten Kanter der Flächen weichen einen Hauch auf.

Dann geht es an die Bemalung der Details!

Die Deckel der Nebelwurfbecher in seidenmatt schwarz, die Holzteile der Werkzeuge wurden mit der Holzfarbe RCM008 Buff Marker von AK bemalt. Die Metallteile wurden je nach Werkzeug entweder in schwarz oder in Nato Oliv bemalt.
Die BK habe ich mit seidenmatt schwarz per Airbrush bemalt.
Dann wurde das gesamte Modell per Airbrush mit seidenmattlack von Gunze Aqueous übersprüht und die Decals aufgebracht. Ich habe aus dem Decalbogen von Takom lediglich die Balkenreuze und die Reifendruck Beschriftungen verwendet.
Das MLC Schild 19 habe ich aus dem Satz von Perfect Scale, die Nummernschilder habe ich als Blankonummernschilder aus einem Revelle Leopard 1 Bausatz genutzt und mir die Nummer selber zusammengestellt und die talktischen zeichen stammen aus dem Luchs Bausatz von Revell.
Wenn die Decals fest angetrocknet sind, werden die Flächen nochmal mit seidenmattlack überzogen.
Dann wurden die Katzenaugen am Heck mit leuchtrot bemalt und danach mit transparent rot von Tamiya überdeckt. Das transparent rot und orange wurde dann auch für die Rückleuchten und Blinker genutzt.
Die Rückspiegel und die Innenseite der Scheinwerfer wurde mit dem Liquid Chromstift von Molotow bemalt, was einen tollen Spiegeleffekt gibt.

Danach werden mit schwarzer, brauner und hellgrauer Ölfarbe ein paar helle und dunkle Punkte auf die vertikalen und geneigten Flächen gesetzt und mit einem sauberen Flachpinsel von oben nach unten gestrichen um Laufspuren zu simulieren und die Flächen etwas auflockern. Gerade an Details und Erhebungen kann man darunter dunkle Laufspuren gut darstellen.
Das ganze muss gut abgestimmt sein - die Streifen dürfen nicht übermächtig ins Auge stechen, aber dennoch genug sichtbar bleiben, dass sie unterschwellig einen interessanten Look für das Auge kreieren.


Das nun eigentlich kommende Filtering habe ich tatsächlich mal weggelassen, da mir die Fargebund und Wirkung an diesem Modell tatsächlich bereits überzeugt hat.
Dafür ging es im nächsten Schritt dann direkt zum Washing.


Das washing - also das Betonen von Vertiefungen, Rillen und Details durch eine dunkle Farbe - steht als nächstes an und ich habe dies mit Amig 1005 dark brown wash durchgeführt. In der Hauptsache als Pinwash, d.h. die Flächen wurden nach und nach mit Verdünner befeuchtet und dann mit einem dünnen Pinsel die Details spezifisch mit dem wash betupft um die dunkle Farbe an diesen Details gezielt aufzubringen. Glücklicherweise zieht sich die Farbe selber um die Details herum, bzw durch Kapillarkräfte durch Rillen hindurch. Farbmittelränder wurden dann mit einem sauberen Pinsel von der Fläche zu den Details hingewischt.
Durch das washing bekommt das Modell mehr Tiefe durch eine weitere Ebene, die Schatten verstärkt und Details mehr hervorhebt. Auch die Antirutschflächen kann man damit hervorheben, wobei es hier tatsächlich schwierig ist jeweils ein ganzes Pad gleichmäßig und nicht fleckig abzudunkeln. Dies ist unsbesondere auf dem Turm schwierig, da dieser nahezu durchgehend mit dem Antirutschbelag versehen ist und man aufpassen muss, dass man durch das Washing diesen dann nicht zu dunkel werden lässt.

Als letztes steht dann das Trockenmalen auf dem Programm.
Hier habe ich mir aus verschiedenen Ölfarben einen hellen mint-Ton angemischt und auf einem Stück Pappe erstmal etwas ruhen lassen und das Öl d
adurch herausgezogen wird.
Mit einem mittelharten Flachpinsel wird nun etwas von der Ölfarbenmischung aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen, bis keine Farbe mehr abgerieben wird und nur noch wenige Pigmente im Pinsel verblieben sind.
Damit wird dann das Modell über Ecken, Kanten und Erhebungen gestrichen. Dadurch bleiben die hellen Farbpigmente spezifisch nur an den vorgenannten hängen und betonen diese mit einer Aufhellung. Das Modell erhält dadurch eine weitere Ebene und betont dadurch Details, die ansonsten untergehen.
Man sollte nach der Farbaufnahme und Abstreichen die ersten Berührungen am Modell vorsichtshalber immer sanft und vorsichtig und an wenig markanten Stellen vornehmen, da oft doch noch mehr Farbe im Pinsel ist als einem lieb ist.
Auch lohnt es sich immer einen guten Flachpinsel zu nehmen, dessen Borsten noch alle schön parallel verlaufen. Denn über die Zeit fangen die Borsten an sich zu krümmen durch die Biegung und das Reiben über Kanten. Dadurch kann es dann passieren, dass man auch Ölfarbe jenseits der Kante auf dem Modell findet.

Ganz zum Schluß bekommen die Reifen und der untere Laufwerksbereich noch etwas Staub/Schlammauftrag. Gerade an Reifen ist sowas oft schwer realistisch darzustellen - hier empfiehlt es sich ein paar Referenzfotos zurate zu ziehen.
Ich habe mir für diese Verschmutzung die "Flüssigpigmente" von Lifecolor LPW-13 "Light Earth" genutzt. Diese habe ich dann in die Rillen des Profils laufen lassen und im äußeren Rand der Reifenflanken aufgepinselt und dann etwas mit dem Pinsel radial verblendet.
Auch in den Radkästen habe ich diese Pigmente aufgetupft und zusätzlich vorsichtig mit einem dünnen Pinsel Schlammspritzer an den Wannenseiten zwischen zweiter und dritter Achse aufgebracht, die nach Vorbild etwas im Bogen laufen.



Fazit

Ein Bausatz, der dem alten Revellmodell Lichtjahre voraus ist, nicht nur in der richtigen Darstellung der bei Revell falschen Wanne, Reifen und anderer Komponenten, auch die Detaillierung ist um so viel besser. Zugegeben - das Fahrwerk ist ein Bausatz für sich aber mit etwas Geduld und Spucke bekommt man hier ein sehr gutes Modell des legendären Spähpanzers!
Zur Einordnung für den Leser - nach dem Bau stand das Modell ein paar Jahre im Schrank der Schande zwischen all den anderen Projekten die hintenangestellt wurden, weil anderen Bausätze neu angefangen wurden. Und Bemalung und Alterung ist für mich etwas, das ich gern vor mir herschiebe. Umso mehr bin ich froh und stolz, dass dieses Modell nun doch nach fast 10 Jahren beendet werden konnte.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



Empfohlene Literatur:

Hans-Peter Lohmann, "Spähpanzer Luchs - Die technische Dokumentation des Waffensystems" - Motorbuch Verlag

- In Detail Fotoserie

© 02/2025 Thomas Hartwig

968 Leser dieses Bauberichts seit dem 14.02.2025

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