Leopard 2 A5 (Urban Camo, GÜZ 2019)


 

Das Original

Ende der 80er Jahre, wurde ein umfassendes Modernisierungsprogramm für den Kampfpanzer Leopard 2 entwickelt - die Aufwertung wurde in zwei Stufen unterteilt - KWS I und KWS II.
Zunächst wurden die Leopard 2 der KWS II (KWS = KampfWertSteigerung) unterzogen, diese beinhaltet u.a. einen verbesserten Panzerschutz und ein verbessertes Kommunikations- und Leitsystem.
Aufbauend auf der KWS II entstand der Leopard 2 A5, welcher zusätzlich folgende Neuerungen beinhaltet:
- austauschbare Zusatzpanzerung an der Turmfront
- Peri-R 17 Kommandantenperiskop mit Wärmebildgerät
- verbesserter Splitterschutz im Turminneren
- vollelektronischer Turm- und Waffenantrieb
- GPS Navigationssystem
- eine elektropneumatische Fahrerluke
- CCD basierende Kamera am Heck zur Erleichterung von Rückwärtsfahrten

Der so verbesserte Leopard 2 A5 wurde 1995 in Dienst gestellt.

Im Bereich 2006/07 wurde die Nebelmittelwurfanlage von der 4/4 Konfiguration auf die neue 6/2 umgebaut worden. Ab 2008 wurden die neuen Schürzen der 3.Generation eingeführt und nach und nach auch an Leopard 2 A5 eingeführt.


Quelle: wikipedia

Der Bausatz

Im Bausatzkarton finden wir 16 graue Spritzlinge, Turmober- und Unterteil, ein klarer Spritzling, eine Platine, ein Weichgummispritzling mit Polycaps, verdrilltes Kupferseil und ein Decalbogen.

Bei Durchsicht der Teile sieht man schon, dass Border Model die gute Qualität vom ersten Bausatz hier konsequent weiterführt und auch im modernen Sektor damit überzeugen kann und dazu Spritzguss in feiner und guter Qualität. Sauberer Guss, exzellente Oberflächendetails, die fein und scharf sind und kein Formversatz, übermäßige Grate oder Auswerferstellen an sichtbaren Bereichen.

Die Unterwanne ist mehrteilig mit Bodenplatte, Seitenplatten und Heckplatte, sowie einer Innenplatte zur Versteifung.
Die Details der Wanne mit den Bolzenköpfen und weiteren Oberflächendetails sind sehr gut dargestellt. An der Heckplatte sehr saubere und scharfe Details, gerade die recht feinen Rippen der Motorabluft sind sehr gelungen. Auch an verschiedenen Anbauteilen überzeugen sehr feine und ultrarealistisch strukturierte Schweißnähte
Die Schwingarme sind mit den Drehstäben in einem Stück gegossen und werden beweglich eingeklebt für ein funktionierendes Drehstabfederlaufwerk.
Die Laufrollen setzen sich wie gewohnt zweiteilig aus Innen- und Aussenlaufrolle zusammen, wobei ein Polycap mit eingebaut wird und damit die Laufrollen drehbar gelagert. Die Darstellung der Laufrollen ist sehr gelungen, mit toller Wölbung der Felgen, feine und scharfe Details der Radmuttern und ein sauber abgesetzter Laufrollengummirand.

Die Ketten sind bewegliche Einzelgliedketten, die sich aus je drei Teilen zusammensetzen. Dies ist einmal das Kettenoberteil mit Führungszahn, das Kettenunterteil mit den Kettenpolstern und den doppelten Kettenbolzen mit Endverbindern - diese Art Kette ist die Beste Art des Zusammenbaus für moderne Endverbinderketten, da gutes Gleichgewicht zwischen Baubarkeit, Details, Festigkeit und Realismus bezüglich der Beweglichkeit mit den Endverbindern. Das Einzige was man ein bisschen bemängeln könnte, wäre, dass die Einschnitte der Führungszähne vorn und hinten nicht weit genug nach oben gehen, aber das ist jammern auf ganz hohem Niveau.

Die Oberwanne ist eigentlich nur die Deckplatte, denn die Seitenwände sind bereits mit an der Unterwanne angegossen.
Auch hier feine Details, dass das Modellbauerherz hüpft. Vor allem die Antirutschpads sind sehr sehr gut gemacht mit einer feinen und wahnsinnig realistischen rauen Struktur!
Die Eisgreifer in Halterungen am Bug sind sehr schön gemacht und auf dem Motordeck hat man die Wahl zwischen zwei Arten der runden Ringlüfter - einmal für den A5, einmal für den A6. Die Lufteinlasshutzen werden seitlich mit fein geätzten PE Gittern verfeinert und die Ringlüfter ebenfalls mit sehr fein strukturierten PE Gittern.
Positiv vermerken möchte ich auch die vorderen Scheinwerfer, die hohl gegossen sind und mit einzelnen klaren Plastiklinsen abgeschlosssen werden - so kann man mit spiegelnder Bemalung im Inneren ein ultrarealistisches Aussehen erreichen.
Die Fahrerluke lässt sich beweglich einbauen, also je nach Gusto des Modellbauers auf- und zuschiebbar.

Noch ein Highlight des Bausatzes ist, dass Border dem Bausatz drei Sorten Seitenschürzen beigelegt hat - einmal die alten "geschwungenen" Kettenschürzen, die neuen geraden Kettenschürzen und dieselben der neuen Generation mit aufgesetzten Schraubenköpfen - so hat man wirklich jegliche Freiheiten. Vorbildlich!

Der Turm setzt sich im Großen aus nur wenigen Teilen zusammen, die bereits tolle Details aufgeprägt haben - allem voran das wichtigste Detail: Die Antirutschbeschichtung der Turmoberseite - etwas, das oft von Herstellern vergessen oder nur unzureichend dargestellt wird. Hier wirklich außergewöhnlich toll und realistisch fein gekörnt gemacht. Hut ab!
Das Kanonenrohr liegt korrekterweise in zwei Versionen bei - einmal als "kurze" L/44 für den A5 und einmal als lange L/55 für den A6. Alle Rohre sind per se einteilig, heißt also keine Halbteile - dafür mehrteilig in der Länge, d.h. das Rohr setzt sich aus Basis, Rauchabsauger, Rohrhauptstück und Mündung zusammen - das sieht sehr gut aus!
Wie es scheint, kann diese auch höhenbeweglich in den Turm eingebaut werden.

Die beiden Luken im Turm sind fein detailliert und lassen sich offen oder geschlossen einbauen. Das Kommandantenperi ist mit klarem Plastik für die Optik versehen und wird drehbar eingebaut.
Die beiden Turmstaukörbe bestehen aus dem Rohrgerüst aus Plastik und die Lochbleche aus wirklich ultrafein geätztem PE Blech - ehrlich, diese Lochung ist derartig fein, dass ich erst dachte es ist undurchbrochen, aber bei genauem hinsehen zeigen sich die superfeinen Löcher, die maßstäblich sehr realistisch sind.
Sehr gut gefallen auch hier die Schweißnähte - insbesondere die der zugeschweißten Munitionsluke links - was man da bei anderen Bausätzen schon gesehen hat ... da ist hier 100%iger Realismus vorzufinden.

Wahlteile sind an den Turmseiten die Nebelwurfbecher - diese sind in der alten 4/4 Konfiguration oder der aktuellen 6/2 Konfiguration baubar. Sehr löblich.

Als weiteres Wahlteil liegt dem Bausatz auch ein recht schön gemachtes DARKAS bei.

Die Bauanleitung ist im DIN A4 Hochformat und zeigt in 20 Baustufen den Bau des Modells. Die Zeichnungen sind groß, übersichtlich und sauber. Manchmal ist die Vorgehensweise der Bauschritte etwas konfus - da muss man ggf. immer mal einen Schritt vor und zurück springen um den Einbau von Baugruppen nachzuvollziehen. Sehr lobenswert sind die großen, verständlichen und mehrfarbigen Übersichtsbilder, die einige Bauteile deutlich zeigen, sodass keine Fragen offenbleiben sollten.
Am Ende der Bauanleitung bietet Border farbige Profile für fünf verschiedene Versionen - wobei der Decalbogen noch Markierungen einer sechsten Version (Griechenland) beherbergt ohne dass darauf in den Farbprofilen eingegangen wird.
An Markierungen/Bemalungen werden vorgeschlagen:

  • Leopard 2 A6 früh, polnisches Heer in Nato Dreifarbtarn
  • Leopard 2 A5 Bundeswehr in experimentellen urbanen Tarnmuster
  • Leopard 2 A6 spät, Bundeswehr in Nato Dreifarbtarn
  • Leopard 2 A6 spät, Bundeswehr in Dreifarb Wüstentarn (Original mir unbekannt)
  • Leopard 2 A5 Bundeswehr in Nato Dreifarbtarn


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt, wie so häufig, mit dem Bau der Unterwanne und dem Anbau des Laufwerks an diese.
Die Unterwanne setzt sich aus Bodenplatte, Seitenteilen und Heckplatte zusammen - sowas ist immer ein problematischer Arbeitsschritt, gerade für Anfänger.
Aber tatsächlich gestaltet sich der Zusammenbau erstaunlich einfach, denn die Passgenauigkeit ist sehr gut und Passmarken helfen dabei ... und das so gut, dass die Seitenteile fast ohne Kleber in Position bleiben.
Die eingeschobene Platte mittig stabilisiert die Wanne und an den Aussparungen passt sich später die Oberwanne ein - daher unbedingt achtgeben, dass man sie exakt einbaut.


Die Heckwand ist Bauteil S3 (in der Bauanleitung nicht vermerkt) und wird mit ein paar Kleinigkeiten verfeiner - darunter die Rückleuchten als klare Plastikteile. Hier empfiehlt es sich die Rückseite silbrig zu bemalen - das ergibt später eine bessere Optik. Das Leitkreuz habe ich dieses Mal aus dem Sortiment von FC Modeltrend (#35646) genutzt - 3D Druck mit feinen Details, gefällt mir recht gut, obwohl das Bausatzteil auch nicht schlecht ist.
Im nächste Schritt werden im Laufwerk die Endanschlagdämpfer angebaut - N5 für rechts, N6 für die linke Seite.

Was mich richtig begeistert hat sind die Drehstäbe mit Schwingarmen. Was ich bisher bei anderen Herstellern erlebt habe sind teilweise mehrteilige Schwingarme mit Drehstäben, Drehstäbe mit Angüssen im Drehbereich, zu enge Passungen in der Wanne wodurch die Drehbewegung blockiert oder erschwert wird, usw. Hier ganz anders: Drehstab und Schwingarm in einem Stück, Angüsse wo sie nicht stören und eine absolut perfekte und leichtgängige Passung im Drehbereich mit Saugschmatzpassung des zu verklebenden Endstücks. Und vor allem - das Modell steht am Ende in der richtigen Höhe. Noch nie habe ich so eine gute und leichtgängige Drehstabfederung im Modell gesehen! Hut ab, Border und weiter so!
Von daher ging der Einbau schnell und leicht von der Hand.
Die Laufrollen gefallen ebenfalls sehr gut - zwei Einzellaufrollen mit einem Polycap versehen, zusammenkleben, fertig ... fast - hier muss man dann leider doch noch die Angüsse an den Laufflächen entfernen und verschleifen ... bzw. wer will, kann der Gummierung auch ein paar Macken spendieren, denn im Einsatzgebrauch kommt es hier schnell zu Beschädigungen. Ich für meinen teil habe die aber glatt gelassen um sie später als neu aufgezogene Laufrollen darzustellen.
Das Schöne hier - durch die Polycaps kann man die Laufrollen jederzeit aufstecken und wieder abziehen, wenn man daran arbeiten muss.

Dann geht es an die Abdeckung der Wanne. Die Platte passt ganz hervorragend ohne Gewalt und Gezicke in die Aufnahmen der Wanne. Selbst die mittlere Stützwand schnappt 1a direkt in die Aussparungen ein. Dennoch sollte man alle Kanten penibel andrücken bis der Kleber anzieht, damit sich nirgends Spalten bilden können.
Auf dem Motordeck hat man die Wahl zwischen zwei Sorten der Rundlüfter, die die Bauanleitung zwischen den frühen Teilen für die A5 und späteren für die A6 unterscheidet. diese werden mit sehr dünnem und feinen PE Gitter abgeschlossen.

Interessant wird es mit den PE Gittern für die Einlässe der Luftfilter (P10). Sehr gut und sehr fein geätzt muss man schauen, dass man diese sauber rundgebogen bekommt ohne dass es dabei Knicke gibt. Da das PE Blech bereits sehr dünn ist, wollte ich es auch nicht mehr ausglühen, was normalerweise PE Bleche weicher macht. Man sollte damit beginnen das Gitter um einen runden Gegenstand (z.B. ein Edding 3000) zu legen und auf einer harten Unterlage ein paar Mal zu rollen und damit die Rundung auf das PE Teil zu übertragen - gerade die Enden sollte man gezielt behandeln, da die sonst gern gerade abstehen. Man sollte sich schlussendlich danach einen runden Gegenstand suchen mit kleinerem Durchmesser als das Bauteil und das PE Blech darum auch wieder auf harter Unterlage in Form zu biegen. Durch den geringeren Durchmesser passt es dann besser auf das Bauteil, denn es biegt sich immer wieder etwas auf. Idealerweise beginnt man an einem Ende des PE Blechs dieses mit Sekundenkleber auf dem Bauteil festzukleben und dann nach dem Trocknen Stück für Stück weiter festzukleben, bis man einmal rum ist.

An der Front kann man schonmal die Fahrerluke anbringen. Der Lukendeckel T15 wird unter T21 geschoben und letzteres auf der Wanne verklebt. Der Lukendeckel bleibt daher beweglich.
Viel von dem Kleinzeug auf der Oberwanne, wie Werkzeug, Ersatzkettenglieder, Eisgreifer, Scheinwerfer, usw. lasse ich erstmal weg, da es für die spätere Lackierung mit Schablonen besser ist möglichst wenig Unebenheiten auf den Oberflächen zu haben.

Als nächstes geht es dann an die Seitenschürzen. Wie im "ausgepackt" schon erwähnt, spendiert Border hier tatsächlich 3 komplette Sets an verschiedenen Schürzen - angefangen von den alten Schürzen die man noch vom A4 kennt, über die schweren Kettenschürzen bis hin zu den schweren Kettenschürzen der neuesten Generation mit den erhabenen Schraubenköpfen. Alle drei Arten sind sowohl an A5 und A6 zu finden gewesen. Ich entscheide mich für meinen A5 für die neueste Generation. Die vorderen Kettenblenden setzen sich aus jeweils 5 Teilen zusammen - hier muss man genau schauen welches Teil wie herum an/in welches Teil gehört. Man kann diese auch hochgeklappt für den Eisenbahntransport darstellen, wenn man möchte.
Beim Anbringen der hinteren Schürzen an der Wanne muss man ganz genau aufpassen, dass diese exakt und gerade anliegt. Auch sollte man von hinten schauen, dass diese auch exakt gerade herabhängen und nicht abstehen.
Sobald der Kleber fest ist, kann man die vorderen Schürzen anbringen, die auf den hinteren aufliegen und verklebt werden.

Während die Schürzen trocknen geht es erstmal an den Turm. Hier kann man als erstes die Waffenanlage zusammenbauen. Border spendiert hier dem Bausatz sowohl die L/44 für den A5 und L/55 für den A6 als mehrteiliges Plastikrohr und letzteres sogar als Metallrohr - allerdings gab es das nur in der ersten Auflage des Bausatzes und mittlerweile separat ( Metallrohr )
Aber die Plastikrohre müssen sich gar nicht hinter dem Metallrohr verstecken, zumal für das kürzere Rohr des A5 eh nur das Plastikrohr beiliegt. Das vordere und hintere Rohrstück werden im Stück des Rauchabsauges zusammengesteckt und dank Führungsschiene passen diese Teile derartig gut und sauber zusammen, dass das Rohr absolut gerade und spaltenfrei ist. Die Mündung liegt als Einzelteil bei, für meinen Geschmack ist die Bohrung aber nicht tief genug, sodass man vorn zu nah die Trennwand des Teils im Rohr sieht. Man könnte hier aufbohren, aber im Nachhinein zeigt sich ein Bemalen in matt schwarz des Rohrinnenteils als ausreichend.

Die Waffenanlage wird beweglich zwischen dem Unter- und Oberteil des Turms eingeklemmt und hält das Rohr perfekt fest - selbst mit dem Metallrohr sollte das halten. Beim Zusammenkleben der Turmteile zeigt sich wieder die perfekte Passgenauigkeit, denn das Unterteil hält hier fast ohne Kleber und das ohne Zwängen und drücken. Aber wie immer beim Verkleben ordentlich andrücken, insbesondere vorn
wo die Kanone gehalten wird.

Dann geht es an der Turmfront mit dem Anbringen der Befestigungshalterungen für die Turmzusatzpanzerung. Diese Teile passen ganz hervorragend und passgenau, dass es eine helle Freude ist. Bei den Aufnahmen für die schwenkbare Seitenpanzerung sollte man trotzdem akribisch genau sein beim ankleben, damit das Element dann auch exakt schwingen kann und am Turm dann gerade in der richtigen Position ruht. In der Anleitung sind diese beiden Halterungsteile N10 auf der linken Seite nicht eingezeichnet, aber natürlich gehören Sie dort hin. Das Seitenelement ist hingegen fälschlicherweise als T19 angegeben, ist aber T20.
Die Zusatzpanzerplatten an der Front setzen sich jeweils aus Ober- und Unterteil zusammen und passen sensationell wie Arsch auf Eimer sowohl zueinander als auch dann auf die Turmhalterungen - und das dreieckige Seitenstück macht da keine Ausnahmen - kein Spalt, kein Passproblem mit den beiden schwenkbaren Seitenstreben ... ganz großes Kino.
Aber Achtung! In der Bauanleitung hat es die linke Seite in sich ...
Hier ist das untere Teil auch als T7 benannt, was aber schon das Oberteil der rechten Seite ist. Die richtige Teilenummer ist hier also T8. Und sowohl das vordere Seitenteil, wie auch das klappbare Seitenteil sind gar nicht erst eingezeichnet. Der findige Modellbauer bemerkt aber schnell, wenn die anderen Panzerungsteile angebracht sind, dass es sich um die Teile T4 und T19 handelt.

Weiters sollte man unbedingte Sorgfalt beim Anbau der beiden Plattenteile an den hinteren Turmseiten walten lassen, welche die Basis für die Nebelmittelwurfanlage sind.
Die Krux liegt wieder in der unvollständigen Bauanleitung. Gezeigt wird die Panzerplatte mit den Basiselementen für die 6/2 Nebelmittelwurfanlage - die Bauteile sind aber benannt als S26 und S28 welche aber diejenigen für die 4/4 Nebelmittelwurfanlage sind. Die echten Platten für die 6/2 NWA sind dann U5 und U6. Wer das nicht ahnt, verbaut so wie ich schnell die falsche Platte - ärgerlich wenn man es erst ganz zum Schluss nach der Bemalung bemerkt.
Aber dank P239 Thinner for washes und dem Anritzen der Klebenaht kann man die Platten wieder abreissen. Mit einem Skalpell kann man hier immer weiter vordringen und immer neues P239 in den Spalt laufen lassen um den Plastikkleber immer weiter aufzulösen.
Am Ende kann man die Platten fast beschädigungsfrei entfernen und muss nur die Fläche am Turm wieder glattschleifen um die korrekten Platten neu einzukleben.
Auf dem Turmdach werden die Lukendeckel und das EMES zusammengebaut und eingesetzt.

Damit ist der Bau der wichtigsten Komponenten soweit fertig - sämtliche Kleinteile werden erstmal nicht angeklebt, damit die Lackierung mit Schablonen ohne allzuviele Erhebungen, die die Masken stören, erfolgen kann.

Zudem kann man nun die Kette bauen, damit sie auch danach bemalt werden kann.
Der größte Aufwand ist eigentlich das Heraustrennen und versäubern der Kettenbauteile - dabei ist gerade bei den Oberteilen Vorsicht walten zu lassen, denn bei nicht spannungsfreier Heraustrennung können diese am Führungszahn brechen, denn hier ist eine absolut dünne Schwachstelle. Pro Seite werden 84 Glieder benötigt, d.h. man hat hier einige Kettenteile zu bearbeiten.
Der eigentlich Zusammenbau ist dann wiederum kein Problem, fast schon ein Vergnügen, denn es liegen Bauhilfen bei bei denen man immer 5 Unterteile einlegt und darüber ein Set Kettenbolzen passend auflegt. Hierbei UNBEDINGT darauf achten, dass man diese richtig herum einlegt, denn gerade die Endverbinder unterscheiden sich deutlich von Ober und Unterseite. Und zudem sollte man die Angusseite immer auf der gleichen Seite ansetzen, denn die eine Seite der Endverbinder ist etwas besser detailliert als die auf der Angussseite. Dann werden die Oberteile der einzelnen Glieder innen vorsichtig mit etwas Kleber versehen (nicht zuviel damit dieser nicht bis zu den Kettenbolzen herausquillt) und dann aufgelegt und angedrückt. Auf diese Weise hat man recht zügig ein Kettenstück mit 5 Gliedern und je einem freien Kettenbolzen an jeder Seite. So kann man dann mit einem Kettenglied zwei 5er Packs miteinander verbinden.
Die Gummipolster der Kette habe ich mit einer Kugelfräse mit einem Dremel bearbeitet um Abnutzung darzustellen, denn so glatt und kantig wie darstellt sind die Gummipolster nur wenn sie direkt aus der Fabrik neu kommen.
Beim 84. Kettenglied habe ich den letzten Kettenbolzen weggelassen damit man die Kette an dieser Stelle schließen kann. Das Ganze passiert dann nach dem Bemalung des Modells. Die Kette wird aufgezogen und dann an der Unterseite verbunden. Hierbei kann man ggf. ein paar Laufrollen abziehen um etwas mehr Spiel in der Kette zu haben.

Nach der Bemalung werden die übrigen Kleinteile zusammen- und angebaut.
z.B. die beiden Turmstaukörbe - diese setzen sich aus drei filigranen Plastikteilen für den Rahmen zusammen und werden mit dem beiliegenden PE Gitter versehen. Auch hier sind nicht alle Teile in der Anleitung benannt - das Plastikgestell baut sich aus S5, S10 und S33 für die eine und S4, S11 und S32 zusammen. Dank Passmarken baut es sich sehr gut und verständlich zusammen. Auch das innenliegende PE Blech des Bodens und das auf der Innenseite zum Turm hin lassen sich einwandfrei bauen. Überhaupt ist dieses PE Lochblech das beste was ich je gesehen habe, da wirklich so fein gelocht wie es in dem Maßstab dem Original am nächsten kommt.
Dafür macht das lange, leicht angewinkelte Blech, das um die restlichen drei Seiten gebogen werden muss, so seine Zicken. Denn offenbar ist die Biegung des Teil um ein ganz kleines bisschen falsch, denn es läuft nicht an allen drei Seiten parallel - hier muss man ein bisschen tricksen und die Abweichung kaschieren. Dies gelingt am besten, wenn das Blech nicht überall innen direkt anliegt. Hier muss man auf jeden Fall etwas herumprobieren.

Die Nebenbecher an sich sind nicht schwer anzubauen, da ihre Haltestangen die Fächerung bereits recht gut darstellen und mit den Passmarken der Becherfüße umsetzt. Obacht bei der 6/2 Konfiguration - die beiden hängenden Becher sind natürlich nicht auch P14, sondern P19. Was den Bechern aber leider völlig fehlt, sind die markanten Kettchen, die die Deckel halten. Hier habe ich auf das Zurüstset LW044 aus dem Hause Leopard Workshop zurückgegriffen und diese Kettchen angeklebt, die dem Bauteil eine deutlich bessere Optik verleihen.
Die restlichen Kleinteile sind problemlos zusammenbaubar und nach der Bemalung auf dem Leopard aufbringbar, wie das Kommandanten-PERI, die Werkzeuge, die Winkelspiegel, die Eisgreifer und Ersatzkettenglieder und die Scheinwerfer. Letztere sind glücklicherweise hohl mit einzelnen klaren Linsen. Diese habe ich mit Liquid Chrome innen bemalt, was einen recht guten Effekt hat. Die Winkelspiegel habe ich vor dem Aufkleben von der Rückseite mit Liquid Chrome bemalt und die Sichtflächen mit transparentem grün. Dies sollte man eigentlich am besten per Airbrush machen um einen dünnen Auftrag zu erreichen - per Pinsel wird es etwas zu dick und intensiv grün.
Die Abschleppseile werden mit den Plastikkauschen und dem beiliegenden verdrillten Kupferkabel verklebt. Die Seile muss man nach Augenmaß auf Länge kürzen. Hier muss man etwas Geduld haben und genau schauen wie das Seil laufen soll und wie die zweite Kausche dann damit in Verbindung kommt.

Den letzten Schliff hat das Modell bekommen durch die Verwendung der sehr guten SEM 80/90 Antennen aus Metall von Leopard Club LW024, sowie dem Peilstab an der Rückfahrkamera, der leider dem Bausatz auch fehlt. Ich habe mir diesen selber gebastelt aus einem wirklich dünn gezogenen erhitzten Gießast mit einer Minikugel - ideal wäre eine im Durchmesser 0,5mm - ich habe leider nur Kugeln von 0,3mm oder 0,8mm zur Hand gehabt ... die 0,3er sind etwas zu klein, aber am Ende besser als nichts.

Mit dem Aufsetzen des Turms ist der Bau dann beendet.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte auch dieses Mal wie gewohnt, indem zunächst die Sprühgrundierung von Games Workshop in schwarz aufgesprüht wurde. Diese ergibt eine sehr schöne und sehr gut haftenden Oberfläche und färbt auch PE Teile zuverlässig.

Bei den Laufrollen bemalen ich die Gummierung großzügig per Pinsel mit Lifecolor UA734 "worn black". Dabei muss man nicht exakt arbeiten, wenn man wie ich danach die Felgen mittels Sprühschablone bemalt - ich habe dafür die Sprühschablone von Quickwheel QW244 genutzt. Ich benutze diese Schablonen sehr gern, denn sie passen auf den Mikrometer exakt für die Laufrollen des jeweiligen Modells und es passen alle Laufrollen auf einmal hinein - nicht wie bei den Universalschablonen wo man immer nur eines bemalen kann. Die Laufrollen werden dann also auch mit XF-67 NATO grün per Airbrush bemalt und durch die Schabline gibt es einen superexakten Abschluss zwischen Felge und Gummierung.
Da ich die Laufrollen als ganz neu aufgezogene Laufrollen darstellen wollte, habe ich den inneren Felgenrand mit Bolzen mit Amig-0192 polished Metal bemalt.
Auf ein pre-shading mit weiß habe ich dieses Mal beim Fahrzeug verzichtet, da insgesamt zuviele Farbschichten darüber kommen würden und den Effekt zunichte machen.
Stattdessen wird das ganze Modell mit Tamiya XF-67 NATO grün per Airbrush grundiert.
An der Heckwand und auf dem Motordeck habe ich das Nato Dreifarbtarn unter Nutzung von Panzerputty und Tamiya XF-68 Nato braun und XF-69 Nato schwarz, denn gerade die untere Heckwand ist nicht mit dem Blocktarn übermalt worden.
Dann habe ich die Decals aufgebracht, da sie am Original auf auf der originären Dreifarbtarnung aufgebracht sind - dies betrifft die eisernen Kreuze am Turm das MLC Schild, die taktischen zeichen und die Nummernschilder.
Leider sind die enthaltenen taktischen Zeichen für das GÜZ nicht korrekt. Daher musste ich umdisponieren - dank Daniel Arendt wurde eine korrekte Vorlage am Computer erschaffen und vom Decal Druckservice von Peter Hartmann für einen fairen kleinen Euro auf Decalfolie gedruckt.
Die Nummernschilder aus dem Decalbogen im Bausatz taugen leider für diese spezielle Version nichts, denn meines Wissens gibt es nur dieses eine Fahrzeug, das die Y-902 065 führt. Daher musste ich aus meiner Decal-Grabbelkiste Blanko Nummernschilder nehmen und diese mit mit einzeln Nummern versehen - das ist schon eine herausfordernde Arbeit, denn man muss die jeweils 6 Nummern exakt ausrichten - alle müssen in der gleichen Grundlinie stehen, in sich nicht gekippt sein und einer zum anderen den richtigen Abstand - und der ist recht eng. Erschwerend kommt hinzu, dass die vorige Ziffer angetrocknet sein sollte, da die bereits richtig ausgerichtete Ziffer mit der nächsten dann wieder in Bewegung gerät. Mit Mikro Sol Decal Set werden die Decals fixiert.
Ist das alles aufgebracht, wird das ganze Modell mit Tamiya Glanzlack X-22 überzogen und versiegelt. Wenn dieser getrocknet ist, habe ich mit Liquid Mask die Bereiche der Decals mit etwas Rand abgedeckt so wie man es bei den Originalfotos sieht, dass um die Abzeichen die Natofarbe darunter mit zum Vorschein kommt.

Aber ACHTUNG! Ich habe später trotz Decal Set und einem Überzug aus Glanzlack das vordere Nummernschild beim Abziehen des Liquid Mask wieder mit abgerissen. Hier muss man also auf jeden Fall vorsichtig vorgehen, wenn man die Decals abdeckt.

Zwischenzeitlich werden die Ketten bemalt. Auch diese wird mit Chaos Black aus der Dose grundiert. Darüber dann per Airbrush ein Auftrag von AK4041 British Khaki Brown, das mit der schwarzen Grundierung einen tollen gelblichen Flugrostton ergibt.
Auf den inneren Lauffläche, die durch den Kontakt mit den Laufrollen blankgerieben ist, trage ich AK-457 True Metal Steel auf - eine wachsbasierte Farbe mit Metallpigmenten. Diese habe ich mit einem Tropfen Emailleverdünner so verdünnt, dass sie sich deckend dünn und sehr effektiv per Pinsel auftragen ließ. Am besten geht es, wenn man die Seitenbereiche, die nicht blank werden sollen mit Maskierband abdeckt. Nach ordentlicher Trocknung kann man diese mit einem Wattestäbchen polieren. Ein etwas dunklerer Metallton wäre schön gewesen.
Die gummierten Kettenposter werden dann per Pinsel mit UA734 "worn black" bemalt. Mit hellgrauer Ölfarbe werden diese dann trockengemalt, d.h. die Kanten und Macken werden dadurch betont.

Als nächstes geht es dann an die Blocktarnung - der untere Teil des Hecks und auch das seitliche Fahrwerk werden mit Maskierband abgedeckt.
Dann werden nach Fotovorlage (die Farbprofile zur GÜZ Tarnung in der Anleitung weichen teilweise von den Vorbildfotos ab) die Bereiche, die die weißen Blöcke haben mit Tamiya XF-2 gesprüht, dem ein Klecks XF-60 beigemischt wurde und das reinweiß etwas zu brechen. Dabei übersprüht man die Bereiche etwas um sicherzugehen, dass der dann abzudeckende bereich auch komplett von der Farbe ausgefüllt ist.

Wenn die Farbe komplett getrocknet ist, geht es ans Abkleben.
Border Model bietet selber ein Maskierungsset für die Lackierung an bzw. hatte in der Erstauflage solche Schablonensets der Erstauflage dieser Bausätze beigelegt.
Problematisch ist zum einen, dass viele der vorgeschnittenen Flächen sich an den inkorrekten Farbprofile orientiert und so nicht alle Flächen direkt verwendet werden können. Desweiteren ist die Klebekraft enorm stark. Die Masken sollte man daher ein paar Mal auf der Haut aufkleben und abziehen um die Klebekraft zu mindern. Dafür muss man sagen, dass die sich perfekt an die Oberflächen anschmiegen.
Da wo die Flächen nicht mit den Masken übereinstimmen, habe ich diese zurechtgeschnitten und/oder durch weitere Maskenteile ergänzt.
Bevor die nächste Farbe aufgesprüht wird, sollte man alle Ränder der aufgeklebten Maskenflächen nochmal fest andrücken und an unebenen Stellen ggf. mit Liquid Mask extra abdecken.

Im nächsten Schritt wird analog zum Vorgehen mit den weißen Flächen alle entsprechenden Flächen mit Tamiya XF-60 per Airbrush aufgesprüht Auch hier wieder ein wenig über die vorgesehene Fläche hinaus um sicher zu sein, dass diese auch komplett mit Farbe bedeckt sind.

Auch hier werden dann die Flächen mit Masken abgedeckt - einige direkt aus dem Set, viele allerdings mit Schnibbeleien, Änderungen und Ergänzungen nach Fotovorlage.
Und wieder Farbe ordentlich trocknen lassen und die bereits aufgebrachten Masken an den Rändern nochmal andrücken, damit keine Farbe darunter kommen kann.

Dann wird der noch unbedeckte Rest des Fahrzeugs mit Tamiya XF-24 per Airbrush aufgetragen - im Nachhinein hätte ich hier ein helleres grau wählen sollen oder das XF-24 mehr mit weiß aufhellen sollen.

Etwas, das ich in den vorigen Vorgängen vergessen habe, aber dringend empfehlen würde, da man sonst nachträglich alles nochmal neu abkleben muss, ist nach jedem einzelnen Farbauftrag die jeweilige Farbe in der Airbrush mit weiß aufzuhellen (beim weiß dann das reine XF-2 nutzen) und mittig in den einzelnen Flächen per Airbrush Highlights zu setzen - so wirken die Flächen optisch interessanter und auch schon in sich etwas abgegrenzter.

Nachdem die Farbe komplett durchgetrocknet ist, werden die Turmnummern "311" aufgebracht und mit Decal Set fixiert.
Danach geht es an die Alterung, denn Originalfotos zeigen deutlich abgeriebene Farbflächen von den Geländefahrten und Durchfahrten durch Gebüsche.
Um das im Modell umzusetzen braucht man wieder die drei Nato Grundfarben und einen Original Flecktarnplan des A5 um zu sehen an welcher Stelle welche Farbe zum Vorschein kommt.
Mit einem Stück Schaumstoff wird dann die jeweilige Farbe aufgenommen, auf einem Stück Pappe abgetupft bis nur noch wenig Farbe zurückbleibt und dann an exponierten Stellen, insbesondere Kanten zum Laufwerk hin, vorsichtig und unregelmäßig aufgetupft.
Mit einem borstigen Pinsel wird dann ebenfalls Farbe aufgenommen und in großen Teilen ausgestrichen und dann in der Hautsache an den vorderen Kettenblenden von vorn nach hinten weggezogen. Größeren Kratzer habe ich mittels Zahnstocher aufgebracht, der auch mit entsprechender Farbe unregelmäßig von vorn nach hinten gezogen werden.

Als nächstes geht es dann an das Filtern des Modells. Heißt in diesem Fall das Auftupfen kleiner Farbpunkte von Ölfarbe. Ich habe hier gelbe, weiße, braune, grüne, schwarze, etc. Punkte gesetzt. Hier muss man ein wenig schauen, dass die Farben ein wenig an die entsprechenden Grundfarben angepasst sind, d.h. gerade auf den weißen Flächen sollte man etwas gedecktere Ölfarben nutzen. An aneinanderliegenden Flächen habe ich andere Farbkombinationen genutzt um die Flächen voneinander abzugrenzen.
Der Clou des Filterns liegt jetzt daran, dass mit einem Flachpinsel und Verdünner diese Farbpunkte in die Grundfarbe eingeblendet werden und zwar so, dass nur der Hauch eines Farbschleiers zurückbleibt, der nicht deutlich sichtbar, sondern nur andeutungsweise bleibt und damit dem Fahrzeug mehr Farbvarianz und damit etwas fürs Auge bietet, insgesondere wenn sich die Flächen leicht voneinander abheben. Das macht es fürs Auge noch interessanter, obwohl diese Mehrfarbtarnung schon etwas interessantes für das Auge bietet. Dafür blenden die Filter die Fababschürfungen etwas besser ein um die teils krassen Kontraste zu mildern.
Darüberhinaus habe ich die unteren Kanten der Schürzen, sowie an den unteren Kanten der Bug- und Heckplatte hellgraue Ölfarbe aufgetupft und mit vertikalen Strichen nach oben hin verblendet um Staublaufspuren und Ansammlungen darzustellen.

Nach diesem Schritt sollte man das ganze rund 24 Stunden trocknen lassen.

Es folgt das washing - also das Betonen von Vertiefungen, Rillen und Details durch eine dunkle Farbe - ich habe dies mit Amig 1005 dark brown wash durchgeführt. In der Hauptsache als Pinwash, d.h. die Flächen wurden nach und nach mit Verdünner befeuchtet und dann mit einem dünnen Pinsel die Details spezifisch mit dem wash betupft um die dunkle Farbe an diesen Details gezielt aufzubringen. Farbmittelränder wurden dann mit einem sauberen Pinsel von der Fläche zu den Details hingewischt.
Durch das washing bekommt das Modell mehr Tiefe durch eine weitere Ebene, die Schatten verstärkt und Details mehr hervorhebt. Natürlich muss man ein wenig variieren und auf den weißen Flächen weniger Washing Lösung einsetzen als auf den dunklen grauen Flächen.
Auch hier wieder ordentlich trocknen lassen, bevor man weiter macht.

Als nächstes steht dann das Trockenmalen auf dem Programm.
Hier habe ich mir aus verschiedenen Ölfarben einen hellgrauen Ton angemischt und auf einem Stück Pappe erstmal etwas ruhen und das Öl dadurch herausgezogen wird.
Mit einem mittelharten Flachpinsel wird nun etwas von der Ölfarbenmischung aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen, bis keine Farbe mehr abgerieben wird und nur noch wenige Pigmente im Pinsel verblieben sind.
Damit wird dann das Modell über Ecken, Kanten und Erhebungen gestrichen. Dadurch bleiben die hellen Farbpigmente spezifisch nur an den vorgenannten hängen und betonen diese mit einer Aufhellung. Das Modell erhält dadurch eine weitere Ebene und betont dadurch Details, die ansonsten untergehen.

Was man zusätzlich machen kann, wäre an den hellen Flächen ein eben solches trockenmalen mit dunkelgrüner Farbe durchzuführen um hier Kantenabrieb auf die Grundfarbe und damit eine Kantenbetonung zu erreichen.

Zum Abschluss wird das Laufwerk und die unteren Wannenteile mit hellen Staubpigmenten betupft, wobei ich am Heck den Staubauftrag etwas höher gezogen habe und auch Ablagerungen auf Werkzeugen und Anbauteilen dadurch dargestellt habe.
Dies geht ganz gut mit einem weichen Rundpinsel. Diese Pigmente mattieren die Oberfläche ganz schön - die große Gefahr ist dabei nur, dass man sie nur schwer fixieren kann ohne diesen staubigen Effekt zu zerstören und damit aber auch diese Bereiche nicht mehr anfassen kann, denn Fingerabdrücke sieht man in den bestaubten Bereichen leider nur zu gut.



Fazit

Wow! Ein geiler Bausatz! Wirklich ein Spaß zu bauen, da alles passt, die Details überzeugen und die Auswahlmöglichkeiten zum Bau wirklich zu gefallen wissen. Dazu ist die Kette leicht zu bauen und bleibt sehr gut beweglich und stabil. Am besten gefällt mir aber die Ausführung der Drehstabfederung, denn im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern ist diese perfekt, einfach und absolut leichtgängig ohne Klemmer und Haker.
Der einzige echte Minuspunkt ist, dass die Bauanleitung teilweise unfertig wirkt, Teile vergessen oder falsch oder gar nicht beschriftet sind. Wenn man das weiß und sich ein bisschen mit Leopard 2 auskennt, kein echtes Problem - man muss halt aufpassen. Ein kleiner Kritikpunkt verbleibt noch mit dem Decalbogen, der nur unzureichend die Decals für eine korrekte GÜZ Version bietet.
Ansonsten modellbautechnisch: alle Daumen hoch!

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 07/2020 Thomas Hartwig

2291 Leser dieses Bauberichts seit dem 06.07.2020

zurück zur Übersicht