Flakpanzer Gepard A2


 

Das Original

Schon 1965 wurde mit der Entwicklung eines Nachfolgers des Flakpanzer M-42 Duster begonnen. Der Prototyp der Schweizer Firmengruppe Oerlikon-Contravers, Siemens-Albis wurde 1970 zur Weiterentwicklung auserkoren. 1971 gingen 4 Prototypen als Version B in die Erprobung, gefolgt von 12 Vorserienfahrzeugen Version B2 mit geänderter Radarausrüstung. Dann wurde an Krauss-Maffei, Wegmann und Siemens der Auftrag für 420 FlakPz Gepard erteilt, die von 1976-1980 montiert und ausgeliefert wurden.
1988 wurden 206 Flakpanzer Gepard mit einem Laser Entfernungsmesser nachgerüstet und sind als Version B2L, bzw nach Einbau der SEM80/90 als A1 bezeichnet worden.
Von 1997 bis 2000 wurde an 140 Fahrzeugen eine NDV durchgeführt, im Rahmen derer ein neuer Digitalrechner und die neue Funkanlage SEM93 eingebaut wurde. Für den Rechner und den Kampfraum wurde eine Kühlanlage eingebaut. Desweiteren neue Staukisten und neue V0 Messbasen. Diese Version wird als Gepard A2 bezeichnet.
Ab 2010 wurde der Gepard bei der Bundewehr aus der Truppe ausgemustert.



Der Bausatz

Wir finden hier 6 graue Spritzlinge, 3 braune Spritzlinge, ein kleiner Spritzling aus durchsichtigem Plastik, 6 Spritzlinge aus Weichplastik, die Oberwanne, die Unterwanne, das Turmoberteil, die Turmanbauklimaanlage, zwei Metallseile und zwei Decalbögen.

Der Guss ist ganz ausgezeichnet mit feinen, sauberen Details an den Teilen. Dazu
weder Versatz, noch Fischhäute oder Grat, keine Sinkstellen, dafür aber scharfe Details und sinnvoll aufgeteilte Bauteile. Was ein wenig wundert und auffällt, ist das Erscheinungsbild der Spritzlinge, die statt runder Gießastrahmen flache, platte Gießastrahmen haben. Völlig unerheblich für die Teile, aber irgendwie seltsam anzusehen. Möglicherweise wird so etwas Plastik eingespart!?

Die Kette hingegen ist mit Spritzlingen im alten Stil und setzt sich aus Kettenkörper, Mittelverbinden mit Führungszahn und Endverbinder zusammen. Auf diese Weise belibt die Kette beweglich - nett und für das Aufziehen auf das Laufwerk ein großer Vorteil - das Fahrwerk an sich bleibt aber starr, von daher hätte es nicht unbedingt eine bewegliche Kette sein müssen - aber da soll man nicht kleinlich sein. Was interessant ist, ist dass die Endverbinder aus relativ weichem Plastik gemacht sind - das macht Sinn, wenn man mal eine Kette von HKCW zusammengebaut hatte mit harten Endverbindern, die beim Aufstecken dann teilweise aufgerissen sind oder beim bewegen der Kette gebrochen - das passiert mit diesen hier sicher nicht. Einziger kritikpunkt an der Kette ist die Darstellung der eingelassenen Gummiinlays in den Innenlaufflächen der Glieder. Diese sind für meinen Geschmack zu stark herausgearbeitet und sind nach aussen nicht begrenzt. Sieht etwas eigenwillig aus, aber im Endeffekt kein Beinbruch.

Doch schauen wir auf den eigentlichen Hauptakteur, den Gepard, an sich. Ober und Unterwanne kommen einteilig daher - ein Luxus den man heutzutage auch nicht mehr so häufig findet. Und an dieser Stelle die wichtigste Info: Ja, die Unterwanne wurde komplett neugestaltet von Takom und wurde nicht vom alten Leopard Bausatz übernommen. D.h. der vergrößerte Laufrollenabstand zwischen 3. und 4.Laufrolle wurde ebenso korrekt eingearbeitet wie auch die Darstellung und Korrektur der Details an den Wannenseiten, die seinerzeit noch beim Leopard 1 Bausatz bemängelt wurden - also Freude an allen Fronten.
Die Schwingarme werden zwar einzeln eingesteckt, bleiben jedoch arretiert und sitzen ziemlich gut und fest. Die Laurollen sehen ganz gut aus und weisen auch auf der Rückseite (ebenso wie die Leiträder) Details auf. Die Treibräder sind vom korrekten Typ mit 8 Bolzen.
Ebenfalls korrekt sind die Verstärkungspippen am vorderen Wannenboden mit dargestellt, wo das neu eingebaute SEA im Gepard sitzt.

Die Oberwanne ist ebenfalls komplett neu, so wie es sich für den Gepard gehört mit dem geänderten Motorlüfter und all den anderen Details an Oberdeck wie den seitlichen Staukästen, der nach vorn verlagerten ABC Hutze und dem geänderten Turmdrehkranz. Das Abgasrohr des SEA, das links der Oberwanne hinter Gittern läuft, ist hier bereits in Plastik mit eingegossen - sieht gut aus - wäre mit PE Teilen sicher optisch noch besser aber auch wesentlich aufwändiger!
Wo wir gerade bei PE Teilen sind - diese sind indiesem bausatz auf das reduziert, was man wirklich benötigt - also kein unnötiger schnickschnack, den der Gro0teil der Modellbauer eh nicht verbauen kann. So haben wir hier das Lüftergitter fürs Motordeck, die Schutzhaube für den Fahrer, die Tritte über den Nebelbechern, Gutte für das SEA, usw. Was tatsächlich fehlt wären die feinen Kettchen für die Nebelbecher.
Die Heckplatte ist ebenfalls die geänderte und korrekte Heckplatte für den Gepard mit den Batteriestaufächern. Die beiden Zugangsklappen direkt auf der Rückseite erscheinen mir allerdings eine Spur zu gerdungen und nicht abgerundet genug an den Ecken - aber das kann auch an der extrem schrägen Perspektive bei den Fotos der Originalfahrzeuge liegen.
Die große extra Staukiste auf dem Motordeck, die ein Merkmal der A2 Version ist, ist natürlich ebenfalls enthalten. Was allerdings fehlt, sind die oft zu sehenden und markanten Zusatzstausäcke, die am Wannenheck angebracht waren ... nicht zwingend notwändig aber wäre eine nette Option gewesen.
Takom hat diesem Bausatz auch passende Schürzen spendiert mit einer sehr schönen Oberflächenstruktur - nun haben die Geparden bei der Bundeswehr im normalen Alltag nie die Schürzen getragen - nur zu Specials, wie dem Abschlussschießen mit Sonderlackierung, wie auf dem Deckelbild - von daher ist es schon schön, dass die Schürze mit enthalten sind.
Für die Abschleppseile liegt recht flesibler Metalldraht in schöner Optik bei, der mit Kauschen aus Plastik versehen wird.

Der Turm ist im großen Teil in einem Teil gemacht und sieht wirklich sehr gut aus - lediglich einige der seitlichen Schweißnähte erscheinen mit ertwas zu hervorgehoben, aber da kann man ggf mal mit derm Schleifpad rüber.
Auch hier sind sämtliche Optionsteile zum Bau der A1 und späteren A2 Version korrekt enthalten - man muss aber z.B. für die A2 Version ein paar vorgegebene Löcher bohren und dafür für die A1 version den GPS Empfänger auf dem vorderen Turmdach, der bereits angegossen ist wieder wegschneiden. Ansonsten halten sich die Arbeiten hier sehr in Grenzen.
Radar und Folgeradar bleiben beide beweglich und der Laserentfernungsmesser auf dem Folgeradar macht einen guten Eindruck mit den Kühlrippen. Erfreulicherweise liegt dieser quasi einzeln bei, sodass man die Möglichkeit hat zum Bau der ersten B2 Version diesen wegzulassen (was man übrigens für die in den Markierungen vorgegebene Belgische Version machen müsste). Allerdings fehlt dafür dann die korrekte Oberflächenstruktur auf dem Folgeradar, die man ggf. selber nachbauen müsste.
Die Turmluke lässt sich offen und geschlossen bauen, wobei man bei geöffneter Luke in einen leeren Turm blickt.
Die beiden 35mm Kanonen setzen sich in der Hauptsache aus wenigen teilen zusammen und bleiben nach Einbau in der Höhe bweglich. Etwas tricky wird es dann mit den Rohren - diese liegen in zwei Versionen für die A1 und A2 version bei, obwohl meines Wissens nur die V0 Messbasis geändert wurde. jedenfalls setzt sich jedes Rohr aus zwei Halbteilen zusammen - die Detaillierung ist sher schön und durch die besondere Oberflächenform stört die halbteilige Ausführung nicht so sehr. Vom Durchmesser scheinen sie einen Hauch unterdimensioniert zu sein - im gebauten Zustand, mit unbewaffneten Auge fällt das aber nicht auf.
Sehr schön sind die Mündungen, bzw. die V0 messbasen der A1 und A2 Version dargestellt - beim A1 gleich direkt an die Rohre mit angegossen mit feinen Details, beim A2 etwas fummeliger aus 3 kleineren Eizelteilen zusammenzubauen!


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes soll also zu einem Gepard in der letzten Ausführung A2 gebaut werden.
Es geht also wie immer mit dem Bau des Fahrwerks an die Unterwanne los. Die Stoßdämpfer und Endanschläge werden an die Wannenseiten geklebt, was keine Probleme bereitet.
Dazu die Stützrollen und deren Halterungen - erfreulicherweise hat Takom im Gegensatz zu Meng die Stützrollen richtig und realistisch dargestellt und im Vergleich zu den vorigen Leopard 1 Wannen von Takom diese von den Details korrigiert und verbessert und wie eingangs erwähnt auch die verlängerte Gepard Wanne korrekt dargestellt. Was hier auch gut und korrekt von Takom widergegeben ist, sind die 3 Bilgenauslässe an der Unterwanne, welche Meng z.B. komplett vergessen hat.
Die Schwingarme werden einzeln eingesteckt und fest arretiert und mit dem Stoßdämpfer verbunden - das Laufwerk bleibt somit starr, dafr aber auch relativ leicht auf ebener Platte ausrichtbar.
Als nächstes geht es an die Laufrollen. Diese setzen sich aus lediglich zwei Einzelrollen zusammen. Diese habe ich etwas augepeppt, da mir diese glatten Laufrollengummis zu fabrikneu und unrealistisch erscheinen
(übrigens ein grundsätzliches Problem - nicht nur hier). Dazu habe ich mittels Bastelmesser und Dremel mit kleinem Schleifkopf die Gummis rundum bearbeitet um sie unterschiedlich stark zu bearbeiten, von rein rauer Oberfläche bis zu größeren Beschädigungen. Dies ergibt in meinen Augen ein deutlich realstischeres Aussehen. Mittlerweile (natürlich nachdem ich mit meinen Rädern fertig war) gibt es von Leopard Workshop ein koplettes Leopard 1 Räderset mit bereits beschädigten Gummis.

Dann geht es an die Oberwanne - hier muss man von Innen die Fahrerwinkelspiegel hinten links den Auspuff vom Zusatzmotor einkleben und am Heck Löcher bohren FALLS man die A2 Version bauen will - dies sei übrigens gleich angemerkt - man muss in der Bauanleitung ganz genau hinsehen, damit man die beiden Optionen A1 und A2 nciht verwechselt, da diese nicht ganz klar getrennt sind, sondern die Bauschritte jeweils mit Suffix -1 und -2 markiert sind.
Wenn man die Oberwanne auf die Unterwanne klebt, sollte man zeitgleich die Heckwand mit einkleben um hier die Passung zu prüfen, denn an der Heckwand und Bugplatte sind die wichtigen Punkte an denen die Passung kontorlliert werden muss - sie passt aber mit etwas Geruckel an allen Stellen ganz genau und spaltenlos.
An der Bugwanne habe ich mit einem schmalen Pastikstreifen die Platte der Unterwanne geringfügig verlängert, wie es im Original auch ist. Das tut der Optik ganz gut.

Dann wird die Oberwanne weiter vervollständigt mit den Auspuffgrätings, der Fahrerluke, dem Gitterschutz über der Fahrerluke (der aus einem sehr schönen PE Teil geknickt wird), die Staukastendeckel rechts, sowie der Hülsenabweiser rund um den Turmdrehkranz und das Lüftergitter auf em Motordeck. Die hier eingesetzten PE Teile machen einen exzellenten Eindruck und lassen sich leicht an die entsprechenden Stellen anbauen.
An der Heckwand werden die Schmutzfänger angeklebt, die in der vorliegenden Art mit den hochgeklappten Gummilappen einen guten Eindruck macht. Die klaren Bauteile für die Rückleuchten, wie auch für die Scheinwerfer, das Abschleppseil und die Ketten baue ich erst ganz am Schluss nach der Bemalung und Alterung an.

Der Bau der Ketten ist etwas aufwändiger, da man erst alle Kettenglieder, Führungszähne und Endverbinder vom Spritzling trennen und alle Angusstellen versäubern muss. Der Bau selber dauert zwar etwas, gestaltet sich aber an sich recht angenehm und führt zu einer recht stabilen und beweglichen Kette. Dazu klickt man immer einen Führungszahn in eine Kettenglied, was noch recht locker hält dann und schiebt dann je von einer Seite einen der Endverbinder auf. Der Clou bei diesen ist, dass sie nicht aus Hartplastik, sondern einem gummiartigen Plastik bestehen und somit exakt auf die Kettenbolzen gehen und passen ohne durch Spannung zu reissen wie man es bei denen aus hartplastik kennt. Bei den endverbindern muss man nur achtgeben, dass man sie richtigherum aufsteckt

Die zusätzliche Staukiste auf dem Motordeck, die mit der A2 Version eingeführt wurde, setzt sich aus den 6 Wandteilen zusammen und wird dann auf dem Motordeck in die neuen Bohrungen eingeklebt.
Die typischen Stausäcke am Wannenheck liegen diesem Bausatz leider NICHT mit bei - glücklicherweise hat Perfect Scale mittlerweile mit dem Set 35144 entsprechend nachgelegt und ich die Säcke aus diesem Set am Heck angeklebt, die hervorragend passen und aussehen.
Damit ist die Wanne im Großen und Ganzen soweit fertig

Als nächstes steht der Bau des Turms an. Hier habe ich mich erstmal um das Folgeradar gekümmert. Dieses setzt sich aus einigen Teilen zusammen und bleibt dank Polycaps in allen Ebenen beweglich. Die Details gefallen mir hier ganz gut, wobei mir die Aufteilung einiger Bauteile nicht ganz klar ist - zum einen wäre es toll gewesen, die Oberseite des Hauptkörpers für den separat anzubauenden
Laserentfernungsmesser so zu gestalten, dass die Details dort wären um ihn wegzulassen und damit auch eine B2 Version bauen zu können - schade, Chance verpasst. Und ob es nötig war die Teile D11 und D14 zu haben um das Gesamtteil so gestalten oder das Teil C27 unbdingt so nötig ist, denn es passt irgendwie nie so ganz - entweder ist es irgendwo nahtlos oder mit zu deutlichem Spalt ... Insgesamt sollte man bei diesen Bauschritten unheimlich sorgsam arbeiten und bei Nahtstellen genau aufpassen und Nähte entfernen.

Der Turm an sich besteht aus einem großen Teil und muss je nach A1 oder A2 Version auf der Oberseite von Details befreit ode von innen mit einem Bohrer augebohrt werden - letzteres für den A2 und den habe ich ja vor zu abuen. An der Front wird die gebogene Frontplatte eingeklebt - diese passt sehr gut, dennoch sollte man genau aufpassen dass man sie nirgends verkantet oder eine Spalte entsteht.
Auf der Oberseite werden die beiden Ausblickköpfe und die Crewluke eingebaut - die Luke bleibt beweglich. Die Winkelspiegel sidn natürlich wieder aus klaren
Plastikteilen dargestellt.
An den Turmseiten werden die Nebelwurfbecher auf dem gekrümmten Haltearm angebaut und lassen sich ziemlich gut und einfach dach der vorgegebenen Passungen auffächern. Leider sind die kleinen Kettchen für die dekcel nicht im Bausatz enthalten. Hier hat mir Michale Shackleton mit einem Set aus dem Leopard Club LW026 Set ausgeholfen - diese kettchen werten die Optik um einiges auf!
Interessant wird es mit dem PE Teil des Trittschutzes über den Nebelbechern. Hier muss man genau in der Anleitung schauen und am besten ein Foto des Originalteils ansehen um sicher zu sein welchen Teil man wohin und wie weit knicken muss.

Ähnlich ist es mit den PE Teilen 7 und 8 - hier ist es ganz schwer aus der Anleitung zu erkennen, wie die Teile zu biegen sind und wie und wo genau diese anzukleben sind. Ich hoffe das Foto rechts hilft ein wenig. Die Teile können mit den beiden Kanonenbehältern kollidieren, wenn diese bewegt werden - wer sich 100%ig sicher gehen will baut erst die Kanonenbehälter an und richtet daran die PE Teile aus.

Die Kanonen stehen dann als nächstes auf dem Programm. Jeder der beiden Kanonenbehälter setzt sich aus Ober-, Unterteil sowie einem Aussenteil mit Hülsenauswurf und einem Innenteil mit Verbindung zum anderen Behälter zusammen. Der Bau gestaltet sich recht einfach. Kommen wir zu den Kanonenrohren - hier muss man sich wieder entscheiden ob man A1 oder A2 Version baut - Während bei den A1 Rohren die Mündungsfeuerdämfer gleich mit angegossen sind,
setzen sich die Rohre beim A2 erstmal aus zwei Halbteilen zusammen, was zum Glück kein Proble darstellt, da das Rohr nicht rund sondern mit Versteifungsrippen versehen ist. Die neue V0 Messbase, die der A2 bekommen hat, wird aus je drei Einzelteilen zusammengesetzt - hier lohnt es sich wenn man sier schon sauber und spaltenfrei arbeitet und danach nochmal extra versäubert, sodass das Teil wie ein Einzelstück wirkt. Dies wird dann auf das Rohr geklebt und man sollte während der Kleber trockent von allen Seiten schauen, dass es absolut in einer Flucht mit dem Rohr ist und nicht abknickt. Genau darauf muss man auch achten, wenn das Rohr in den Kanonenbehälter eingeklebt wird. Obwohl die Passung gut ist, gibt es doch ein gewisses Spiel. Bevor man weitermacht, sollte der Kleber absolut fest sein, dass die Rohre sich nicht mehr abknicken.
Und der
wichtigste Knackpunkt kommt nun wenn beide Kanonen in den Turm eingesteckt und miteinander verklebt werden. Hier kann ich nur empfehlen, dass während der Kleber zwischen den beiden Verbindungsteilen trocknet die Ausrichtung der beiden Rohre ganz genau überprüft und nachrichtet. Und wirklcih erst weiterarbeiten und den Tum unten schließen, wenn der Kleber wirklich wirklich fest ist und die Ausrichtung der Rohre stimmt. Es gibt nichts schlimmeres beim Gepard als wenn die beiden Rohre in unterschiedliche Richtungen zeigen. Und ist der Unterboden des Turms erst eingeklebt, kommt man nicht mehr an die Verbindungsstelle um notfalls die Klebestelle nochmal zu öffen und zu korrigieren. Also - Geduld!
Danach geht es an die Turm Heckseite - auch hie rmuss wieder zwischen A1 und A2 entschieden werden. Für die A2 Version steht der Bau der Kühlanlage an, die recht auffällig den Turm verlängert. Insgesamt werden hier wieder erstaunlich viele Einzeöteile verbaut - hier besteht schnell die Gefahr der Spaltenbildung, wenn ein teil nicht hudnertprozentig ausgerichtet eingeklebt wird - damit passen Folgeteile nicht mehr genau und man hat unschöne offene Stellen an den Kanten.

In die obere Aussparung wird das Rundumradar eingebaut das mit einer schön gestalteten Radarschüssel aufwartet und mit einigen wenigen Teilen zusammengebaut wird. Der Einbau erfolgt so, dass die Schüssel an sich drehbar bleibt und auch auf- und abklappbar bleibt.
A
uch beim Anbau des ganzen Rückteils an den Turm muss man genau schauen, dass das Teil überall genau anliegt und oben mit den drei Verstärkungen in einer Flucht ist.
Danach steht noch der Anbau der zusätzlichen Staukisten auf dem Turmdach an - auch diese setzen sich aus den einzelnen Seitenwänden zusammen, was schon eine kleine Fummelarbeit ist und man sollte beim Aufkleben auf den Turm achtgeben, dass sie richtig ausgerichtet ist.
Damit ist der Bau soweit beendet.
Nach der Bemalung wird dann die Kette aufgezogen und die Abschleppseile auf dem Motordeck angebracht. Ich habe für die Abschleppseile etwas dünnere Kupferseile als die beiliegenden Stahlseile von Takom benutzt, denn die erschienen mir etwas zu wuchtig.

Die Seitenschürzen bleiben auf JEDEN Fall im Karton und werden NICHT montiert, wenn man ein Serienfahrzeug der Bundeswehr baut - diese waren nie montiert, ausser in der Sonderlackierung zur Ausmusterung und bei Prototypen und Demonstratoren.


Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte zunächst nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos Black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Ammo of Mig weiß per Airbrush. Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden und das Laufwerk komplett schwarz blieb. Übrigens sollte man nicht vergessen die Klarsichtteile vor der Prozedur mit einem Maskiermittel zu sichern. ;-)

Es folgt der erste Überzug mit Amig 084 Nato green per Airbrush, sodass zwar alles grün ist, aber gerade so deckend, dass das vorige pre-shading noch sichtbar bleibt.
Dann werden auch per Airbrush die schwarzen und braunen Flecken mit den Amig Farben 085 und 046 augebracht. Dazu habe ich nach Tarnplan und Vergleichen mit Originalfotos die Umrisse der Flecken mit Panzerputty umrandet und diese dann mit der entsprechenden Farbe gefüllt. Leider sind die Vorlagen der Farbprofile im Bausatz zum einen etwas klein, zum anderen in einigen Bereichen nicht ganz korrekt.

Die einzelnen Farbbereiche werden danach nochmal mit der jeweiligen aufgehellten Farbe jeweils nochmal mittig gebrusht um Highlights zu setzen und durch leichten Sprühnebel die vorher sehr harten Trennlinien etwas aufweichen.

Danach folgt das Bemalen der Details.

Die Gummierungen der Laufrollen habe ich mit Amig dunkelgrau shadow 0906, bzw. die Laufflächen miz Lifecolor Burnt Black bemalt. Die Laufrollennaben haben ihren obigatorischen roten Punkt erhalten.
Die Radarantenne wird mit Anthrazit bemalt und die beiden Kanonenrohre mit Tamiya X1 schwarz glänzend.
Das Folgeradar bekommt eine Bemalung in Revell Aqua 42 gelboliv dem ein Klecks Glanzlack von Amig.
Die Ketten werden zunächst in schwarz aus der Sprühdose grundiert und danach die innere Lauffläche mit Stahlfarbe von Amig und den Rest des Metallkörpers und Endverbinder mit AK-4041 bemalt. Die Gummipolster
wurden mit der zuvor erwähnten Gummifarbe von Lifecolor bemalt.

Als nächstes steht das Aufbringen der Decals an. Vom beiliegenden Decalbogen konnte ich ausser den Balkenkreuzen leider nicht viel gebrauchen, denn an taktischen Zeichen udn Nummernschild hatte ich meine eigenen Vorstellungen nach einem Vorbildfoto. Das MLC Schild war leider deutlich zu klein - da musste ich aus einem Set von Truck Line Abhilfe schaffen. Die Nummernschilder habe ich aus einem Decalbogen von Revell mit Blankonummernschildern auf denen man mit einzelnen Nummern sein Wunschkennzeichen zusammenstellen kann. Mit Geduld und scharfem Auge, kann man diese realistisch und gleichmäßig mit den einzelnen Ziffern versehen. Die taktischen Teichen für die L6 habe ich auch aus einem Truck Line Decalsatz - da das "L" nicht enthalten ist, musste ich es mir aus geraden Stücken zusammensetzen. Etwas fummelig aber machbar.

Es folgt das Filtern ... dazu tupfe ich kleine Punkte verschiedenfarbiger Ölfarben auf, die dann mit einer großen Rundpinsel und viel Verdünner in die grundbemalung verblendet wird und soweit wieder abgetupft wird, bis nur ein hauchzarter Farbschleier zurückbleibt, der kaum direkt sichtbar bleibt aber unterschwellig eine Farbvariantion in der Lackierung hinterlässt.
Dieses muss man dann ordentlich durchtrocknen lassen bevor es weitergeht.
Als nächstes kommt das Aufbringen von Streaking, d.h. den vertikalen hellen und dunklen Laufspuren ... ich habe von Amig und AK dunkle und braune Streakings und helle Rainmarks benutzt. diese werden mit einem 0er Pinsel auf die vertikalen Flächen strichweise aufgemalt wird - die hellen Rainmarks sollte man nicht antrocknen lassen, da sie sich nur schwer wieder
entfernen lassen. Die Streaking Marks werden dann mit eienm Flachpinsel, den man nach ein paar Strichen immer wieder schön saubermachen sollte, mit Verdünner mit Bewegungen von oben nach unten wieder abgetragen und verblendet bis die Striche kaum noch sichtbar sind und so ein realistisches und abwechslungsreiches Muster hinterlassen, das dezent und nicht zu aufdringlich ist.
Als nächstes wird ein dunkles Pin-Wash durchgeführt. Mit Amig 1008 Nato Wash habe ich sämtliche Vertiefungen bearbeitet um diese mehr hervorzuheben und dem Modell mehr Tiefe zu geben. Auch hier sollte man wieder alles ordentlich durchtrocknen zu lassen.
Danach kommt es zum trockenmalen - ich habe mir dazu aus Ölfarben eine hellolive Farbe gemischt, diese mit einem Flachpinsel aufgenommen und auf einem Stück Pappe soweit ausgestrichen, dass am ende nur noch ein paar Restpigmente am Pinsel bleiben - damit streicht man über Ecken, Kanten und Erhebungen, sodass die Pigmente dort hängenbleiben und somit diese hervorhebt und betont und dem Modell weitere Tiefe gibt und kleine Details und die allgemeinen Formen hervorhebt - so wird z.B. die Antirutschbeschichtung deutlicher sichtbar.
Den Abschluss des Weatherings bildet der Auftrag von Staub - ich habe mir helle sand und okcer Pigmente genommen und diese mit einem buschigen Pinsel trocken in das Laufwerk und untere Wannne getupft.



Fazit

Herrlich! Eine wahre Freude, wenn man jemals versucht hat den Tamiya Gepard halbwegs korrekt zu bauen. Das Takom Modell macht einen richtig guten Eindruck und lässt sich recht gut und schnell bauen. Das Endergebnis kann sich wahrlich sehen lassen und der Preis zwischen 50 und 60 Euro geht dafür voll in Ordnung.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



Empfohlene Literatur:

Waffensysteme Leopard 1 und Leopard 2- (Walter Spielberger) - ISBN 3-613-01655-9Leopard 1 Trilogy - Volume 2: Special Purpose Variants - (Michael Shackleton) - ISBN 978-0953877768Fahrzeug Profile #19 "Flugabwehrtruppe des Heeres 1956 - 2002" - Unitec Medienvertrieb

- In Detail Fotoserie

© 03/2017 Thomas Hartwig

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