FT-17 (riveted turret)


 

Das Original

Der Renault FT-17 ist eine Panzerentwicklung aus dem Jahr 1916. Sein Konstrukteur Oberst Jean-Baptiste Estienne entwickelt mit dem FT-17 den ersten Panzer, der über einen drehbaren Turm und einer selbsttragenden Karosserie verfügte. Die nur sieben Tonnen schweren und von einem 35 PS Renault Motor angetriebenen Fahrzeuge kamen im Mai 1918 erstmals zum Kampfeinsatz. Die Besatzung bestand aus zwei Mann: Fahrer und Kommandant/Schütze. Als Bewaffnung stand wahlweise ein Hotchkiss Maschinengewehr oder eine 37 mm Kanone zur Verfügung. Eine unbewaffnete Variante war der Führungspanzer TSF. Wegen des geringen Platzes konnten nur 100 Liter Kraftstoff mitgeführt werden, sodass der FT-17 lediglich eine Reichweite von 40 Kilometern hatte. Mit dem ersten erfolgreichen Großeinsatz von 480 FT-17 im Juli 1918 an der Westfront begann auch der internationale Siegeszug des sog. Mosquito. Die USA bestellten 1.200 Stück und ein Dutzend weitere Nationen folgten. 

Quelle: panzerbaer.de

Der Bausatz

Den Karton hat Meng gut gefüllt. Der Bausatz enthält zehn Spritzlinge aus Kunststoff, die fertig versäuberte Kette, eine kleine PE Platine, zwei Metallstangen und vier Federn sowie zwei Bolzen und einen Decalbogen. Dabei entfallen zwei Spritzlinge auf die kleine Basis, die in diesem Bausatz als nettes Gimmick mit enthalten ist. Im Gegensatz zum FT 17 mit dem Cast Turret ist hier kein Motor dabei, sondern nur der Fahrerraum. Die Bauanleitung ist sehr übersichtlich und schön bebildert. Sie enthält eine kleine Einleitung über die Geschichte des Panzers sowie die zwei Farbschemen. Diese zeigen ein Fahrzeug der US Army bei Verdun 1918 sowie eines der Chinesischen Armee 1929. Die Teile machen alle einen hervorragenden Eindruck, wie es mit der Passgenauigkeit steht, wird der folgende Baubericht zeigen.

Der Bau

Der Bau beginnt mit dem Innenraum. Hier habe ich die Pedale, die Zwischenwand, den Sitz sowie die Steuerhebel nach Anleitung verklebt. Die Einrichtung dieses Fahrzeugs muss ziemlich spartanisch gewesen sein und man hatte sich damals auf das Nötigste beschränkt.
Weiter ging es mit den Seitenwänden. Hier habe ich die Instrumente sowie den Feuerlöscher angeklebt. An den Außenseiten habe ich das Werkzeug, den Abgastopf und eine Staukiste angebracht. Die Federung ist ein wenig tricky konstruiert, bleibt aber dafür voll beweglich.


Beim Dach der Oberwanne ist es wichtig, die Teile genau nach der numerischen Reihenfolge zu verbauen, da es nur einen Weg gibt, den Hammer unter der Abdeckplatte anzubringen. Leider habe ich dies auch zu spät gemerkt und habe das Teil B9 wieder lösen müssen.

Im nächsten Bauabschnitt habe ich die Wanne zusammengebaut. Hier muss man sehr genau arbeiten, weil sämtliche nachträglichen Bauabschnitte an die Wanne angegliedert sind. Zuerst habe ich die Seitenwände an der Bodenplatte befestigt, danach die Vorder- und Rückwand eigesetzt und zum Schluss die Oberplatte aufgeleimt.
Die Passgenauigkeit ist hierbei ganz gut, trotzdem musste ich ein paar kleine Spalten mit Putty
füllen.

Das Laufwerk ist eine sehr komplexe Konstruktion, die pro Seite aus je zwei Laufwägen mit zwei bzw. drei Laufrollen, den Stützrollen (sechs pro Seite) sowie dem Trieb- und dem Leitrad besteht. Diese Konstruktion habe ich allerdings nicht -wie in der Bauanleitung beschrieben - nur gesteckt, sondern fest verklebt. Will man hier alles beweglich gestalten, würde einem das Laufwerk ständig auseinanderfallen.

Alles ist sehr filigran gearbeitet und man muss beim Heraustrennen der Teile aufpassen, dass nichts wegbricht. Die Passgenauigkeit ist hier aber hervorragend.
Ebenso die Kette, diese ist ein Traum und wird einfach nur zusammengesteckt. Die zwei fertigen Laufwerke habe ich als Baugruppe belassen und werde sie nach der Lackierung erst fest mit der Wanne verbinden.


Das Gestell am Heck passt ebenfalls hervorragend zusammen und wird mit ein paar Ätzteilen aufgewertet. Zur Vervollständigung der Wanne habe ich noch die Motorabdeckungen und die Einstiegsluke für den Fahrer angebracht.


Weiter ging es mit dem Turm. Hier stehen zwei Varianten der Bewaffnung zur Auswahl. Einmal die 37 mm Kanone oder ein MG. Ich habe mich für die 37 mm Kanone entschieden.
Der Zusammenbau läuft zügig von der Hand und auch der Rest des Turmes passt sehr gut zusammen. Der Turm besteht hierbei aus dem Boden, acht Seitenwänden und dem Dach. In den Turm wird noch der Sitzriemen für den Fahrer eingeklebt und damit ist der Bau des Fahrzeugs abgeschlossen.
Die Basis für den FT 17 bildet ein kleiner Sockel, der allerdings mit der Passgenauigkeit des Fahrzeuges nicht mithalten kann. Der Zusammenbau ist kein Problem, doch bleiben an den Stößen leider einige Spalten zurück, die ich mit Putty verschlossen habe.

Bemalung/Alterung

Nach einiger Überlegung habe ich mich entschlossen, den Panzer mit der Black & White Technik zu lackieren. Dazu habe ich das Fahrzeug erst schwarz grundiert und die Grundierung stufenweiße mit weiß aufgehellt.
Das Endergebnis sollte so aussehen, dass ein Lichtschein von oben auf das Fahrzeug fällt. Nach dem Durchtrocknen der Grundierung habe ich den FT 17 mit AK 4051, AK 4054 und AK 4053 aus dem AK Set WW I french colors nach Bemalungsanleitung besprüht. Dabei sollte man die Farben einzeln auftragen und nicht übersprühen, da sonst der schwarz-weiß Effekt verloren geht.
Nach ausreichender Trocknungszeit habe ich das Modell mit verschiedenen Ölfarbtönen betupft und diese eingearbeitet. So bekommt die Farbe ein paar andere Nuancen. Die Details habe ich mit einen Pinwash (AK Wash for DAK vehicles) hervorgehoben und dem Modell so etwas mehr Tiefe verliehen.

Mit Vallejo blackbrown 822 und einen Schwamm habe ich die Lackschäden erstellt. Für die Verschmutzung des Fahrzeugs habe ich Earth Effects und Dark Earth mit Gips vermischt.
Die Mischung habe ich dann mit einem groben Pinsel aufgenommen und mit der Druckluft der Airbrush über das Modell verteilt. Die Ketten habe ich mit schwarzbraun und schwarzgrau wolkig lackiert, mit Pigmenten verschmutzt und die Abriebsflächen mit Gun Metal trockengemalt. Die Basis habe ich zuerst mit Molto Reparaturspachtel eingestrichen. Danach habe ich sie in verschiedenen Erdtönen lackiert und mit den gleichen Produkten, die ich auch schon beim Fahrzeug verwendet habe, gealtert.
Zum besseren Größenvergleich bekam die Vingette eine Figur von Masterclub. Diese habe ich ein wenig umgearbeitet und mit Acrylfarben bemalt.



Fazit

MENG MODEL hat mit diesem Kleinod eine weitere Lücke im Bereich der ersten Panzerfahrzeuge geschlossen. Der Bausatz ist hervorragend gearbeitet, leider kann die beiliegende Basis in der Passgenauigkeit nicht ganz mithalten. Für 25 € bekommt man hier einen sehr ordentlichen Bausatz, mit dem auch Anfänger gut zurechtkommen dürften



Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


© 03/2016

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