Panzer II (Flamm) Ausf.E "Flamingo"


 

Das Original

Am 21.Januar 1939 erhielt das Waffenamt den Auftrag eine 0-Serie von Flammpanzern zu entwickeln. MAN und Daimler-Benz wurden für die Konstruktion von Chassis, sowie Aufbau und Turm beauftragt. Als Basis wurden die gebauten Panzer II Ausf.D und E genommen, die dann in Flammpanzer konvertiert wurden..
Es wurden zwei Flammspritzköpfe rechts und links vorn auf dem Panzer angebracht, zusätzlich wurde im neuentwickelten Turm ein MG34 untergebracht. Für die Flammwerfer wurden 320 Liter Flammöl mitgeführt, das durch unter Druck stehenden Stickstoff bis zu 40m herausgeschleudert werden konnte, für das MG standen 1800 Schuss Munition zur Verfügung.
Im Januar 1940 war der erste Flammpanzer II fertiggestellt, und im März 1940 wurden 43 Panzer II Ausf.D aus der Truppe genommen, um in Flammpanzer umgebaut zu werden. Noch während der Fertigstellung des ersten Auftrags von 90 Pz.Kpfw.II(F) wurde am 8.März 1940 bereits ein zweiter Auftrag über 150 dieser Panzer erteilt. Von der ersten Serie wurden alles in allem 93 Fahrzeuge hergestellt, die als Panzerkampfwagen II Flamm Ausf.A bezeichnet wurden. Von der zweiten Serie, die dann Ausf.B war, wurden lediglich 62 hergestellt, da sich der Erfolg dieser Flammpanzer stark in Grenzen hielt.
Die Panzer Abteilungen (F) 100 und 101 erhielten jeweils 42 Flammpanzerwagen II, die zur Operation Barbarossa am 22.Juni 1941 eingesetzt wurden.
Die Ausführung E unterscheidet sich von der Ausf.D hauptsächlich durch das Laufwerk mit geschmierten Gleisketten und damit veränderten Treibrädern.

Das Gesamtgewicht betrug rund 12 Tonnen, die Länge etwa 4,9m, 2,4m breit und 1,85m hoch.

Der Bausatz

Was finden wir also im Karton des Flammpanzer II Ausf.E?
9 graue Spritzlinge, ein Spritzling klarer Plastikteile, ein Spritzling mit Flügelmuttern, eine PE Platine und ein Decalbogen.

Die Machart der Teile, der Formqualität und Details ist wie bei Bronco mittlerweile gewohnt sehr gut und fein und wer die vorigen Panzer II Ausf.D und Flammpanzer kennt, kennt viele der Bauteile und ihre Details bereits.

Die Wanne setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, was zwar gut für die Details wie die Nieten an den Seitenblechen ist, ist für den Modellbauer mit etwas mehr Aufwand verbunden und die Gefahr bei nicht akkurater Bauweise Verzug und Spalten zu bekommen.
Das Laufwerk setzt sich aus vielen kleinen Teilen zusammen, die bis zu einzelnen kleinen Nieten am Vorgelege reichen. Die Schwingarme werden einzeln eingesteckt, bleiben aber nicht beweglich.
Die Laufrollen sehen hervorragend aus und sind zudem mit separaten Laufrollengummis versehen, was die Bemalung sehr vereinfacht. Die Leit- und Treibräder weisen exakt die Details und Rippen auf, die für die Version E korrekt sind und sich eben von denen der Ausf.D unterscheiden. Auch die Laufrollen unterscheiden sich offenbar, denn diese liegen neben den vorigen Ausf.D Laufrollen komplett neu bei.
Die Ketten sind Einzelgliedketten die allerdings noch am Spritzling sind und abgetrennt und versäubert werden müssen - jedes Glied ist an drei Punkten am Spritzling befestigt, was für etwas Arbeit sorgt. Dafür ist die Machart und Detaillierung der einzelnen Glieder hervorragend und auch hier die absolut korrekte Version für Ausf.E und so zum ersten Mal in Spritzguss.
Sämtliche Luken und Sehklappen in der Oberwanne lassen sich auch offen darstellen, was sehr erfreulich ist, aber insofern sinnlos als dass weder Motor noch Innenraum enthalten sind.
Die Kettenbleche weisen ein sehr feines und detailliertes Muster auf und werden sehr aufwändig mit den Unmengen an Werkzeug versehen. Die vorderen Kettenbleche sind entsprechend korrekt gestaltet für die Flammwerferköpfe und die markanten Verlängerungen davor. Die Flammwerferköpfe setzen sich aus zwei Halbteilen zusammen, zwischen die der Spritzkopf höhenbeweglich eingeklemmt wird.
Wie beim Vorgänger sehr schön gestaltet sind die seitlichen Flammöltanks, sowie die dahinterliegenden Nebelwerfertöpfe. Bei den Flammöltanks hat man sogar die runden Tanks an sich dargestellt wo man auch nur die boxartigen Verkleidungen erwartet hätte - so hat man die Möglichkeit auch Beschädigungen dort realistisch darzustellen, oder (so wie laut Bauplan möglich) die Deckel offen anzubauen, um z.B. Nachbetankungen darzustellen.

Der Turm ist selbstverständlich auch in seiner Form korrekt für den Flammpanzer mit einzelnem vorn liegendem MG in Kugelblende und baut sich insgesamt aus relativ vielen Einzelteilen zusammen bis hin zu detaillierten Halterungen der Blendenöffnungen im Turm. Und auch das MG34 in Plastik kann sich durchaus sehen lassen. Die Turmluke lässt sich natürlich offen oder geschlossen anbauen.


Die Anleitung ist im typischen Bronco Stil und führt in 32 Bauschritten zum Ziel. Die Zeichnungen sind sauber und verständlich - man muss aber bei den Baustufen genau hinsehen und achtgeben, damit man keine Kleinteile übersieht, insbesondere wenn es um die PE Teile oder die einzeln anzuklebenden winzigen Flügelmuttern und Nietenköpfe geht. Optionsteile werden entsprechend in der Bauanleitung angegeben

Auf den letzten zwei Seiten finden sich farbig gedruckte Farbprofile für die Bemalung und Markierung des Fahrzeugs mit 2 Grundvorschlägen mit drei Turmnummernoptionen bei einer:

  • Turmnummern 311, 313 oder 123, 101.Pz.Flamm Abt., Russland, Juni 1941 in grau
  • 3.Kp. Pz.Ersatz.Abt.1 in grau


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt mit dem Bau der Unterwanne, de sich aus Bodenblech, Seitenwände und Heckwand zusammensetzt. Das ist für Anfänger natürlich tricky und auch der Profi hätte lieber eine einteilige Wanne, denn diese Art der Wanne bietet immer die Gefahr von Verzug und Spalten. Und auch gleich im ersten Bauschritt kommt der Bronco Moment, nämlich das Abtrennen von Details um anderen winzige Details anzubringen - in diesem Fall wirklich kleine Spritzguss Flügelmuttern, die am Heck anzubauen sind ... fast ist man geneigt die Bauanleitung wieder zuzuklappen. ;-)
Aber was solls ... Augen zu und durch.
Es folgt der Anbau von Schwingarmen, Stoßdämpfern und Endanschlägen
an die Unterwanne. Die Endanschläge und auch die Schwingarme müssen erst noch aus zwei Teilen zusammengebaut werden. Die Schwingarme werden fest eingeklebt, wodurch man das Fahrwerk schwerlich einem unebenen Boden anpassen kann, auf der anderen Seite wird es einem erleichtert das Laufwerk gerade und auf ebener Fläche zu bauen, auch für Anfänger.
Schön ist zu sehen, wie das Extrateil an der Rückseite des Schwingarms hinter die Bogenführung greift und den Schwingarm weiter sichert und führt. Dennoch natürlich nach dem Einkleben aller Schwingarme diese optisch überprüfen oder noch besser die Laufrollen aufstecken und auf ebener Fläche überprüfen.
Die Laufrollen setzen aus je 6 Teilen zusammen - Bronco hat hier neue Teile für die Laufrollen der Ausf.E beigelegt. Man muss aufpassen, dass man die nicht auch beiliegenden Laufrollen aus dem vorigen Bausatz der Ausf.D verwendet.
Die Innen und Aussenseiten der Räder setzen sich problemlos zusammen mit einem einzusetzenden Innenring, der nicht verklebt werden soll und aufzuklebendem Nabendeckel. Und wie sollte es bei Bronco anders sein, sind die Laufrollengummis separat aufzubringen. Doch Obacht: wer jetzt denkt, er könne es sich mit der separaten Bemalung der Gummis und Räder einfach machen, tappt womöglich in eine Falle, denn jegliche Farbschicht auf den Kontaktstellen zwischen Gummi und Rad macht ein späteres
aufschieben der Laufrollengummis unmöglich.
In den Leiträdern werden auch Plastikringe eingesetzt um sie später Drehbar zu halten, aber irgendwie passen dann die Nabendeckel nicht mehr richtig drauf - ich musste die Ringe daher eine Idee dünner schleifen.
Das Treibrad ist logischerweise komplett neu und wird neben, Innen- und Außenrad noch mit einem hauchfeinen PE Ring aussen verziert - hier zum einen tricky den sauber und ohne Knick vom Platinenrahmen zu trennen und mit Sekundenkleber exakt aufzukleben ohne dass er woanders hängenbleibt.

Dazu drei kleine Nietenköpfe aus Spritzguss an das Seitenvorgelege kleben - da fragt man sich ob das heutzutage mit dem Stand der Technik noch sein muss, das nicht gleich mit anzuspritzen.

Am Wannenheck werden der Auspuff und der Luftabweiser angebaut. Bei letzterem müssen zwei PE Bleche eingesetzt werden, die allerdings kaum eine echte Führung haben und gefühlt in hundert Positionen angebaut werden können. Achtet in der Hauptsache darauf, dass sie nicht schief stehen, wenn man von hinten drauf schaut, denn von dort sieht man sie später am fertigen Modell nur.
Das Schutzgitter des Auspuffs muss gerollt werden - das ist schon immer eine Herausforderung dies gleichmäßig und knickfrei zu rollen.
Am besten nutzt man dafür passendes Werkzeug zum rollen von PE Teilen. Ich habe das Teil auf eine harte Tischplatte gelegt und mit dem runden Metallgriff des Bastelmessers einige Male mit Kraft über das PE Teil rollen, bis sich die Enden leicht heben. Ein Ende habe ich dann fest an den Metallgriff angedrückt und wieder mit Kraft weiter über das PE teil gerollt, das sich langsam dem Rund des Bastelmessers anpasste. Das Ganze habe ich dann mit einem runden Metallstab in kleinerem Durchmesser wiederholt, der dem des Auspuffs ähnelt, am besten etwas kleiner, denn das Metall biegt sich immer wieder etwas auf.
Problematisch ist der kleine Bereich im Gitter, der solide ist und aufgrund seiner Schmalheit sich eben nicht mitbiegt, sondern an den Kanten knickt ...

Weiter geht es mit dem Aufbauteil des Motordecks. Hier werden die Motorraumklappen eingebaut und natürlich die Scharniere als Einzelteile, sowie die winzigen Tragehaken. Dazu die Lufteinlässe rechts und links - und hier wirds wieder schmutzig, denn Bronco nötigt uns dazu jeweils zwei hauchdünne Streifen PE knickfrei aus der Platine zu bekommen, das Angussstück zu versäubern und dann mittels Sekundenkleber absolut gerade und parallel auf die beiden Streben der Lufteinlässe zu kleben. Für Anfänger absolut ungeeignet und mir wachsen auch im nachhinein noch ein paar graue Haare. Aber zugegeben - optisch kaum zu toppen!

Auch die Frontplatte birgt Schritte zur fortschreitenden Haarbleichung ... die Lukendeckel sind soweit noch klar und einfach, aber die fitzeligen PE Teile ... brrr. Und dazu dann noch schwerpunktmäßig ungünstige Frontscheinwerfer, die mit einem winzigen Klebepunkt an den PE Teilen befestigt und natürlich gerade ausgerichtet sein sollen. Tipp: macht das eher zum Ende, denn beim Hantieren brecht ihr diese immer mal wieder ab.

Da sich die Oberwanne aus drei Segmenten (Motordeck, Kampfraumdach und Glacisplatte) zusammensetzt, sollte man auch alle drei zusammen aufbringen um sicherzustellen, dass alle drei spaltenfrei zusammenkommen und auch entsprechend auf der Unterwanne aufsitzen.

Ich habe daher der Bauanleitung erstmal vorgegriffen und Motordeck, Glacisplatte und eben auch schon das Kampfraumdach aufgeklebt und passend zueinander ausgerichtet. Glücklicherweise passte das bereits alles sehr gut, wobei man gerade im Heckbereich des Motordecks genau schauen muss, dass es wirklich überall spaltenfrei auf der Unterwanne aufsitzt.
Im nächsten Schritt werden dann die beiden Kettenbleche angebaut. Dies empfiehlt sich zeitnah nach dem festkleben der Aufbauteile und direkt zusammen mit der Fahrerfrontplatte, die über das Kettenblech hinweggreift und so auch beim verkleben passend sein muss.
Bei den Kettenblechen wie immer achtgeben, dass sie überall exakt in ihren Aussparungen sitzen, absolut gerade und horizontal sind - dank der Ansätze a den Lufteinlässen und dem Frontblech sind die Bleche relativ gut und sicher positionierbar.

Wer bei den 12 winzigen PE Teilen, die zu kleinen Kästen gefaltet und unter die Kettenbleche geklebt werden sollen, Augenzucken bekommt, dem sei gesagt: ganz ruhig! Lasst sie ruhig weg, denn ich musste sie mühsam wieder abreissen, da sie später mit den Klappen der Flammöltanks ins Gehege kamen und auch wenn es passen sollte, sieht man sie nicht!
Dafür kommt man aber nicht umhin pro Seite zwei winzige Bolzenköpfe vom Spritzling C abzukratzen und vorsichtig an die Kettenbleche anzubringen - aber nicht genug damit den Modellbauer mit solchen Winzigkeiten, die man eigentlich mit angießen könnte, herauszufordern, sind am Kettenblech nichteinmal Markierungen, wo diese anzubringen sind.
Wer an diesen kleinen Bolzenköpfen verzweifelt ... nehmt ein scharfes Skalpell um sie abzutrennen und einen Zahnstocher, den ihr an einem Ende anleckt - so könnt ihr diese Winzigkeiten gefahrlos aufnehmen und am Modell platzieren.
Die beiden Spritzköpfe setzen sich aus mehreren Teilen zusammen - dabei sollen die Spritzköpfe selber in der Höhe beweglich bleiben - auf die Halterungen auf den Kettenblechen selber werden sie aber geklebt, sodass sie in der Seite fixiert sind.


Was mich ebenfalls grübeln ließ, ist Bauteil C15 - ich hielt dies für eine Art Entlüftung für die Tanks, da es sehr dick und zylindrisch ist. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass das die Antenne sein soll, zumal dem Bausatz eine tolle, feine Spritzguss Antenne beiliegt. So hatte ich es also erstmal angebaut, bis mir nach der Bemalung die Neugier keine Ruhe ließ und nochmal Referenzfotos durchsah -
und es stellt sich heraus, an diese Stelle saß die ganz normale Antenne - also abkneifen und mit einer Antenne von RB Model ersetzen.

Kommen wir also zu den Flammöltanks. Das Gute vorab - wer die Klappen offen darstellen will, findet gut gemachte Tanks mit Anbauteilen. Bei den Klappen hatte ich so meine Probleme, denn die seitlichen Klappen ließen sich kaum dazu bewegen wirklich gerade abzuschließen. Entweder waren Sie unten durch das Kettenblech zu weit nach aussen, oder oben durch die oberen Klappen zu weit nach innen. Nur ließen sich die oberen Klappen nicht weiter nach aussen anbringen, da sonst zur Oberwanne hin ein Spalt wäre - nun, ich habe das beste draus gemacht.
Achso ... wer die Klappen wie ich geschlossen baut, kann sich die Arbeit mit den Flammöltanks sparen.
Die Staukiste hinten rechts auf dem Kettenblech so auf zwei PE Stützen angebracht werden. Wieder wird nicht exakt gezeigt wo genau die dünnen PE Füße eigentlich angeklebt werden sollen - Möglichkeiten gibt es genug. Und Obacht - das Ganze ist sehr fragil, also nicht mehr anfassen danach.

Die Wurfbecher die in Dreierpaketen auf den Kettenblechen angebracht werden, lassen sich recht gut bauen, auch wenn man exakt arbeiten muss um diese sauber und gerade ausgerichtet anzubringen - gerade der obere, der auf einem hauchdünnen PE Teil sitzt.

Am Wannenheck wird der Kasten für die Nebelwurfbecher angebaut - aber die PE Teil Halterungen (P12) haben zum einen keine Knickkante, zum anderen ist die Ausrichtung am Modell unklar. Man muss hier also genau aufpassen und den Kasten genau ausrichten.
Die Halteschiene für die Ersatzkettenglieder am Heck ist als PE Teil ausgeführt und ohne Biegehilfe oder entsprechend langes Stahllineal ist es nahezu unmöglich diese sauber und akkurat gleichmäßig zu einem U-Profil zu biegen. Dieses anzukleben bedarf ebenfalls wieder eines guten und sicheren Auges um es gerade anzubringen. Die Arretierhalterung für die Glieder erscheint mir eine Idee zu kurz, da die beiden Plastikteile U11 schräg auseinanderlaufen um an die Oberwannenbreite zu passen. Zum Glück fällt das nicht weiter auf.
Zum Abschluss wird auf dem Motordeck eine Ersatzlaufrolle montiert, die recht locker auf einem dünnen Rundstab sitzt und mit einem fitzeligen PE Teil gesichert werden soll, bei dem wieder weder mit ausreichend Knickkanten noch mit einer deutlichen Zeichnung klar wird, wie genau es auszusehen hat - also Zeit sich aufgrund der Gegebenheiten gedanken zu machen und es so anzupassen wie es sinnig erscheint.

Die Wanne ist damit soweit vollständig und es geht an den Turm. Hier spare ich mir erstmal Zeit und Nerven indem ich die mehrteiligen Klappenhalterungen auf der Innenseite weglasse, denn die sieht man schlicht und ergreifend nicht. Von aussen werden fix die Klappen in die Öffnungen geklebt und auch die Sichtblöcke mit Klappen an den beiden vorderen Schrägseiten - hier sollte man nochmal aufpassen, da die Passung recht viel Spiel lässt, dass diese gerade ausgerichtet festgeklebt werden,
Das beiliegende MG aus Plastik habe ich mit einem Metallrohr von RB Model ausgetauscht. Dafür habe ich das Plastikrohr abgekniffen und ein passendes Loch für den Metallstift des neuen Rohres gebohrt. Macht so auf jeden Fall einen deutlich besseren Eindruck.

Die drei aufzusteckenden Plastikteile würden eigentlich nur Sinn machen, wenn e
s dann in der Turmaussparung beweglich bliebe - aber es soll verklebt werden.
Die Dachluke baut sich aus relativ wenigen Teilen zusammen ... ich habe mich dazu entschieden diese offen zu lassen und später eine Figur darin zu platzieren.
Etwas fummelig wird es dann ein letztes Mal, wenn man die vier Tragehaken am Turm anbauen soll. Dazu sollen erst vier kleine PE Grundteile auf den Turm geklebt werden und dann in deren Aussparungen nicht minder winzige Spritzguss-Haken bei denen man nach dem Abtrennen nicht mehr sicher ist, welche Seite wie an den Turm geklebt werden soll.
Hat man das gemeistert, ist der Turm vollständig und kann auf die Wanne gesetzt werden ... aber da staunt man noch ein letztes Mal, denn der Turmkranz ist so flach, dass er gefühlt nur Mikrometer in die Wannenaussparung hineingeht und man ihn quasi von der Wanne pusten kann. Also Vorsicht!

Nach der Bemalung geht es dann an das Aufziehen der Kette. Diese ist die korrekte, neue (und wohl einzigartige) Kette für die Ausf.E und muss verklebt werden. Sie ähnelt der Art der Ketten der Sd.Kfz.Reihe, allerdings ohne Gummipolster.
Zum Glück wird jedes Glied nur von zwei Angüssen gehalten, sodass das Heraustrennen und versäubern relativ fix geht. Und es werden auch mit knapp unter 60 Kettengliedern pro Seite auch angenehm wenig Glieder benötigt.
Ich habe also einen Strang für eine Seite zusammengeklebt, grundiert, bemalt. Das alles wie gesagt recht fix solange der Plastikkleber den Kettenstrang noch flexibel hält. Und achtet unbedingt direkt vor dem Aufziehen nochmal auf die richtige Laufrichtung der Kette. ;-)

Mit dem Aufsetzen des Turms auf die Wanne ist der Bau dann abgeschlossen.


Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte wie gewohnt nach meiner Standardprozedur mit einer Grundierung des Bausatzes mit Chaos Black von Games Workshop aus der Sprühdose und dem folgenden vorschattieren mit Mission Models weiß per Airbrush. Dabei habe ich die horizontalen Flächen stark aufgehellt, dies insbesondere mittig auf größeren Flächen während die seitlichen Teile nur leicht aufgehellt wurden und das Laufwerk nur wenig vom weiß abbekam.
Als erste Grundfarbe habe ich das Panzergrau MMP-014 von Mission Models verwendet. Durch die extrem feine Pigmentierung lassen sich die Farbschichten sehr gut auftragen und das Durchscheinen der Vorschattierung steuern und so das sonst sehr einheitliche grau schonmal vorab mit etwas Variation versehen.
Als nächstes sprühe ich die Flächen auf denen im nächsten Schritt die Bausatzdecals aufgebracht werden sollen, mit Amig Glanzklarlack, denn gerade am Turm wird es haarig - eine dreiteilige Turmnummer mit viel Trägerfilm zwischen den Zahlen soll über die seitlichen Luken angebracht werden - für mich absoluter Horror. Durch den Glanzlack sollen Lufteinschlüsse unter dem Decal, die es dann nämlich zum silbern bringen, vermieden oder zumindest verringert werden.
Also ran an den Speck ... an den seitlichen Wannenklappen werden die Balkenkreuze am Heckkasten der Nebeltöpfe auch ein Balkenkreuz und die dreiteilige Nummer. Soweit so gut. Die dreiteilige Nummer an den Turmseiten wird mit viel Weichmacher behandelt und an die richtige Stelle geschoben - es ist natürlich schwierig da einen geraden Kurs reinzubringen, da es komplett über die Seitenluke geht und sich damit in beide Dimensionen verzerrt. Aber nicht aufgeben ... fest andrücken, nochmal Weichmacher, weiter andrücken, bis man zufrieden ist.
Sind die Decals fest angetrocknet, wird das Fahrzeug nochmal komplett mit Amig Seidenmattlack überzogen - zum einen um die Decals zu fixieren und zum anderen um den vorher aufgebrachten Glanzlack wieder auf ein normales Level zurückzubringen und dem Rest des Fahrzeugs anzugleichen.

Dann geht es an die Bemalung der Details. Die Laufrollengummis werden mit UA732 Vulcanized rubber per Pinsel bemalt. Das Kopfpolster in der offenen Luke wird mit Lederbraun von Panzeraces und das MG Rohr mit Amig seidenmatt schwarz bemalt.

Die Kette wird, während der Kleber langsam trocknet, mit Chaos Black grundiert und danach mit AK-4041 per Pinsel bemalt. Dadurch dass die Farbe per Pinsel nicht richtig deckt, gibt es eine schöne fleckige Oberfläche, die sehr realistisch wirkt.
Danach wird die Lauffläche innen, sowie die Stege aussen mit Amig Gun Metal bemalt. Dass alles flott und dann schnell aufs Modell. Am Modell wird dann noch punktuell mit Rostpigmenten an der Kette nachgearbeitet.

Als nächstes geht es darum den doch recht einfarbigen, grauen Klotz optisch etwas aufzulockern. Dazu habe ich verschiedene farbige Ölfarben, blau, gelb, rot, braun, ocker, wie auch schwarz und weiß, per Zahnstocher in kleinen Punkten auf das Fahrzeug gebracht. Dabei habe ich versucht die helleren Töne mehr nach oben und auf horizontale Flächen zu bringen UND angrenzende Flächen farblich voneinander zu trennen. D.h. z.B. die Sichtluken haben andere Ölfarben bekommen, als die Fläche drumherum oder eben angrenzende Platten.
Dann werden diese Punkte mit einem weichen Rundpinsel und White Spirit verteilt und in die Grundfarbe eingeblendet. Dabei den Pinsel immer wieder säubern und leicht mit frischem Verdünner befeuchten und die Ölfarben so lange vom Modell reiben, bis nur ein leichter, kaum sichtbarer Farbschleier zurückbleibt. Damit suggeriert man dem Auge unterschiedliche farbige Flächen, die sich deutlicher voneinander abgrenzen.

Dann geht es darum, das Modell ein wenig zu altern und optisch ansprechender zu gestalten, damit das flächige grau "gebrochen" wird. Dazu habe ich mit schwarzer, brauner und weißer Ölfarbe gezielt kleine Punkte an den vertikalen Flächen aufgebracht, vorzugsweise an Details, wie Nieten oder Kanten.
Dann wird mit einem weichen Flachpinsel, der leicht in Verdünner befeuchtet ist, diese in durchgängigen und gerade Bewegungen von oben nach unten verstrichen - und zwar so oft, bis die Laufspur soweit in die Grundfarbe eingeblendet wird und nur noch schwach zu sehen ist, sodass ein stimmiger, leicht streifiger Eindruck entsteht.
An den vorderen Kettenblechen, wo aus den Spritzköpfen das Flammöl tropft, habe ich mit Amig Produkten wie Engine Grease, Ölfarben und Glanzlack die versifften Laufspuren aufgetragen.


Als nächstes steht ein dunkles Washing auf dem Programm - ich habe dazu das Amig1005 "Dark brown wash for green vehicles" verwendet, das ich ganz leicht über das ganze Fahrzeug und stärker gezielt an Rillen und Nieten verwendet habe. Damit bekommt das Modell einen etwas dunkleren Ton und vor allem eine tiefere Ebene durch die Betonung der Details mit dunkler Farbe.

Eine weitere Ebene um dem Modell mehr Tiefe zu geben und Details weiter zu betonen, kommt durch das anschließende Trockenmalen. Aber auch hier sollte man den vorigen Schritt des Washings ordentlich durchtrocknen lassen.

Für das Trockenmalen habe ich mir zuvor ein sehr helles grau aus Ölfarben gemischt und auf einem Stück Pappe ruhen und das Öl "ausbluten" lassen.
Danach wird auf einen Flachpinsel diese Ölfarbe aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen bis keine Farbe mehr auf der Pappe bleibt. Dadurch verbleiben nur noch wenige Farbpigmente im Pinsel. Dieser wird nun vorsichtig über Kanten und Flächen des Modells gestrichen. Die verbliebenen Farbpigmente bleiben nun an den Erhebungen und Kanten hängen. Damit werden Kanten und z.B. Nieten mit einem helleren Farbton als die Grundfarbe versehen und fallen optisch stärker auf. Dadurch bekommt das Modell Form, getrennte Flächen fallen deutlicher auf und natürlich die Nieten.

Ganz zum Schluss wird das Laufwerk und die untere Wanne noch mit Staubpigmenten mit einem weichen Rundpinsel aufgetupft.


Fazit

Ja, was soll man sagen - ein Bausatz mit Licht und Schatten. Positiv vermerken möchte ich, dass es nun endlich ein Modell mit dem Panzer II Ausf.E  Laufwerk gibt. Schade nur, dass Bronco es an dieser und jener Stelle unnötig aufwändig und kompliziert macht. Am Ende steht aber ein sehr schönes Modell - nur der Weg dahin ist eben nicht für jeden gedacht.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 05/2020 Thomas Hartwig

1328 Leser dieses Bauberichts seit dem 01.05.2020

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