5,5cm Flak (VG2) Gerät 58


 

Das Original

Nachdem die Produktion der 5cm Flak41 nach nur 60 Stück im Jahre 1940/41 eingestellt wurde, zeigte sich im späteren Verlauf des Krieges eine Leistungslücke zwischen der obsoleten 3,7cm Flak und der nächstgrößeren 8,8cm Flak.
So wurde 1943 ein Flak-Geschütz mit der Tarnbezeichnung "Gerät 58" bei Rheinmetall entwickelt. Die Erfahrungen, die man beim Bau der 37mm Flak 43 mit der Blechprägetechnik gemacht hatte, wurden für dieses Projekt übernommen und es entstand ein kompaktes Geschütz, das sich durch eine geringe Feuerhöhe auszeichnete. Die moderne Lafettenkonstruktion, die in der Unterlafette aus einem Drehkranz, an dem an zwei Holmen die Radgestelle des Sonderanhängers 204 befestigt werden konnten, bestand, ermöglichte gute Schussergebnisse und leichten Transport.
In Feuerstellung wurde die Lafette abgesetzt wie bei allen anderen Flakgeschützen oder mittels drei kleiner hydraulische Stützen stabilisiert, wenn die Waffe in Fahrstellung auf dem Sonderanhänger aufgeprotzt war.
Trotz der guten Ergebnisse wurde die Weiterentwicklung dieser Waffe im November 1943 von der Führung der Wehrmacht untersagt.
Nach Überarbeitungen wurden trotzdem Mitte 1944 noch drei Versuchsgeschütze (zwei von Rheinmetall, eins von Krupp) erprobt. Die dabei festgestellten Mängel sollten in einem vierten Versuchsgeschütz auf Grundlage der Rheinmetallentwürfe Ende 1944 geändert und damit abgestellt werden. Ab Februar 1945 erfolgte die Erprobung, die auf Grund der allgemeinen Lage nicht mehr beendet werden konnte.

Das rund 3t schwere Geschütz hatte eine Gesamthöhe von nur rund 1,70m und eine Feuerhöhe von 1,15m. Die 55cm Sprenggranaten konnten mit einer V0 von 1050m/sec und einer Kadenz von 140 Schuss pro Minute verschossen werden. Die größte Schussweite betrug dabei etwa 13km, die größte Schusshöhe etwa 10km.


Der Bausatz

Der Bausatz stellt einen der beiden Prototypen, die 1943 von Rheinmetall gebaut und 1944 getestet wurden.

In der Verpackung finden wir 5 Spritzlinge, ein Metallrohr und eine winzige PE Platine.
Die Teile der Spritzlinge machen durch die Bank einen guten Eindruck. Sauber gespritzt, feine Details, keine störenden Auswerfermarken und bis auf Ausnahmen an sehr schmalen Teilen keine Fischhäute.

Die spezielle Unterlafette setzt sich aus Ober- und Unterteil zusammen und lässt sich mit den Auslegerarmen entweder in Feuer- oder Transportstellung bauen. Die Details auf den Bauteilen, wie auch die kleinen Bauteile, die hier ergänzt werden machen einen ausgezeichenten Eindruck.
Der Waffenkörper setzt sich aus nur zwei großen Hauptteilen zusammen und wird dann mit weiteren kleinen Anbauteilen verfeinert. Das vorn aufzusetzende Rohr liegt einmal als Plastikrohr aber erfreulicherweise als fein gedrehtes Metallrohr bei. Metallrohre sind immer eine Erleichterung und Verbesserung der Optik, da es hier keine Formtrennnähte gibt - aber auch das Plastikrohr ist einteilig. Die recht markante, konische Mündungsbremse liegt als PE Teil bei, das sauber und fein detailliert mit offenen löchern geätzt ist. Der Clou hier ist, dieses wirklich entsprechend konisch rund rollen zu können - das ist nicht jedermanns Sache und schon allein deswegen nichts für blutige Anfänger.
Die Waffen lässt sich höhenbeweglich in den Lafettensockel einbauen, der auf einer runden Grundplatte und nur wenigen Großteilen bestehen. Auch hier erfreuen uns schöne aufgeprägte Details mit teils winzigen Nietendetails, die nach Trockenmalen schreien.

An der Lafette bauen sich dann auch die Richtmittel mit Handrädern und die wunderschönen Höhen- und Richtungsanzeiger, sowie natürlich die beiden Richtschützensitze an. Diese sind aus wenigen Teilen mit separater Rückenlehne sehr schön dargestellt.

Die recht markanten Frontschilde sind aus Plastikspritzgussteilen in einer adäquaten Materialstärke. Hier wäre vermutlich PE Blech korrekten, aber zum einen viel aufwändiger im Bau, insbesondere mit den aufliegenden Details. So in Plastik sind sie optisch gut und deutlich einfacher (und günstiger) im Bau.

Sehr erfreulich ist die Beigabe von vier 5er Streifen der 5,5cm Munition, mit der das Modell deutlich an "Leben" gewinnt - vor allem falls man sie "im Einsatz" darstellen will. Chapeau!

Die Bauanleitung ist im DIN A5 Format und führt in nur 9 Baustufen zum Ziel, wobei jede Baustufe durchaus aus mehreren Bauzeichnungen besteht. Diese sind, trotz des relativ kleinen Formats, angenehm groß und verständlich gehalten, wo alle Teilzuordnungen soweit gut einsehbar sind. Die Zeichnungen selber sind Vollflächen CAD Zeichnungen mit schwarz betonte Kanten mit gutem Kontrast. Hier sollte es keine Unklarheiten geben.

Auf der Kartonrückseite finden sich drei Farbvorschläge.
- dunkelgelbe Lafette, grünes Schild und Waffenkörper mit dünnen dunkelgelben Linien und grauem Rohr
- oxidrote Lafette und Waffenkörper, graues Schild mit dunkelgelben, scharfkantigen Flecken und grauem Rohr
- scharfkantiges Dreifarb Streifentarn über alles.


Der Bau

Der Bau dieses Bausatzes beginnt in diese Fall mal gleich mit einer kleinen Schnitzarbeit außer der Reihe, denn der aufmerksame Leser der Bauanleitung bemerkt am Schluss, dass der Sicherungsring, der den Stift der Flaklafette von unten in der Unterlafette sichern soll nicht aufgesteckt werden kann, denn die Unterlafette wird ja gleich zu Beginn aus Ober- und Unerteil zusammengeklebt.
Also habe ich als ersten eine entsprechende Öffnung in den Unterteil der Unterlafette geschnitten, durch den ich dann am Ende den Sicherungsring von unten einsetzen kann.

Dann geht es aber direkt los nach Bauanleitung! Ober und Unterteil der Lafette werden feinsäuberlich verklebt und mit den Tragehaken für die Aufnahme auf einen Sonderanhänger versehen. Hier muss man vorsichtig sein, dass diese sauber ausgerichtet verklebt werden - die kleinen Nupsis lassen ein wenig Spielraum.
Aufwändiger wird es dann im nächsten Schritt bei dem man sich beim Bau der Hydraulikstützen entscheiden muss ob man diese in Transport oder Feuerstellung bauen will - schade dass man diese nicht komplett beweglich bauen kann.
Der Bau selber besteht aus einigen teils winzigen Teilen. Vor allem sind die je vier Winkelaufnahmen, die in die Schlitze in der Unterlafette eingeklebt werden müssen zur Aufnahme der Hydraulikzylinder, sind sehr sehr knapp konstruiert, sodass man diese nur nach anweichen mit Kleber und einigem Kraftaufwand eingepresst werden können - dabei unbedingt auf die korrekte Ausrichtung aller 4 Teile achten. Übrigens hier Obacht - die Teile D13 und D14 werden je 3x für die drei Ansatzstellen der Zylinder benötigt, sind aber auf den Spritzlingen nur 2x vorhanden - dafür gibts noch je 2x D16 und D17, die formgleich sind und dann für die dritte Position genutzt werden sollten - steht so aber nicht in der Anleitung.
Den Stempel des Zylinders kann man dann tatsächlich dazwischen beweglich einklipsen.
Die Zylinder werden aus zwei Halbteilen zusammengesetzt und darin der Stempel beweglich gelagert. Leider müssen dann sowohl die Standfüße als auch die jeweils zwei Stabilisierungsstangen verklebt und damit die Position fixiert werden. vor daher sollte man das Modell dann schon genau so hinstellen, wie es später präsentiert werden soll.
Dann geht es auch schon an den Bau der Waffe an sich. Das Hauptwaffengehäuse baut sich gleich inklusive Höhenrichtkranz aus zwei Halbteilen zusammen - hier muss man gut aufpassen und ggf. im Innenbereich Angussnasen/Auswerfernasen abtrennen, die sonst den Zusammenbau stören. Die recht markante Naht zwischen den Halbteilen auf der Oberseite sieht erst unschön aus, ABER es werden Teile überbaut und man sieht davon später gar nichts mehr - nur an der Rückseite der Schiene bleibt die Naht recht deutlich sichtbar - hier hatte ich erst vermutet dass hier noch ein Abschlussteil aufgesetzt wird, aber dem ist nicht so. Dafür wird am vorderen Ende ein Endstück aufgesetzt - hier sollte man unbedingt vorher trockenpassen und sicherstellen, dass es spaltenfrei aufsitzt und beim Verkleben so lange festdrücken, bis es wirklich fest ist.
Die Munitionshalterung am Zuführungsschacht sitzt mit einem Winkelstück im Schachteingang und muss beim Verkleben exakt ausgerichtet bleiben, dass sie auch wirklich parallel zum Schacht läuft und auch im 90° Winkel absteht.

Die Bohrung am vorderen Ende kann dann entweder mit dem Metall- oder Plastikrohr versehen werden - das Metallrohr sitzt leider etwas locker darin und sollte mit genug Sekundenkleber eingesetzt werden und beim trocknen in allen Achsen GENAU ausgerichtet werden, denn wenn es hier nicht in einer Flucht mit dem Waffengehäuse steht, sieht es schnell blöde aus. Den Mündungsfeuerdämpfer aus PE Teilen mache ich ganz zum Schluss damit während des Weiterbaus dieser nicht noch beschädigt wird.

Beim Bau der Waffenlafette werden die beiden Seitenteile von innen mit den Teilen C19 und C20 verkleidet - dabei aufpassen, dass man diese nicht verwechselt und sie akkurat und fest einklebt denn darin hängt später die Waffe mit den Zapfen.
Beim Aufkleben der Seitenteile auf den runden Lafettenboden auch ganz genau und vor allem fest die Teile anpressen und verkleben damit die überall bündig und gerade aufsetzen.
Sobald die Seitenteile fest verklebt sind, kann man sie oben etwas auseinanderbiegen und die Waffe von oben mit den Zapfen in die Aufnahmen setzen und die Seitenteile dann wieder zusammendrücken. Die Waffe sitzt damit zum Glück so stramm, dass auch das Gewicht des Metallrohrs in jeder Höhenstellung gehalten werden kann.
Dann werden an den Lafettenwänden die weiteren Klein- und Anbauteile verklebt wie etwa die Munitionslagerung, die Seiten und Höhenrichtung, die Sitze und die Zieleinrichtung. Und bei letzterer ist hier nun doch ein kleiner Minuspunkt zu vermerken, denn während die Waffe schön in der Höhe beweglich bleibt, muss die Zieleinrichtung verklebt werden, obwohl sie mit der Waffe gekoppelt in der Höhe bewegt werden müsste. So kann man die Waffe letztendlich nur in einer Position darstellen. Im Nachhinein könnte man überlegen
ob man das Teil mit mit einem Stift ein die Seitenwand einbohren und von der Innenseite sichern könnte um es in der Höhe beweglich halten zu können.

Der Platz des Richtschützen mit den Doppelhandrädern und Skalen der Höhen- und Seitenrichtung setzt sich aus mehreren Teilen zusammen - den Hauptteil wie links im Bild sollte man so zusammenbauen und dann auf ebener Fläche trocknen lassen, bevor man es an die Seitenwand anbaut, denn es wird nur mit dem unteren Teil verklebt und wäre sonst sehr instabil.

Ebenso verfährt man mit den beiden Sitzen - diese baut man mit ihren Haterungen und Rückenlehne zusammen und lässt sie in Ruhe trocknen, bevor man sie an den Halterungen der Seitenwand anklebt.

Im nächsten Schritt geht es dann an die markanten Schutzschilde. Beide seiten setzen sich aus zweiflügeligen Platten zusammen, die leicht gewinkelt zueinander stehen. Ich habe mit Zuge der optischen Illusion dünnerer Platten die Kanten von der Innenseite schräg angeschliffen - aber das hätte ich noch intensiver und dünner gestalten können.

Auf der Innenseite werden mit teils winzigen Teilen die Verriegelung mit U Profilen und Sperrstift dargestellt. Auch hier sollte man ganz genau und mit einer Lupe schauen,
dass diese Teile exakt einzukleben, insbesondere die Stifte C11, C12 und C13, die mit einem winzigen Passstift genau eingeklebt werden müssen. Diese geben auch ein wenig die Winkelung der zweiten Panzerplatte vor. Dennoch hier auch unbedingt beim Ankleben genau achtgeben, dass sich keine Spalte zwischen beiden Platten bildet.
Auf der rechten Seite sind beide Platten etwas aufwändiger miteinander verbunden, da sie gegensätzlich gewinkelt sind. Dadurch wird ein Zwischenstück eingebaut. Die Angelstücke der Aussenplatte müssen dann direkt über die Angelstücke des
Zwischenstücks gesetzt werden, damit die Platten exakt abschließen.
Die Klappe für die Optik wird in der Bauanleitung geschlossen eingebaut gezeigt, aber ich habe sie aufgeklappt eingebaut.
Sobald der Kleber trocken ist, können die Platten an den beiden Lafettenseitenwänden angeklebt werden. Hier sollte man die Kontaktflächen mit Kleber anweichen, da die Nut und Feder beider Bauteile sehr eng gemacht sind.
Auf jeden Fall sollte man die Bleche fest anpressen, darauf achten, dass sich keine Spalte bildet und dass die Bleche rechtwinklig abstehen. Um die Bleche noch exakter auszurichten werden dann die Haltestange links und die Fußraste rechts zwischen Schildblech und Seitenwand eingeklebt.

Dem Bausatz liegen 4 Munitionsstreifen bei, die man in die Munitionszuführung und die Lagerhalterung einlegen kann.
Natürlich noch nicht verkleben, denn sonst macht man sich die Detailbemalung unnötig schwieriger.

Kommt zum Schluss der größte "Spaß", nämlich der Mündungsfeuerdämpfer - dieser ist konisch geformt mit Reihen an Lüftungslöchern und Lüftungsschlitzen an der Basis. Ein fertiges Metalldrehteil wäre perfekt gewesen, hätte aber vermutlich den Preis des Bausatzes nach oben getrieben.
Die Problematik ist hier, dass es zum einen konisch gerollt werden muss und dass die Reihen an Löchern durch die geringe Materialstärke das Teil an dieser Stellen eher knicken statt biegen. Und wer schon PE Teile gebogen hat, weiß dass die Federkraft des Metalls insbesondere die Enden oft gerade bleiben lässt und so ein perfekt rundes teil schwer zu realisieren lässt.
Was also tun? Zunächsteinmal sollte man beide PE Teile über einer Kerzenflamme ordentlich ausglühen - und wenn ich glühen sage, meine ich das auch, im abgedunkelten Raum sollte das Metall rotglühend werden. Wenn es wieder erkaltet ist, sollten sich im Metall deutliche Schlieren zeigen. Dadurch wird das Metall weicher und formstabiler. Das ist gerade für Rundungen enorm wichtig.
Das Basisteil wird erstmal an einem runden Teil, das einen größeren Durchmesser hat, vorgebogen und dann an einem runden Profil von etwas kleinerem Enddurchmesser fertiggerollt. Und zwar auf einem harten Untergrund und mit einem harten, flachen Gegenstand, der das Ganze dann in Form rollt. Im Idealfall hat man dann ein perfekt kreisrundes Teil dessen Enden gerade so mit etwas Spannung zusammenstoßen.
Für den konischen Teil habe ich mir aus einem Stück Gießast über einer Kerzenflamme (nach mehreren Versuchen) ein konisches Stück gezogen und darüber das PE Teil vorsichtig gerollt. Auch hier sollte man auf hartem Untergrund und mit hartem Gegenstand das PE Teil in Form rollen, insbesondere gezielt die entstehenden Kanten an den Lochreihen nochmal anpressen um eine halbwegs passable Rundung zu erreichen. Die beiden Teile muss man nun so mit Sekundenkleber miteinander verbinden, dass die Stege beider Teile kurz überlappen und damit die länglichen Schlitze bilden. Leider hat bei mir der Sekundenkleber in der Fläche so schnell angezogen, dass die Stege zueineinander verdreht verklebt sind und dadurch kleiner Lüftungsschlitze entstanden sind - nicht so schön, aber am Ende ok. Also passt hier mit dem Kleber auf!

Das soeben entstandene Teil setzt man dann vorsichtig auf das Rohrende auf, richtet es exakt aus und verklebt es dann mit Sekundenkleber.

Zum Schluss setzt man dann die Waffen auf die Unterlafette und setzt von unten den Sicherungsring B8 auf. Diese sitzt allerdings locker, dass man keinen dünnflüssigen Kleber nehmen darf, denn der läuft direkt durch und verklebt den Sicherungsrind mit der Lafette wodurch die Waffe dann nicht mehr drehbar wäre. Ich habe hier Sekundenkleber mit Aktivator genutzt und den Ring fest angedrückt, damit die Waffe wackelfrei auf der Lafette drehen kann.
Das ganze kann, bzw. sollte man sogar besser erst nach der Bemalung machen, damit die separate Bemalung von Waffe und Unterlafette einfacher ist.

Damit ist der Bau beendet.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung erfolgte auch dieses Mal wie gewohnt, indem zunächst die Sprühgrundierung von Games Workshop in schwarz aufgesprüht wurde. Diese ergibt eine sehr schöne und sehr gut haftenden Oberfläche und färbt auch PE Teile und das Metallrohr zuverlässig (wobei ich mir nachwievor wünschte, dass es eine simple chemische Möglichkeit zur Dunkelfärbung von Aluminiumteilen gäbe).

Ein pre-shading ist hier nur bedingt möglich, höchstens an den großen Schildflächen, die ich mit weißer Tamiya XF-2 Farbe gezielt per Airbrush aufgehellt habe, so wie die horizontalen Flächen des Waffengehäuses und der Lafette.

Danach wird die ganze Waffe Mit Mission Models MMP-019 dunkelgelb per Airbrush aufgesprüht und danach gezielt mit etwas aufgehellter Farbe noch ein paar Highlights in Flächen gesetzt.
Dann wird die Farbe erstmal trocknen gelassen bevor es ans Abkleben geht.
Hier werden nun alle Bereiche, die in dunkelgelb verbleiben sollen mit Abklebeband gesichert. Die betrifft den Waffenkörper und Schilde im "inneren" Bereich, sowie die gesamte Unterlafette. Auch die Innenseite der aufgeklappten Luke für die Zieloptik wird abgeklebt.
Die Aussenseite der Schilde habe ich dann mit dünnen, unregelmäßig verlaufenden Streifen mit Klebeband abgeklebt um im Endeffekt ein Streifenmuster mit gelben Streifen zu erhalten.
Sind alle Klebestreifen nochmal ordentlich angedrückt, wird der Aussenbereich mit Mission Models resedagrün MMP-018 gebrusht. Auch hier setze ich gleich mit etwas aufgehellter Farbe noch gezielt ein paar Highlights und ziehe dann vorsichtig die Klebestreifen ab.
Dann geht es an die Detailbemalung. Das Rohr bemale ich mit Tamia XF63 Panzergrey, den Munitionsschacht mit Gun Metal von Ammo by Mig, die Optiken in schwarz, die Sitzflächen betupfe ich per Schwammtechnik auch mit Gun Metal um abgeschubberte Farbe darzustellen.
Die Munition bemale ich mit Messing für die Hülsen und die Geschosse selber in gelb. Die Verbindung der Geschosse bemale ich mit einem dunklen Metallton. Von der Oberseite kann man auch dunkle washinglösung zwischen die Hülsen laufen lassen, da man dort schwer mit dem Pinsel rankommt.
Nach Trocknung der Farbe sinniere ich über Decals mit Markierungen - leider liegen dem Bausatz keine bei. Zum Glück habe ich in meiner Restekiste noch Abschussmarkierungen von dem 3cm Flakvierling von Das Werk übrig und bringe einige davon auf dem Schild an.
Darüber wird dann ein Überzug an klarem Seidenmattlack von Ammo by Mig per Airbrush aufgebracht und damit die Decals und Lackierung versiegelt.


Es folgt das Chipping, also das abplatzen lassen von Farbe durch Reibung/Benutzung. Dazu habe ich die gelbe Grundfarbe mit weiß stark aufgehellt und dann mit einem kleinen Stück Schaumstoff aufgenommen und auf einem Stück Karton soweit abgetupft bis nur noch wenig Farbe abgegeben wird. Dann tupfe ich diese insbesondere auf die Unterlafette, wo viel Abrieb entstanden wäre durch die Besatzung. Auch an anderen exponierten Stellen tupfe ich mit dem Schaumstoff unregelmäßige Flecken in hellgelber Farbe auf. Sobald diese getrocknet ist, wiederhole ich den gleichen Vorgang mit Chipping Color von Amig (#0044). Dadurch bekommt die Unterlafette ein gebrauchtes Aussehen an abgeriebener Farbe mit hellen Rändern.

Als nächstes folgt das Filtering - hier habe ich mit verschiedenen Ölfarben kleine Punkte auf das Modell getupft, wobei angrenzende Flächen mit unterschiedlichen Farben versehen werden. Der Clou dabei ist, dass dann mit einem weichen Rundpinsel und Verdünnung diese Ölfarben auf dem Modell verblendet und soweit wieder abgetragen werden, dass nur ein Hauch von Farbschleier zurückbleibt, der unterschwellig die Flächen in leicht anderen Farbnuancen erscheinen lässt und so für das Auge interessanter gestaltet.
Dieser Vorgang sollte dann locker 24 Stunden trocknen gelassen werden, bevor es weitergeht.

Im nächsten Schritt setze ich auf dem Schild ein paar gezielte Laufspuren. Diese kann man mit dunklen Ölfarben oder den fertig gemischten Streaking Grimes auftragen. Dabei malt man dunkle und helle Streifen vertikal auf Flächen und verblendet auch diese mit einem sauberen Flachpinsel und verdünne mit Pinselbewegungen von oben nach unten, sodass die Striche nach unten dünner werdend auslaufen. Dies kann man auch mit Rosttönen so machen, wenn man Rostflecken simulieren will. Auch hier liegt der Clou in der Variation und der unterschwelligen Wirkung.
Wieder empfehle ich nach diesem Schritt 24 Stunden Trocknungszeit.

Es folgt das washing - das bedeutet, dass mit einer verdünnten, dunklen Farbe diese in vertiefungen und an erhabene Details getupft wird, damit sich dort die dunkle Farbe sammelt und diese mit dem dunkle Ton betont und damit einer Hervorhebung der Details bewirkt. Die teils sehr winzigen Nieten sind nahezu zu klein als dass diese ordentlich von der Farbe umrundet und damit betont werden können - meist überdeckt man sie gänzlich und beim Versuch sie abzuziehen, entfernt man oft wieder alles. Ich habe mich hier für einen dunkelbraunen wash von Amig (Nr.1005) entschieden.
Und wieder empfehle ich hier 24 Stunden Trocknungszeit.

in der Zwischenzeit kann man sich um die Darstellung des Holzes vom Auftritt an der linken Seite kümmern. Die Grundbemalung bleibt das bereits aufgetragene dunkelgelb.
Mit eine 5/0er Pinsel nehme ich verschiedene Brauntöne an Ölfarbe in ganz kleinen Punkten auf, die dann in schnellen Strichen in Längsrichtung gezogen werden. Man kann auch oder zusätzlich Woodgrain Acrylfarben nutzen um stärkere Deckung zu erreichen und das ganze mit einem Woodwash (z.B. AK-263) von AK-Interactive abschließen.
Man kann auch die Bereiche an denen man sich stärkere Belastung durch Bewegung des Ladeschützen vorstellen kann die Bretter mit helleren Farben fleckig nachbehandeln um die Abnutzung im Holz zu simulieren.

Ganz zum Abschluss geht es dann ans Trockenmalen.
Hier mische ich mir eine sehr hellgelbe und eine helle mintfarbene Ölfarbe. Diese lasse ich ein paar Stunden auf einem Stück Pappe, damit das Öl aus der Farbe herausgezogen wird. Die so etwas entölte Farbe nehme ich auf einen Flachpinsel, streiche diesen auf einem weiteren Stück Pappe aus, bis keine Farbe sichtbar mehr abgegeben wird. Damit streiche ich dann über Kanten und erhabene Details. Durch die erhöhte Belastung an den Kanten bleiben die letzten im Pinsel verbliebenen Farbpigmente dort hängen und betonen diese mit einem hellen Farbton. Dadurch treten Details hervor und Kanten werden deutlicher sichtbar und geben für das Auge deutlichere Konturen ab. Dies wie gesagt für den Bereich mit dunkelgelber Grundfarbe mit dem hellen Gelbton, für den Aussenschildbereich mit grüner Farbe dann entsprechend den angemischten Mintton.
Nach Abschluss dieses Arbeitsschritts ist damit auch die Bemalung und Alterung beendet



Fazit

Ein toller Einstiegsbausatz in den Plastikmodellbau der neuen Firma 16.02. Das Modell ist gut an einem Tag zu bauen und mit etwas Erfahrung und Geduld auch problemlos zu bauen. einziger echter Knackpunkt, der Anfänger vor Probleme und selbst Fortgeschrittene den Schweiß auf die Stirn zaubert, ist der Mündungsfeuerdämpfer aus 2 PE Teilen - diese akkurat rund zu rollen ist wirklich eine Herausforderung.
Ansonsten alles chico und dank Metallrohr auch eine nahtfreie absolut gerade Rohrdarstellung.
Mit Sicherheit ein Muss in der Sammlung von Freunden der Flak und ansonsten ein Hinkucker in der Vitrine und auch für den "what if" Modellbauer ein exzellenter Bausatz für Projekte auf anderen Fahrzeugen.
Für die Aussenaufnahmen habe ich dankenswerterweise die Figur in Flecktarn von Christian Schiller zur Verfügung gestellt bekommen.
Der Kamerad in Feldgrau ist von Tamiya und von mir ein einer Ein-Tag Hauruck Aktion gebaut und bemalt worden.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 09/2020 Thomas Hartwig

1295 Leser dieses Bauberichts seit dem 29.09.2020

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